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IFG – die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und die Stadt Herten

2018:

W√§hrend einer¬†m√ľndlichen Besprechung (20.06.2018) zwischen BM, Baurat und mir erw√§hnte der BM im Zusammenhang meiner schriftlichen Anfrage, die ich der Verwaltung im Zusammenhang mit der DSGVO stellte, welche Daten √ľber meine Person gespeichert sind.

Hierauf erwiderte der BM, dass die Beantwortung wg. der Komplexit√§t¬† und den beteiligten Fachbereichen einige Zeit erfordert. Nebenbei bemerkte er, dass die Datenschutzanfrage keine ‚ÄěEinbahnstra√üe‚Äú w√§re! Kurze Zeit danach erhielt ich nicht nur die Auskunft, die sich jedoch ausschlie√ülich auf meine pers√∂nlichen Einwohnermeldedaten bezogen, sondern (6 Tage) sp√§ter folgende inhaltgleiche Schreiben, jeweils vom 26.06.2018 mit gleichem zeit- und ortsgleichen Poststempel versehen. Kann ich von einem ‚ÄěVerwaltungs-Gemeinschaftswerk‚Äú¬† von zwei st√§dtischen „Leistungstr√§ger“ via privaten Absendern ausgehen?

Auskunft √ľber die zu meiner Person gespeicherten Daten

¬†Sehr geehrter Herr J√ľrgens,

Sie sind u. a. verantwortlich f√ľr die Internetseiten

www .pro-herten. de http://rat.iidv .de/

Bitte erteilen Sie mir gem√§√ü ¬ß 34 Bundesdatenschutzgesetz ¬†bzw. Art.15 Datenschutzgrundverordnung schriftlich an meine o. g. Privatadresse gerichtet Auskunft √ľber

  • die zu meiner Person bei Ihnen gespeicherten Daten
  • den Zweck der Speicherung
  • die Herkunft der Daten und die empfangenden Stellen oder Kategorien von empfangenen Stellen, an die die Daten weitergegeben

Sollten Sie Angaben zum Nachweis meiner Identit√§t ben√∂tigen, stehe ich Ihnen f√ľr R√ľckfragen zur Verf√ľ¬≠ gung.

Dar√ľber hinaus bitte ich um eine schriftliche Eingangsbest√§tigung .

F√ľr die Erledigung meines Anliegens setzte ich Ihnen eine Frist bis zum 31.07.2018.


 

Mit freundlichen Gr√ľ√üen

Joachim J√ľrgens

 

Herten, 6. Juli 2018

Sehr geehrte Frau Sickers,
sehr geehrter Herr Brautmeier,

In Beantwortung ihrer text- und formgleiche Schreiben, jeweils vom 26.06.2018 mit gleichem zeit- und ortsgleichen Poststempel, gehe ich von einem ‚ÄěGemeinschaftswerk‚Äú von Ihnen aus. Aus diesem Grunde werde ich auf ihr Schreiben ebenfalls in gleicher Art antworten.

Sie begehren Auskunft welche privaten Daten ich von ihnen auf den genannten Internetseiten www.pro-herten.de bzw.  http://rat.jidv.de veröffentlich habe.

  1. Habe ich keinerlei private Daten von Ihnen, entsprechend Artikel 4 der DSGVO,¬† ver√∂ffentlicht. Hierzu geh√∂ren neben der Zuordnung einer Person zu einer Kennung wie einem Namen, zu einer Kennnummer, zu Standortdaten, zu einer Online-Kennung oder zu einem oder mehreren besonderen Merkmalen, die Ausdruck der physischen, physiologischen, genetischen, psychischen, wirtschaftlichen, kulturellen oder sozialen Identit√§t dieser nat√ľrlichen Person sind.
  2. Die im Zusammenhang der gegenseitigen Kommunikation im Verh√§ltnis Ratsmitglied / Verwaltungsangestellte genannten Textstellen werden in der Anlage beigef√ľgt.
    Hier weise ich auch auf die Suchfunktion in den genannten Seiten hin. Hier können sie jederzeit selbst sehen, welche Daten ich im Zusammenhang meiner Ratstätigkeit veröffentlicht habe.
  3. Aufgrund der genannten rechtlichen Einsch√§tzung halte ich Ihr Schreiben f√ľr gegenstandslos.

Sollten sie jedoch irgendwelche privaten Tex- bzw. Bildstellen in meinen Ver√∂ffentlichungen finden, so bin ich gerne bereit, diese nach Pr√ľfung, so berechtigt, zu l√∂schen

Hochachtungsvoll


 



Im Jahre 2002

DER B√úRGERMEISTER

Ansprechpartner/in
Frau Sickers
E-Mail: a.sickers@herten.de

Ihre Petition Nr. 13/02211 vom 29.01.2002
Ihre Bitte um Akteneinsicht gern. lFG ‚ÄĒ NW vom 02.04.2002

Sehr geehrter Herr J√ľrgens,

ich beziehe mich auf Ihre Mail vom 02.04.2002. Wir entsprechen selbstverst√§ndlich gern Ihrem Antrag und stellen ihnen die bei uns vorhandenen Unterlagen zur Einsicht¬≠nahme zur Verf√ľgung.

Wegen der Absprache eines Termin wenden Sie sich bitte unmittelbar an Herrn Tewes, der bei uns im Rathaus im Rahmen der √ľblichen √Ėffnungszeiten telefonisch unter der Rufnummer 303 405 zu erreichen ist.

Wegen der Kosten verweise ich auf die in Kopie anliegende Verwaltungsgeb√ľhrenordnung zum Informationsfreiheitsgesetz NRW sowie den Geb√ľhrentarif.

Einschl√§gig d√ľrfte hier die Ziff. 1.3.2 des Geb√ľhrentarifs sein. Danach betr√§gt die Ge¬≠b√ľhr zwischen 10,– ‚ā¨ und 500,– ‚ā¨. Die in diesem Fall konkret zu erhebende Geb√ľhr d√ľrfte sich im unteren bis mittleren Bereich bewegen.

Mit freundlichen Gr√ľ√üen
Sickers
Städt. Rechtsdirektorin


28.05.2002   Von Thomas Schmitt

Auskunft kann teuer werden

Das neue Informationsfreiheitsgesetz soll helfen, die Verwaltungen der St√§dte transparenter zu machen. B√ľrger haben ein Anrecht darauf, Akten ohne Wenn und Aber einzusehen. Je nach Aufwand kann die Transparenz aber teuer werden – bis zu 1000 Euro.

Harald Rohmann, Ratsherr der Unabh√§ngigen W√§hlergemeinschaft Herten, und Joachim J√ľrgens, streitbarer B√ľrger aus Herten-S√ľd, verstehen die Welt nicht mehr. Die Stadtverwaltung Herten teilte ihnen mit, dass die von J√ľrgens geforderte Akteneinsicht m√∂glicherweise geb√ľhrenpflichtig sei. Je nach Aufwand. Das hei√üt: M√ľssen viele Akten herausgesucht oder zusammengestellt, vielleicht gar Nicht-√Ėffentliches akribisch geschw√§rzt werden, dann wird¬īs teuer.

Joachim J√ľrgens sucht in den st√§dtischen Unterlagen einen Grund daf√ľr, warum der Petitionsausschuss des Landtages ihm in der Sache „Verkehrsbel√§stigung Sch√ľtzenstra√üe“ zwei unterschiedliche Absagen zuschickte. Erst 17 Tage nach seiner Anfrage erhielt er Antwort. Nat√ľrlich k√∂nne er die Akten einsehen. Die Stadt wies zugleich darauf hin, dass die Auskunft zwischen 10 und 200 Euro kosten k√∂nne.

Und so setzte J√ľrgens auf die Hilfe des Ratsherrn Harald Rohmann. Aber auch Rohmann muss zahlen, wenn er nicht eigens dazu vom Rat beauftragt worden ist. „Ich halte das f√ľr einen Witz“, schimpft der UWG-Fraktionschef. „Wie soll ich so die Interessen der B√ľrger vertreten. Wenn das √ľber den Rat l√§uft, dauert das Ganze zwei bis drei Monate.“

G√ľnter Rose vom B√ľrgermeisteramt versteht die Aufregung nicht. „Auch f√ľr uns ist dieses Gesetz Neuland. J√ľrgens hat keinen Geb√ľhrenbescheid vorliegen. Wenn wir eine Geb√ľhr nehmen, dann wird sich das am Aufwand der Verwaltung orientieren und nachvollziehbar sein.“ Ratsherren seien nicht befugt, B√ľrgern auf Umwegen Geb√ľhren zu ersparen.

Am kommenden Mittwoch 5. Juni wollen J√ľrgens und Rohmann die Akten einsehen. Den Hinweis auf die Geb√ľhren betrachten beide als „Drohgeb√§rde“ der Verwaltung. J√ľrgens: „Sollte ich mehr als 20 Euro zahlen, werde ich vor dem Verwaltungsgericht klagen.“

 

Akte liefert nicht erw√ľnschten Einblick

Nicht schlau wurden gestern Morgen bei der Akteneinsicht im

Rathaus Joachim J√ľrgens (links) und Harald Rohmann. Ulla Wolf-Pohl passte auf. WAZ-Bild: Quickels

 

Genau vier Minuten dauerte gestern die Akteneinsicht von Joachim J√ľrgens (WAZ berichtete). Das Schreiben der Verwaltung an den Petitionsausschuss des Landtages in Sachen Sch√ľtzenstra√üe fand er nicht.

„Ein solches Durcheinander habe ich noch nicht gesehen“, sagte J√ľrgens. Die ihm vorgelegte Akte mit dem Vermerk „J√ľrgens, Sch√ľtzenstra√üe“ habe Unterlagen enthalten, die dort gar nicht hingeh√∂rten. Harald Rohmann, Fraktions-Chef der Unabh√§ngigen W√§hlergemeinschaft, best√§tigte dies: „Dort waren Antr√§ge der UWG zum Thema Feldstra√üe abgeheftet.“

Nach vier Minuten beendete J√ľrgens seine Akteneinsicht und bat, ihm demn√§chst „eine Akte vorzulegen, in denen Unterlagen sind, die ich verlangt habe.“ Jetzt wartet er auf den Geb√ľhrenbescheid. Sollten mehr als 20 Euro verlangt werden, will er klagen. WAZ 05.06.2002¬†¬†¬†

„Akte total ungeordnet“
‚Äďsp¬† Hertener Allgemeine¬†–¬†05. 06. 2002

Premiere in der Stadtverwaltung: Erstmals machten mit Joachim J√ľrgens und Harald Rohmann (UWG) zwei B√ľrger von dem im neuen Informationsfreiheitsgesetz festgeschriebenen Recht auf Akteneinsicht Gebrauch.

Thema: Die Sch√ľtzenstra√üe, die J√ľrgens gerne Lkw-frei h√§tte, und die Schreiben der Stadt an den Petitionsausschuss. Ergebnis: Ein paar Kopien und unzufriedene Akten-Betrachter, die sich nach eigenen Angaben nach vier Minuten wieder verabschiedeten. J√ľrgens: „Die Akte war in einem chaotischen Zustand, total ungeordnet, voller Zeitungsausschnitte.“ Rohmann: „Und das erste Schriftst√ľck war ein UWG-Antrag zur Feldstra√üe. Was hat der in der da zu suchen?“


Die Landesbeauftragte f√ľr den Datenschutz¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† ¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† VIA EMAIL datenschutz@lfd.nrw.de
Nordrhein-Westfalen
Bettina Sokol
Reichstraße 43

40217 D√ľsseldorf

Postadresse: Postfach 20 04 44 40102 D√ľsseldorf

Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren,

zum Datenschutz bitte ich, mir folgende Frage zu beantworten.

Zum Vorgang:

Im Jahre 2001 hatte ich eine Petition, bezogen auf eine ‚ÄěL√§rmminderung‚Äú einer Gemeindestra√üe im Stadtgebiet Herten gestellt.

Diese Petition wurde zeitlich unabh√§ngig gleich dreimal, mit jeweils unterschiedlicher Begr√ľndung negativ abgelehnt.

Aufgrund des IFG-NRW bat ich um Akteneinsicht beim Landtag, um nicht nur mir diese Ungereimtheiten erklären zu lassen.

Diese Akteneinsicht wurde mir mit der Begr√ľndung ‚Äěder Petitionsausschuss ist keine Beh√∂rde‚Äú verwehrt.

Ungeachtet dieser Tatsache habe ich daraufhin die Akteieinsicht bei der Stadtverwaltung Herten gegehrt und am 5. Juni 2002 durchgef√ľhrt.

Mit mir waren bei der Akteneinsicht eine Bedienstete der Stadtverwaltung zugegen, sowie ein mir nahe stehender Ratsherr (Harald Rohmann, UWG-Herten)

Ziel der Akteneinsicht war ‚Äď die Stellungnahme der Stadt zu meiner Petition einzusehen.

Uns wurde ein 7 cm Ordner, beschriftet mit „Stadt ‚Äď Herten / Sch√ľtzenstra√üe / J√ľrgens“

vorgelegt.

Der Ordner war gef√ľllt. Wir haben die Akteneinsicht nach kurzer Zeit abgebrochen, da es in der Unordnung der Ablage fast unm√∂glich war, gezielt Vorg√§nge einzusehen.

Interessanterweise befanden sich in diesem Ordner nicht nur zur Petition anhängige Schriftsätze, sondern unter anderem auch jegliche Veröffentlichungen zu meiner Person, die auch teilweise nicht im geringsten im Zusammenhang mit der Sache steht.

  • Leserbriefe, diverser Schreiber, die sich gegen meine au√üerparlamentarische politische T√§tigkeit richteten
  • S√§mtliche Zeitungsartikel in Kopie, die sich mit meiner Person besch√§ftigte
  • Und der Gipfel, ein Antrag der UWG neuesten Datums, der sich weder auf meinem Petitionsbegehren noch sonst wie einer meiner Aktivit√§ten bezog

Bitte beantworten Sie mir die Frage, ob eine Kommunale Verwaltung berechtigt ist, √ľber einen Einwohner der Stadt ein so genanntes umfangreiches ‚Äěpersonenbezogenes Dossier‚Äú anzulegen.

Mit freundlichen Gr√ľ√üen in Erwartung Ihrer Antwort verbleibe ich

Joachim J√ľrgens

Das Dokument wurde Elektronisch erstellt und versandt, die Unterschrift gilt als gegeben


Abschrift aus Akteneinsicht Akte Stadtverwaltung Herten / Sch√ľtzenstrasse / J√ľrgens

Akteneinsicht am 5. Juni 2002   (Zeuge H. Rohmann, UWG / Frau Wolf-Pohl, Stadt Herten)

Stadt Herten                                                                                   Herten, 26.03.2001

Der B√ľrgermeister

¬†Petition des Herrn Joachim J√ľrgens

Hier: Bericht an das MWMEV
Bei der Sch√ľtzenstra√üe handelt es sich um eine Hauptverkehrsstra√üe. Damit kommt der Sch√ľtzenstra√üe im Verkehrsnetz der Stadt Herten eine Verkehrsfunktion zu, die sich deutlich von Anliegerstra√üen, Sammelstra√üen oder Hauptsammelstra√üen unterscheidet. Sie stellt neben der Ewaldstrasse im Stadtgebiet eine wichtige Nord-S√ľd-Verbindung dar. Verkehre aus Richtung Norden, die den direkten Weg in die s√ľdlichen Stadtteile oder den Weg nach Herne bzw. zur A 42 suchen, werden zum einen durch die vorhandene Wegweisung, vor allem aber durch die geradlinige F√ľhrung des Stra√üenzuges Hertener Strasse, Feldstrasse, Sch√ľtzenstrasse, Ewaldstrasse √ľber die Sch√ľtzenstrasse gef√ľhrt.

Die Ausbau-, Belastungs- und Bebauungssituation an der Sch√ľtzenstrasse entspricht im wesentlichen anderen innerst√§dtischen Hauptverkehrsstra√üen, insbesondere der Ewaldstrasse, Feldstrasse und der Westerholter Strasse.
Folge einer Einschr√§nkung des Verkehrsaufkommens Sch√ľtzenstrasse w√§re nicht nur die Verlagerung des Problems durch Verdr√§ngung, sondern w√ľrde durch die Erh√∂hung des Verkehrs auf der Ausweichstrecke die Problematik noch versch√§rfen. Infolgedessen m√ľssten die vorgenanten √∂rtlichen Hauptverkehrsstrassen in gleicher Weise behandelt werden.

Der Antrag von Herrn Joachim J√ľrgens hat einen zwanzigj√§hrigen Vorlauf:
1981 hat Herr J√ľrgens durch ein Verwaltungsstreitverfahren versucht, die Sch√ľtzenstra√üe f√ľr den Lkw-Verkehr √ľber 7,5 t zul√§ssiges Gesamtgewicht sperren zu lassen. Seine Klage ist durch das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen im Oktober 1985 abgewiesen worden.

1998 stellte Herr J√ľrgens bei der Stadt Herten einen Antrag zur generellen Geschwindigkeitsbeschr√§nkung auf 30 km/h. Die Stadt ist diesem Antrag nicht gefolgt.

Die Einzelheiten zum zeitlichen Ablauf der Einzelanfragen und Antr√§ge, sowie ihrer Pr√ľfung und Bescheidung ergeben sich aus den beigef√ľgten Anlagen.


Donnerstag, 20.06.2002

Transparenz ist ein hohes Gut

Zwei Antr√§ge zur „Offenlegung von Nebent√§tigkeiten und politischen Funktionen“ von Ratsmitgliedern und Verwaltungsangeh√∂rigen sorgten im Hauptausschuss f√ľr eine √§u√üerst peinliche Diskussion.

Worum geht es? Joachim J√ľrgens und die Unabh√§ngige W√§hlergemeinschaft (UWG) fordern, dass B√ľrgermeister, Ratsmitglieder, Mitarbeiter der Verwaltung und Gesch√§ftsf√ľhrer der st√§dtischen Gesellschaften Nebent√§tigkeiten offenlegen, die sie aufgrund ihrer politischen bzw. dienstlichen Funktionen aus√ľben. Genannt werden soll dabei auch die H√∂he der Verg√ľtung.

Joachim J√ľrgens und Harald Rohmann (UWG) wollen so dazu beitragen, einerseits Transparenz in die √Ąmtervielfalt zu bringen und andererseits aufzeigen, was man sich als „Hans Dampf in allen Gassen“ so nebenbei in die Tasche stecken kann.

Angesichts des Gesichtsverlustes, unter dem die Volksvertreter wegen diverser Skandale zu leiden haben, ein l√∂blicher Ansatz. Die Antwort der Verwaltung kann das streitbare Duo demnach nicht zufrieden stellen. Die Stadt stellte eine Liste der Funktionen zusammen, die Verg√ľtungen werden unter Hinweis auf Datenschutz nicht genannt.

Und was sagen die Hertener Politiker? „Es ist unw√ľrdig dar√ľber zu reden. Es geht Herrn Rohmann einen Schei√üdreck an, was f√ľr andere Eink√ľnfte vorhanden sind.“ (Dirk Vogt) – „Das ist Klamauk. Sie wollen uns nur ein schlechtes Gewissen einreden.“ (Herbert Werner) – „Es gibt eine Verschwiegenheitspflicht. Es k√∂nnte ja sein,dass andere Streit kriegen, weil ich meine Verg√ľtungen kundgebe.“ (Udo Kamperdick) – „Ich werde f√ľr Prosoz keine Betr√§ge nennen, weil ich ein kleines St√ľck Privatheit f√ľr mich in Anspruch nehme“ (Klaus Bechtel).

Andere T√∂ne gab es erfreulicherweise auch: „Wir haben nichts zu verbergen.“ (Tobias K√∂ller, Stefan Grave) – „Wir m√ľssen eine Grenze ziehen zwischen Blo√üstellung und Transparenz. Wir sollten das im √Ąltestenrat diskutieren.“ (Dieter Kullik) – „Es geht doch letztlich darum, beim B√ľrger Vertrauen in die Politik zu schaffen. Dieses Problem werden wir so nicht l√∂sen. Auch nicht mit einer solchen Diskussion.“ (Horst Menzel) „Der Datenschutz ist ein hohes Gut. Es darf keiner an den Pranger gestellt werden, der Datenschutz f√ľr sich in Anspruch nimmt“, sagt Klaus Bechtel. Recht hat er. Ohne Wenn und Aber.

Wer aber den Datenschutz so ins Feld f√ľhrt, wie die Politiker am Mittwoch, der ger√§t unter den Verdacht, dass er sich dahinter versteckt. Und er muss sich fragen lassen, was er daf√ľr tut, dass die Offenlegung der Verg√ľtungen in seinen Gremien diskutiert und letztlich beschlossen wird.

Denn: Transparenz in politischen Kreisen ist ebenfalls ein hohes Gut. Mit Unterstellungen hat das nichts zu tun.

Thomas Schmitt

20.06.2002    Aufgelesen


 

Herten                                                                                                             

 

 Hitzige Diskussion um Offenlegung

Mit gro√üer Mehrheit hat der Haupt- und Finanzausschuss einen B√ľrgerantrag von Joachim J√ľrgens und einen √§hnlich lautenden Antrag der UWG abgelehnt. Darin war gefordert worden, Nebent√§tigkeiten von Verwaltungsbeamten und Ratsmitgliedern sowie deren Verg√ľtungen offen zu legen.

von Gregor Spohr

In einer sehr emotional gef√ľhrten Diskussion hatten zuvor die Sprecher der anderen Fraktionen das Ansinnen abgelehnt. Harald Rohmann (UWG) fand mit seinem Argument, es gebe doch nichts zu verheimlichen und auf diese Weise sorge man f√ľr mehr Transparenz, nur beim CDU-Ratsherrn Tobias K√∂ller ein offenes Ohr. Sein Fraktionschef Udo Kamperdick lehnte unter Hinweis auf Datenschutz jede Form einer solchen Ver√∂ffentlichung ab und SPD-Fraktionsvorsitzender Dirk Vogt (SPD) polterte, das Ganze gehe Harald Rohmann „einen Schei√üdreck“ an. Der Vorschlag von Dieter Kullik (Gr√ľne) und Horst Menzel (SPD), das Thema in aller Ruhe und Sachlichkeit noch einmal im √Ąltestenrat zu besprechen, fand kein Geh√∂r. B√ľrgermeister Klaus Bechtel: „Hier wird doch nur gezielt versucht, den Eindruck zu erwecken, jene, die den Datenschutz f√ľr sich in Anspruch nehmen, h√§tten etwas zu verheimlichen.“ Dies sei Unsinn. „Die Rechtslage ist eindeutig. Wir k√∂nnen eine solche Offenlegung gar nicht beschlie√üen. Und wenn, dann m√ľsste ich das beanstanden.“ Man habe in der Sitzungvorlage alle Funktionen dargestellt. Dies m√ľsse als Information reichen. „Ich will ein kleines St√ľck an Privatheit und Datenschutz f√ľr mich in Anspruch nehmen und werde daher keine Betr√§ge nennen.“ Nat√ľrlich w√ľrden auch Aufwandsentsch√§digungen gezahlt, von denen aber ein Teil an die Stadt Herten flie√üe.

Ein Teil muss abgegeben werden

„Genau dies ist ein wichtiger Punkt“, erkl√§rte gestern auf unsere Nachfrage Eberhard Kanski vom Bund der Steuerzahler. Von den Sitzungsgeldern und Aufwandsentsch√§digungen m√ľssen n√§mlich entsprechend der Nebent√§tigkeitsverordnung alle Betr√§ge √ľber einer festgelegten Summe ‚Äď in DM-Zeiten waren das 1 000 DM / Monat pro Nebent√§tigkeit ‚Äď ins Stadts√§ckel flie√üen. Kanski: „Schlie√ülich wird man ja nicht in Aufsichtsr√§te gew√§hlt oder entsandt, weil man ein netter Mensch, sondern weil man z.B. B√ľrgermeister ist.“

Kanski best√§tigte, dass nach dem Datenschutzgesetz des landes Angaben √ľber Nebent√§tigkeiten nur dann der √Ėffentlichkeit zug√§nglich gemacht werden d√ľrfen, wenn die betroffene Person eingewilligt hat oder eine Rechtsvorschrift dies erlaubt.

M√∂glich sei eine solche Offenlegung aber durchaus. „Vor einigen Jahren hat die Stadt Essen f√ľr Furore gesorgt, als sie auf Antrag einer Fraktion diese Daten √∂ffentlich gemacht hat.“ Andere Beispiele in Nordrhein-Westfalen gibt es nach Beobachtung von Eberhard Kanski allerdings nicht.

Hertener Allgemeine¬†–¬†20. 06. 2002

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