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Umwelt

Front gegen sogenannte Energiesparlampen wird breiter
Remmel fordert Ausnahme vom Quecksilberverbot schnell zu beenden

Nutzen von Energiesparlampen war reine Propaganda der Lampenindustrie

Seit dem 01. September 2012 dĂŒrfen keine herkömmlichen GlĂŒhbirnen mehr in der EuropĂ€ischen Union auf den Markt gebracht werden, da diese angeblich nicht energieeffizient genug seien. Als Alternative stehen Energiesparlampen zur VerfĂŒgung, die allerdings ein fĂŒr die Umwelt relevantes Problem in sich bergen: Quecksilber. Quecksilber ist ein toxisches Metall, das bei Freisetzung giftige DĂ€mpfe abgibt die gesundheitliche SchĂ€den hervorrufen können. In Energiesparlampen darf durch eine extra geschaffenene unbefristete Ausnahmeregelung der EU jedoch noch Quecksilber verwendet werden.  FĂŒr viele andere Produkte wie Thermometer und andere Messinstrumente gilt in der EU bereits ein Quecksilber-Verbot.  Inzwischen bröckelt die Front der BefĂŒrworter. FĂŒr NRW-Umweltminister Johannes Remmel (GRÜNE) muss eine Alternative zum Quecksilber gefunden werden. „Ein Verbot von GlĂŒhlampen ist der falsche Weg. Es ist Ausdruck ökologischer Symbolpolitik, aktionistisch, bevormundend und ĂŒberzogen. Verbote schrĂ€nken die Entscheidungsautonomie von Verbrauchern unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig ein und sorgen auch nicht fĂŒr die notwendige gesellschaftliche Akzeptanz“, sagte Niedersachsens Umweltminister Stefan Birkner (FDP).

Warum UmweltverbĂ€nde gemeinsam mit der Lampenindustrie in BrĂŒssel erheblichen Druck gemacht haben, um die GlĂŒhlampe verbieten zu lassen, ist eine der Fragen, denen Christoph Mayr der Regisseur des Dokumentarfilms Bulb Fiction – LĂŒge und Wahrheit ĂŒber das Ende der GlĂŒhlampe nachgegangen ist. Bulb Fiction beschĂ€ftigt sich mit den Machenschaften, der Macht und der Gier der Industrie in Bezug auf das Verbot von GlĂŒhlampen und der unrĂŒhmlichen Rolle der sogenannten UmweltschĂŒtzer.

Energiesparlampen seien effiziente Dauerbrenner – sie wĂŒrden viel Licht mit wenig Energie schaffen, sie sparten Strom und ĂŒber die Lebensdauer gerechnet, viel Geld, hatte die sich „Umweltverband“ nennende Deutsche Umwelthilfe (DUH) erst jĂŒngst wieder behauptet. Der Verband, gegen den derzeit ein Verfahren zur Aberkennung der Klagebefugnis beim Umweltbundesamt lĂ€uft, will auf seinen Seiten Glauben machen, ein bis zwei Kohlekraftwerke durch intelligente Beleuchtung einsparen zu können. Die mit einem EU-weiten Austausch klassischer GlĂŒhbirnen gegen Energiesparlampen angeblich verbundenen enormen Stromeinsparpotenziale waren am 3. MĂ€rz 2007 Thema einer Diskussionsveranstaltung zum Auftakt der Energiesparlampen-Aktionswochen bei Karstadt in Frankfurt a.M.. Ein europaweites Verbot der traditionellen GlĂŒhlampe könne ohne langwierige nationale Gesetzgebungsverfahren schon ab 2010 in Kraft treten, meinte die Deutsche Umwelthilfe und verdingte sich bei dem Lampenhersteller Osram, um in den Beleuchtungsabteilungen des frĂŒheren KARSTADT-Warenhauskonzerns die Quecksilberlampen an den Mann oder die Frau zu bringen.

Durch den Gehalt an Quecksilber dĂŒrfen Energiesparlampen  nicht ĂŒber den normalen HausmĂŒll entsorgt werden, sie gelten als Sonderabfall. BĂŒrger können gebrauchte Energiesparlampen an den kommunalen Sammelstellen und teilweise auch beim Handel abgeben. Die RĂŒcklaufmengen sind allerdings viel zu niedrig, schĂ€tzungsweise rund zwei Drittel der quecksilberhaltigen Energiesparlampen landen fĂ€lschlicherweise im HausmĂŒll und werden durch die MĂŒllverbrennungsanlagen in die AtmosphĂ€re abgegeben. Im hessischen Korbach musste die MVV-Abfallverbrennungsanlage schon mehrmals wegen zu hohem Quecksilberausstoß abgeschaltet werden.

FĂŒr NRW-Umweltminister Johannes Remmel (GRÜNE) muss eine Alternative zum Quecksilber gefunden werden: „Quecksilber ist ein gefĂ€hrliches Umweltgift und wir mĂŒssen den Eintrag in die Umwelt verringern, das geht nur ĂŒber ein generelles Verbot auch bei Energiesparlampen. Die EU-Ausnahmeregelung muss auf wenige Jahre befristet werden. Das Verbot der GlĂŒhlampe und der Umstieg auf Energiesparlampen war aus Sicht der Energieeffizienz richtig. Jetzt aber muss der nĂ€chste Schritt getan werden.“

„Das freiwillige RĂŒcknahmesystem durch den Handel ist nicht ausreichend“, erklĂ€rte Minister Remmel. „Bei der anstehenden Novelle des Elektro- und ElektronikgerĂ€te-Gesetzes muss Bundesumweltminister Altmaier den Handel dazu verpflichten, gebrauchte Energiesparlampen zurĂŒck zu nehmen. Wir benötigen ein besseres Angebot an ortsnahen RĂŒckgabemöglichkeiten und zugleich eine bessere Information ĂŒber die Gefahren von Quecksilber und die richtige Entsorgung von Energiesparlampen.“ Minister Remmel sieht insbesondere die Hersteller von Energiesparlampen in der Pflicht, möglichst schnell Leuchtmittel zu entwickeln und anzubieten die keine gefĂ€hrlichen Stoffe mehr enthalten. „Eine Alternative wĂ€ren zum Beispiel LED-Lampen. Eines der Ziele sollte sein, LED-Leuchtmittel soweit zu entwickeln, dass sie auch vom Preis her mit herkömmlichen Energiesparlampen konkurrieren können“, so Remmel.

„Ein Verbot von GlĂŒhlampen ist der falsche Weg. Es ist Ausdruck ökologischer Symbolpolitik, aktionistisch, bevormundend und ĂŒberzogen. Verbote schrĂ€nken die Entscheidungsautonomie von Verbrauchern unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig ein und sorgen auch nicht fĂŒr die notwendige gesellschaftliche Akzeptanz“, sagte Niedersachsens Umweltminister Stefan Birkner (FDP).

Herkömmliche GlĂŒhlampen können bedenkenlos mit dem HausmĂŒll entsorgt werden. Energiesparlampen auf Leuchtstoffröhrenbasis enthalten in der Regel jedoch giftiges Quecksilber und stellen eine Gesundheitsgefahr dar. Sie mĂŒssen daher getrennt als Sonderabfall entsorgt werden. „Die Alternative zu herkömmlichen GlĂŒhlampen bedeutet derzeit einen höheren Produktionsaufwand, mehr Giftstoffe und ein erhöhtes SondermĂŒllaufkommen“, so der Minister. „Die EU hat an der falschen Schraube gedreht: Kein BĂŒrger hat etwas gegen energiesparende GerĂ€te, aber es muss auch zur GlĂŒhlampe eine gleichwertige Alternative geben, dann kann jeder die Vor- und Nachteile selber abwĂ€gen.“

Zwar sind die Mengen des umstrittenen Quecksilbers, das in Energiesparlampen enthalten ist, gering, und die Industrie unternimmt Anstrengungen, den Quecksilberanteil weiter zu reduzieren, dennoch sieht der Minister in dieser Form der Energiesparlampe eine zwangsverordnete Übergangstechnologie: „Giftiges Quecksilber gehört nicht in Haushalte und belastet zudem die Umwelt. Daran Ă€ndern auch Sicherheitshinweise nichts, die Hersteller laut Empfehlung des Umweltbundesamtes als Beipackzettel den Energiesparlampen beifĂŒgen sollten.“

Weiter fordert Stefan Birkner: „Die Beleuchtung der Zukunft muss auch bezahlbar sein.“ Neben quecksilberhaltigen Energiesparlampen stehen jetzt noch Halogenlampen und LED-Lampen als Leuchtmittel zur VerfĂŒgung. Halogenlampen sollen gemĂ€ĂŸ europĂ€ischer Vorgaben bis 2016 ebenfalls vom Markt genommen werden. LED-Lampen haben einen sehr geringen Stromverbrauch und eine sehr lange Lebensdauer von mehr als 10.000 Stunden, sie sind aber noch recht teuer.

Abmahner nehmen Vertreiber von Energiesparlampen ins Visier: Wenn Quecksilber nur ein wenig tot macht 


 bietet sich fĂŒr die Abmahnbranche eine gesetzlich gesicherte Einnahmequelle. Und das sind die Zutaten. Intensive Lobbyarbeit der Lampenindustrie in BrĂŒssel, zum jubeln gekaufte Umweltvereine und Politiker, die jeden Mist auflesen, wenn sie damit Schlagzeilen bekommen. Einer, der ein ganz besonderes GespĂŒr fĂŒr „Volkes Meinung“ hat, ist Siegmar Gabriel, Chef der Sozialdemokratie, mit einem SpĂŒrsinn fĂŒr „Strahlendes“. Als Bundesumweltminister hat er entdeckt, was er von 1999 bis 2003 als MinisterprĂ€sident in Niedersachsen und Wahlkreisabgeordneter im Wahlkreis Salzgitter – WolfenbĂŒttel nicht mitbekommen hatte, in der „Asse lagert AtommĂŒll“.

„Die GlĂŒhbirne ist das erste ungefĂ€hrliche Produkt, das verboten wurde“, sagt Christoph Mayr, der den Dokumentarfilm „Bulb Fiction“ geschaffen hat. Auf die Frage „Warum“, antwortet er: „Weil es da diesen historischen Moment gab, wo die Interessen verschiedener Gruppen zusammenpassten: Die Lichtindustrie konnte ihren Umsatz steigern, die Politiker konnten etwas gegen den Klimawandel tun, die Umweltorganisationen konnten einen Erfolg vermelden.“ „Es gab leider einen Verlierer bei der Sache“, sagt Mayr: „den Verbraucher“. 2009 war wieder so ein historischer Moment fĂŒr Gabriel, er konnte sich gegen den Klimawandel positionieren und in BrĂŒssel fĂŒr die Energiesparlampe kĂ€mpfen. Der Dokumentarfilm „Bulb Fiction“ entstand nach einer Idee des Kameramanns Moritz Gieselmann, Regie fĂŒhrte Christoph Mayr. Ein Film ĂŒber Lampen und dem Kartell dahinter.

Experte: Ökologische Nutzen von Energiesparlampen ist reine Propaganda der Lampenindustrie
Statt der Energiesparlampen sollten Led Lampen gewĂ€hlt werden, denn Energiesparlampen sind offensichtlich gefĂ€hrlich. Werden Sie zerbrochen, dann strömt Quecksilberdampf aus, der zu schweren SchĂ€den fĂŒhren kann. Dabei kommt es keinesfalls auf die Menge an, wie JĂŒrgen Resch, Chef der Deutschen Umwelthilfe (DUH) Glauben machen will. Quecksilberdampf zerstört Nervenzellen mit nicht einschĂ€tzbaren Folgen und greift das Gehirn an. Das allerdings stört den in Frankfurt gemeldete Umwelt- und Verbraucherschutzverein Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH) nicht. Anstatt Alternativen anzubieten, sucht BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer JĂŒrgen Resch mit Laboranalysen von Energiesparlampen zu hohe Quecksilberwerte aufzufinden.
UmweltschĂŒtzer Resch irrt: auch ein wenig Quecksilber ist giftig

erschienen am: 2012-10-20 im europaticker

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