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ALDI-Ansiedlung Blechecke: Gemeinsame Stellungnahmen

16.04.19 in der Hertener Allgemeine

Herten

Pfarrer bittet um Sachlichkeit

 

Andreas Wilkens: Aus der Aldi-Ansiedlung „etwas Gutes machen“.

ittet um Sachlichkeit

Pfarrer Andreas Wilkens

Von Frank Bergmannshoff

Paschenberg. In die kontroverse Diskussion um den geplanten Aldi-Markt auf dem Gelände der früheren Lutherkirche bringt sich jetzt auch Andreas Wilkens, Pfarrer der Evangelischen Christus-Kirchengemeinde, ein. „Mir liegt daran, zur Sachlichkeit aufzurufen“, betont er.

In der politischen Diskussion hatten Christian Bugzel (SPD) und Lars Radziej (UBP, siehe Artikel unten) angemerkt, dass die Kirchengemeinde es beim Grundstücksverkauf versäumt habe, eine Supermarkt-Ansiedlung vertraglich auszuschließen. Pfarrer Wilkens hält nun in einer schriftlichen Stellungnahme dagegen, dass eine solche Entwicklung nicht absehbar gewesen sei. Wilkens: „Seit 2008 ist die Lutherkirche geschlossen. Schon lange suchten wir als ehemalige Ev. Kirchengemeinde Herten einen Käufer für das Gelände. Abgesprungen sind die Inte ressenten immer dann, wenn seitens der Stadt Herten verdeutlicht wurde, dass ein Supermarkt für diesen Bereich nicht in Frage kommt. Die Stadtverwaltung legte regelmäßig bei den Investoren ihr Veto ein, obwohl sich viele Menschen auf dem Paschenberg eine Einkaufsmöglichkeit wünschten.“

Im Jahr 2016, so Wilkens, habe sich dann der heutige Käufer des Geländes gefunden: die API Immobilien GmbH. Pfarrer Wilkens berichtet: „Zum Zeitpunkt des Verkaufs unseres Grundstücks wurde ausschließlich über eine Wohnbebauung mit kleinen Geschäftsräumen nachgedacht.“ Offenbar ließ sich diese Version dann aber betriebswirtschaftlich doch nicht rechnen und es wurde umgeplant. Pfarrer Wilkens betont: „Dass der Supermarkt der Firma Aldi nun doch genehmigt wurde, lag und liegt nicht mehr in unserer Hand.“

Wilkens führt aus, dass die Kirchengemeinde auf die Entscheidung für Aldi zwar keinen Einfluss mehr hatte, jedoch von der „Stadt und der API Immobilien GmbH stets an den Überlegungen der Neubebauung des ehemaligen Luthergeländes beteiligt wurde“. Wilkens blickt zurück: „Es gab auch ein gemeinsames Gespräch zu dem jetzigen Entwurf, in dem wir beratend agiert haben und das von gegenseitiger Wertschätzung geprägt war.“

Angesichts der sehr kontrovers geführten öffentlichen und politischen Diskussion äußert Pfarrer Andreas Wilkens nun eine dringende Bitte: „Ich appelliere an alle Beteiligten, sich zu besinnen und mitzuhelfen, aus etwas scheinbar Schrecklichem etwas Gutes zu machen, damit für alle ein Gewinn dabei he rauskommt.“


Herten

Planer sollen „faire Chance bekommen“

UBP will dem Aldi-Bau nur zustimmen, wenn alle Zweifel ausgeräumt sind

Paschenberg. „Auch wir sehen das Vorhaben momentan sehr skeptisch.“ Das betont Lars Radziej, Fraktionsvorsitzender der Unabhängige-Bürger-Partei (UBP) im Rat, in einer schriftlichen Stellungnahme zu unseren Berichten über die geplante Aldi-Ansiedlung auf dem Paschenberg. Radziej stellt noch einmal klar, dass eine Ratsmehrheit – unter anderem mit den Stimmen der UBP – ausdrücklich nicht den Bau des Aldi-Marktes beschlossen hat, „sondern dass die Planer eine faire Chance bekommen, aufzuzeigen, wie es funktionieren kann (…) und wie vor allem die Sorgen von Kita, Radfahrern, Anwohnern… verlässlich gelöst werden können.“

Radziej erläutert, dass ein privater Investor das Grundstück „ganz legitim erworben“ habe. Die evangelische Kirchengemeinde als Verkäuferin und als Trägerin des Kindergartens habe es „nicht ausgeschlossen, dass aus ‚Grün‘ später ‚Grau‘ gemacht wird und dass die Kita zugebaut wird.“ Radziej meint, dass die Gemeinde diese Möglichkeit durchaus gehabt habe: „Sie wurde wahrscheinlich nicht grundlos nicht genutzt.“

Der UBP-Fraktionsvorsitzende führt aus, dass Herten „auf Investitionen angewiesen“ sei, aber „auf gar keinen Fall zu jedem Preis!“ Man müsse einem Investor das Recht zugestehen, sein Projekt vorzustellen und Lösungen für die Probleme zu liefern. Anstatt pauschal zu blockieren, solle die Politik lieber versuchen, Einfluss zu nehmen. Wenn aber, so Radziej, der Investor „die berechtigten Sorgen“ der Bürger, der Eltern sowie von BUND, Nabu und ADFC nicht zweifelsfrei ausräumen kann, werde die UBP dem Vorhaben „mit Sicherheit nicht zustimmen“.


+++ Der Rat beschloss den Start eines Bebauungsplanverfahrens für Aldi.
+++ Christian Bugzel (SPD): Aldi muss ein stimmiges Konzept vorlegen!
+++ Notwendige Verbesserung der Nahversorgung für die Bürgerinnen und Bürger?
+++ Problematische Lage des Grundstücks?
+++ Umfangreiche Prüfungen und Beteiligungen werden viel Zeit beanspruchen.

 

Ein stimmiges Konzept müsse Aldi vorlegen, erklärte der SPD-Fraktionsvorsitzende Christian Bugzel. Das wird dann von der Verwaltung geprüft und in den Entwurf eines Bebauungsplans für das Gelände an der Ecke Westerholter-/Feldstraße eingearbeitet. Der wiederum wird dem Rat vor- und öffentlich ausgelegt, damit die Bürgerinnen und Bürger ihre Zustimmung, Kritik und Anregungen einbringen können. Schließlich ist es die Aufgabe der Ratspolitiker, eine Entscheidung zu diesem Projekt zu fällen. Dieses demokratische Verfahren, welches der Rat durch seinen Beschluss nunmehr in Gang setzte, kann durchaus mehr als ein Jahr dauern.

Dass hier Gründlichkeit vor Schnelligkeit geht, ist auch gut so. Denn der neue Discounter wird innerhalb der Bürgerschaft durchaus kontrovers diskutiert. Während die einen eine Verbesserung der Nahversorgungssituation in diesem Bereich für dringend nötig halten und befürworten, verweisen die anderen auf die Nähe einer Kita und mögliche verkehrliche Probleme. Besonders dazu wird noch ein klärendes Gutachten erwartet.

Schon seit Jahren sucht Aldi nach einer Alternative zu dem nicht mehr zeitgemäßen Markt auf dem Hochstück, fand aber bisher im Kern Langenbochums kein Grundstück. Der sensiblen Situation an der Westerholter Straße will Aldi Rechnung tragen, indem der Kita Parkplätze überlassen, zusätzliche Abbiegespuren eingerichtet und Radweganbindungen und Fahrradabstellplätze gestaltet werden. Auch das Gebäude an sich soll mit Satteldach, Klinkerfassade und Solartechnik ansprechend realisiert werden.

im Konsens dazu: Kreisverkehr – Entschärfung der Blechecke – Antrag der FDP
wir warten immer nach nach 1,5 Jahren auf ein Ergebnis !

Quelle: Hertener Allgemeine vom Donnerstag, 13. April 2019, Seite: 4

Quelle: Hertener Allgemeine vom Donnerstag, 11. April 2019, Seite: 3

Aldi-Marktnimmt erste Hürde

In der hitzigen Debatte war die Rede von „Lüge“ und „Bauchschmerzen“.

Paschenberg. (BMH) Mit einer Mehrheit aus SPD, UBP, WIR und Parteiloser WG hat die Verlegung des Aldi-Marktes „Auf dem Hochstück“ auf das Gelände der Lutherkirche an der „Blechecke“ in der Ratssitzung gestern Abend die erste Hürde genommen. CDU, Linke, Grüne und FDP stimmten dagegen.

Beschlossen wurden nicht der Bau des Aldi-Marktes, sondern der Einstieg in ein Bebauungsplanverfahren. Zu diesem Verfahren gehört zum Beispiel, dass Gutachten zur Verkehrserschließung erstellt werden, aber auch die Beteiligung der Öffentlichkeit sowie von Behörden und Verbänden. Christian Bugzel (SPD) und Lars Radziej (UBP) meinten, dass Aldi die Gelegenheit bekommen müsse, ein stimmiges Konzept vorzulegen. Nur wenn das passiere, könne man dem Bau zustimmen. Radziej: „Die Bauchschmerzen müssen zu 100 Prozent ausgeräumt werden.“

Stefan Grave (CDU) und Stefan Springer (Linke) kritisierten Stadtbaurat Christoph Heidenreich scharf. Dieser habe im Stadtentwicklungsausschuss gesagt, die Leiterin der benachbarten Kita „Sonnenblume“ befürworte den Aldi-Neubau. Tatsächlich ist Ulrike  Zander aber eine ausdrückliche Kritikerin. Grave warf Heidenreich „Lüge“ vor.

Einen ausführlichen Bericht und den Standpunkt von Aldi lesen Sie in einer der nächsten Ausgaben.

 

Pressemitteilung von Donnerstag, 11. April 2019 Stadt Herten

Bauleitplanverfahren „Einzelhandelsstandort ehemaliges Lutherhaus“ Ablauf eines Bauleitplanverfahrens

Herten. Der Rat der Stadt Herten hat sich am Mittwoch, 10. April, mit dem Bauleitplanverfahren für den „Einzelhandelsstandort ehemaliges Lutherhaus“ beschäftigt. Hinter dem sperrigen Namen verbirgt sich aber nicht der endgültige Beschluss, dass an dieser Stelle ein Lebensmitteldiscounter gebaut wird. Der Rat hat lediglich den Startschuss für ein langes Verfahren gegeben, in dem jetzt die Öffentlichkeit und alle anderen Beteiligten gehört und mit einbezogen werden.

„Dass bei dem Vorhaben der Wunsch nach Beteiligung groß ist, kann ich nicht nur gut verstehen, sondern ist extrem wichtig. Denn nur in diesem Verfahren haben alle die Möglichkeit, ihre Vorstellungen und auch berechtigten Bedenken einzubringen“, so Bürgermeister Fred Toplak. „Genau dafür brauchen wir jetzt dieses Verfahren.“ Denn mit dem so genannten Einleitungsbeschluss startet die Politik jetzt in einen Beteiligungsprozess, welcher das Ziel hat alle Bedenken, Anregungen und kritischen Punkte aufzunehmen. Als nächstes werden alle Anregungen ausgewertet und abgewogen. „Wenn sich dabei herausstellt, dass die Pläne geändert werden müssen, dann wird dies passieren“, führt Stadtbaurat Christoph Heidenreich den weiteren Ablauf aus. Danach werden die überarbeiteten Pläne wieder der Politik vorgestellt. Sie beschließt die Offenlegung.

Mit dem Offenlegungsbeschluss liegen die neuen Pläne dann wieder für einen Monat aus und beteiligte Behörden sowie Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit erneut Kritik zu üben oder Anregungen einzureichen. Erst wenn all diese Schritte durch sind, wird der Bebauungsplan tatsächlich beschlossen. Das dauert, wenn alle Beteiligten richtig schnell sind, aber immer noch mindestens ein bis eineinhalb Jahre, so Ralf Terpoorten, Fachbereichsleiter Planen, Bauen und Umwelt.

 


Offener Brief von BUND Herten und NABU Herten zum geplanten Neubaueines ALDI-Markts auf dem Gelände des früheren Lutherhauses

Mit Bedauern haben wir vernommen, dass eine Mehrheit des Stadtrates Herten den Baueines ALDI-Marktes auf dem Gelände der ehemaligen Lutherkirche und der angrenzendenFläche Ecke Westerholter Straße / Feldstraße befürwortet. Bedauerlich ist dies, weil eine freie, unbebaute Fläche für immer verloren gehen wird, insbesonderein einem Stadtgebiet, in dem es davon eher wenig gibt.

Als einer der Hauptgründe für den Standort eines Discounters wird die unzureichende Versorgungslage der Anwohner des Paschenbergs angeführt. Bei Kenntnis des Stadtgebiets ist offenkundig, dass die Versorgung durch einen anderen Discounter in einer Entfernung vom geplanten Standort von unter 400 m an der Feldstraße gegeben ist.

Ein weiterer Discounter an der Paschenbergstraße erschließt den Stadtteil, hier hat ALDI bereits einen Standort aufgegeben und ein leerstehendes Gebäude zurückgelassen. Auch werden der Stadt keine zusätzlichen Einnahmen entstehen, da der zukünftige Markt von einem lediglich 1500 m entfernten Standort verlegt werden soll. Auch darin zeigt sich, dass der Discounter flexibel in seiner Standortwahl ist, aber einmal zugebaute Flächen erholen sich nicht.Stattdessen soll in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem Kindergarten ein Parkplatz mit fast 100 Plätzen gebaut werden.

Die Problematik der zusätzlichen Verkehrsbelastung, inklusiveder täglichen Anlieferungen mit LKW zur Versorgung des Discounters, noch dazuan einem stark frequentierten, unfallträchtigem Verkehrsbrennpunkt, wurde wiederholt erörtert.Wir würden es begrüßen, wenn die Ratsmitglieder ihre Entscheidung überdenken würden. Die Bevölkerung des betroffenen Stadtteils profitiert sicher mehr von einem Erhalt grüner Fläche, als davon, dass ein ALDI Markt ein paar Meter näher an ihre Haustür rückt.

BUND Ortsgruppe Herten NABU Herten e.V.


Dazu in der Hertener Allgemeine v. 10.04.2019

Aldi-Ansiedlungbleibt umstritten

09.04.2019, 12:00 Uhr

PASCHENBERG. Naturschützer kritisieren den Verlust einer unbebauten Fläche. Architekt Joachim Klass bringt einen Schlaufenkreisel ins Gespräch.

Eine Anbindung des Aldi-Marktes (grüne Fläche) per Schlaufenkreisel bringt ArchitektJoachim Klass ins Gespräch. Er hat zur Veranschaulichung diese Grafik angefertigt.

Von Frank Bergmannshoff

und Danijela Budschun

Viele Bürger nicht nur auf dem Paschenberg erwarten gespannt und auch besorgt die heutige Ratssitzung (17 Uhr, Rathaus, öffentlich). Auf der Tagesordnung steht die im Vorfeld kritisch diskutierte Aldi-Ansiedlung auf dem Gelände der früheren Lutherkirche an der „Blechecke“ (Feldstraße/Westerholter Straße).

In unserer Zeitung hatten sich Eltern und auch die Leiterin der benachbarten Kita „Sonnenblume“ mit Leserbriefen und Stellungnahmen ablehnend zu Wort gemeldet. Sie fürchten Beeinträchtigungen für ihre Kinder durch Abgase, Feinstaub und Lärm.

Des Weiteren sind viele Bürger in Sorge, dass der Kundenverkehr des Aldi-Marktes das ohnehin hohe Verkehrsaufkommen auf der Westerholter Straße weiter verschärft. So sieht das in ihrem Leserbrief (siehe Seite 5) auch Andrea Goretzki, die in Lan genbochum wohnt und ein Kind in der „Sonnenblume“ hat. Sie schreibt, der Verkehr sei „nicht nur für alle, die täglich durch dieses Nadelöhr müssen, eine unzumutbare Situation, sondern ganz sicher auch für die Anwohner an Westerholter Straße und Feldstraße“.

„Wir würden es begrüßen, wenn die Ratsmitglieder ihre Entscheidung überdenken würden“, teilen die Mitglieder des Vorstands der BUND Ortsgruppe Herten und des Nabu Herten in einem offenen Brief an Bürgermeister und Stadträte mit (siehe Seite 5). Die Naturschützer kritisieren, mit dem Neubau würde eine „freie, unbebaute Fläche für immer verloren gehen“.

Auch der Hertener Architekt Joachim Klass meldet sich zu Wort. Er bringt den Umbau der „Blechecke“ in einen Schlaufenkreisel ins Gespräch. Dabei handelt es sich um einen gedehnten Kreisel, der weiter voneinander entfernt liegende Straßen und Zufahrten verbindet. Und im Fall des Aldi-Marktes könne auch noch ein Teil der Grünfläche bewahrt werden.

Klass empfiehlt den Hertener Planern und Politikern, „gründlich abzuwägen, alle Varianten auf den Prüfstand zu stellen und über den Tellerrand hinaus zu schauen.“ Tatsächlich gibt es in Recklinghausen einen Schlaufenkreisel (Hohenzollern-/Kemna-/ Mühlenstraße). Die politische Diskussion in Herten missfällt Klass: „Wenn ich lese, dass Ratsmitglieder ,mit Bauschmerzen’ dafür stimmen, dann frage ich mich, wie derjenige das dann aushält, dauernd Bauchschmerzen!“ Joachim Klass plädiert dafür, die Gelegenheit zu nutzen, die „übliche Investorenwelt und Verwaltungsdenke“ zu überwinden und über eine grundsätzliche Veränderung der Verkehrssituation nachzudenken. Der Schlaufenkreisel sei in RE ein Erfolgsmodell. Klass: „Dieser Lösungsansatz sollte für Herten dringend gutachterlich geprüft werden. Recklinghausen kann sicher behilflich sein.“

 

vorlage zum Vorhaben

 




 

 

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