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50 Jahre BI

 

Textscann aus der
Hertener Allgemeine, Mittwoch, 30. Mai 2012 Nummer 124

DAS THEMA: 30 Jahre B├╝rgerinitiativen in Herten

ÔÇ×Wir haben richtig Rabatz gemacht“

B├╝rgerinitiative gegen die Halde bringt vor 30 Jahren die Lokalpolitik in Wallung / Geblieben ist ÔÇ×Pro-Herten“

VON FRANK BERGMANNSHOFF

HERTEN. Tausende Menschen pilgern an sonnigen Tagen auf die gr├╝nen Hertener Halden. Zu Fu├č, mit dem Rad, dem Kinderwagen, dem Bus. Die einen fasziniert von den B├Âgen des Observatoriums, die anderen von der einzigartigen Pflanzenwelt. Doch es gab eine Zeit, als viele Hertener sich vor schwarzen Unget├╝men f├╝rchteten, die ihre Gesundheit, die Luft, das Grundwasser belasten w├╝rden. M├╝ndige B├╝rger gr├╝ndeten Protest-Initiativen, mischten die Politik auf. 30 Jahre ist das her.

Ein Blick in die Gegenwart. Breit angelegte B├╝rgerinitiativen, die sich basisdemokratisch in gesellschaftspolitischen oder ├Âkologischen Themenfeldern tummeln, gibt es in Herten im Grunde nicht mehr. ÔÇ×Die B├╝rger lassen sich wie L├Ąmmer zur Schlachtbank treiben“, meint Joachim J├╝rgens (67). ÔÇ×Gleichg├╝ltigkeit und Desinteresse charakterisieren unsere Gesellschaft“, stimmt Dieter Sch├╝ller (74) zu. J├╝rgens und Sch├╝ller, vor 30 Jahren standen sie und ihre Mitstreiter an der Spitze der Bewegung. Eine Bewegung, die 2002 in den lockeren Zusammenschluss ÔÇ×Pro-Herten“ m├╝ndete. Mit dem heutigen FDP-Ratsherrn Joachim J├╝rgens als Vordenker, Sprachrohr und Strippenzieher.

Zehn Jahre Pro-Herten, 30 Jahre B├╝rgerinitiativen – ein Anlass, zur├╝ckzublicken. Und da ist es wieder, dieses Blitzen in den Augen, die Kraft in der Stimme. Wenn Sch├╝ller und J├╝rgens im HA-Gespr├Ąch aus dem N├Ąhk├Ąstchen plaudern, sind sie in ihrem Element. Von den alten Haudegen m├╝sste mindestens noch Hans-Heinrich Holland mit am Tisch sitzen, der Ur-Gr├╝ne verstarb 2011. Holland zitierte mal Willy Brandt treffend mit den Worten ÔÇ×Mehr Demokratie wagen!“ Und im Zuge der 68er-Bewegung, der Anti-Atomkraft-Bewegung und der Friedensbewegung taten vor 30 Jahren auch viele Hertener genau dies: Sie wagten mehr Demokratie.

Die ersten B├╝rgerinitiativen besch├Ąftigten sich mit punktuellen Verkehrsproblemen durch die Sch├╝tzen- und die Heidestra├če. Auch eine im Katzenbusch geplante H├╝hnerfarm mobilisierte die Leute. Doch erst die Debatte ├╝ber die Sch├╝ttung der Halde Hoheward war der Ansto├č f├╝r eine stadtweite Bewegung, die ÔÇ×B├╝rgerinitiative Halde“. Ihr Engagement strahlte ins ganze Ruhrgebiet aus, es formierte sich die ÔÇ×Landesaktion Haldengegner“. ÔÇ×Erstmals ├╝berhaupt haben wir gegen das politische Establishment richtig Rabatz gemacht“, blickt Joachim J├╝rgens zur├╝ck.

Anf├Ąnge mit RZR und Sch├╝tzenstra├če

Aber der Reihe nach. Mitte der 1970er Jahren kommt es zu ÔÇ×Vorwehen“ des b├╝rgerlichen Aufbegehrens: Die Debatte ├╝ber die RZR-M├╝llverbrennungsanlage l├Ąuft. Zugleich gibt es ├ťberlegungen, parallel zur Sch├╝tzenstra├če eine Umgehungsstra├če zu bauen. Die ÔÇ×B├╝rgeraktion Sch├╝tzenstra├če“ gr├╝ndet sich. ÔÇ×Die erste APO, die erste au├čerparlamentarische Opposition in Herten“, erinnert sich Joachim J├╝rgens. Sie unterlag, aus der Umgehung wurde nichts. Begr├╝ndung der Stadt: Wegen steigender Spritpreise erwarte man ein sinkendes Verkehrsaufkommen.

Doch der m├╝ndige B├╝rger hat Blut geleckt. Bald nimmt die ÔÇ×BI Halde“ den Kampf auf. Der Arzt Dr. Arkadi Junold, Pfarrer Erhard Kuhn, Rudi Turinsky von der Gewerkschaft-IGBE, die Herren Sch├╝ller, Holland, J├╝rgens und eine Reihe weiterer B├╝rger sitzen bei der Gr├╝ndung am Tisch. H├Âchstens eine Halde zur Entsorgung des ÔÇ×eigenen“ Bergbaugesteins wollen sie akzeptieren, aber kein Lager f├╝r Ger├Âll aus der ganzen Region. Auch die geplante Form der Halde lehnt die BI ab: Ein schwarzer Tafelberg soll das Stadtgebiet wie ein Riegel von S├╝den her dicht machen.

Die B├╝rgerinitiative Halde, die das Thema RZR geschickt mit aufgreift, erh├Ąlt reichlich Zuspruch, haben doch viele Hertener mit den Folgen des Kohleabbaus zu k├Ąmpfen. Bis 1980 ist das Stadtgebiet im Schnitt um zw├Âlf Meter abgesackt, Risse durchziehen die Fassaden, H├Ąuser stehen so schief, dass die Suppe aus dem Teller l├Ąuft. Hinzu kommen L├Ąrm, Dreck, gewaltiger Fl├Ąchenverbrauch.

Foto Archiv BI-Halde

1981 besucht Landesumweltminister Hans Otto B├Ąumer (SPD, 2. v. I.) die Halde, die bereits er am Handweiser mit B├╝rgermeister Willi Wessel (SPD). Mit Im Bild sind Stadtdirektor Dr. Bernd Adamaschek (l) ┬ádie Bl-Vertreter Dieter Sch├╝ller, Rudi Turinsky und Joachim J├╝rgens (v.r.).

ÔÇ×Eine echte Opposition im Rat gab es damals nicht und die Gr├╝nen existierten in Herten noch nicht“, erz├Ąhlt J├╝rgens. Also sind es die Mitglieder der BI, die sich mit Macht in Politik und Stadtplanung einmischen. Sie demonstrieren vor dem Rathaus. Sie legen ein Medizin-Gutachten zu den gesundheitlichen Folgen des Haldenbaus vor. Sie informieren sich bei einer Bildungsfahrt ├╝ber den ÔÇ×Blasversatz“ – ein Verfahren, bei dem Gestein zur├╝ck in die Sch├Ąchte gebracht wird, anstatt es zu Halden aufzusch├╝tten. Es vergeht keine B├╝rgerfragestunde des Stadtrates, bei der nicht Bl-Vertreter mit langen Fragekatalogen der Politik auf den Zahn f├╝hlen und schwere Vorw├╝rfe erheben: fehlende

Willi Wessel zur Wei├čglut getrieben

B├╝rgern├Ąhe, unterschlagene Gutachten, mafiose Verstrickungen von Stadt und Bergbau. Besonders B├╝rgermeister Willi Wessel treiben die Aktivisten zur Wei├čglut. ÔÇ×Ich lasse mich von Ihnen nicht verh├Âren!“, schimpft er.

F├╝r Joachim J├╝rgens und Dieter Sch├╝ller ist es ein Ritt auf der Kanonenkugel, agieren sie doch gegen ihre Arbeitgeber RAG und Veba. ├ťberdies mokieren sich Bergm├Ąnner und Kaufleute. Sie f├╝rchten den Verlust von Arbeitspl├Ątzen und Kaufkraft, wenn man den Bergbau g├Ąngelt. Auf der anderen Seite bekommt die BI Beratungsanfragen von gleichgesinnten Gruppen aus Marl und Gladbeck. Die Landesregierung geht auf die Hertener Initiative zu, St├Ądtebauminister Christoph Z├Âpel nimmt 6000 Protest-Unterschriften entgegen. ÔÇ×Unglaublich, was wir erreicht haben! Wir waren richtig stolz“, schw├Ąrmt Dieter Sch├╝ller.

Gegen Giftm├╝ll die Massen mobilisiert

In der Tat hat die BI – ganz ohne E-Mail, Facebook Co. – eine Menge erreicht. Die Lastwagen mussten den staubigen Abraum fortan mit Planen abdecken. Die Halde wurde nicht quer, sondern l├Ąngs in den Hertener S├╝den gelegt, was eine g├╝nstigere Durchl├╝ftung des Stadtgebietes und eine bessere Ableitung der RZR- Abgase erm├Âglichen sollte. Und entgegen wissenschaftlicher Expertisen, dass auf der Halde niemals etwas wachsen werde, wurden die Berge (mit Hilfe gigantischer Wassermengen) erfolgreich mit Klee, Flechten und Schwarzkiefern bepflanzt – Pioniere einer heutzutage ├╝ppigen Vegetation. ÔÇ×Dass aus dem Schlechten etwas Gutes wurde, aus den Halden ein Freizeitgebiet, das ist unser gr├Â├čter Coup“, fasst Dieter Sch├╝ller zusammen. ÔÇ×W├Ąhrend in Scholven eine schwarze Halde steht, hat sich bei uns eine unheimliche Pflanzen- und Tierwelt entwickelt“, best├Ątigt Umwelt Sch├╝tzer und Pro-Herten-Mitstreiter Reinhard B├Âmke.

Errungenschaften, die die meisten Hertener heute als gegeben hinnehmen. Von der schlagkr├Ąftigen, aufm├╝pfiger B├╝rgerinitiativen ist lediglich ÔÇ×Pro-Herten“ geblieben, ein Klammer um eine Reihe von engagierten Gr├╝ppchen und Personen. 2007 trumpfen sie noch einmal auf, mobilisierten die Massen gegen die Verbrennung von australischem Giftm├╝ll im Hertener RZR.

Seither sind es – wie vor 3 Jahren – wieder die punktuellen Themen, an denen man sich reibt: Kletterpark im Katzenbusch, Verkehr auf der Sch├╝tzenstra├če… Die Akteure sind andere, im Kern etwa 15. Doch die Politik aufmischen das wollen sie immer noch ÔÇ×Ich wohne seit 1995 in Herten und seither hat sich die Lebensqualit├Ąt stetig verschlechtert“, erkl├Ąrt Joachim Peters seine Motivation. Es werden horrende Steuergelder f├╝r Wasserstoff-Fahrr├Ąder verpulvert, und keiner muss sich daf├╝r rechtfertigen“, ├Ąrgert sich Dr. Katrin Stephan. Dieter Sch├╝ller ist zuversichtlich, dass kritisches B├╝rgerengagement in Herten weiter Bestand hat, wenn auch auf Sparflamme: ÔÇ×Und sollte eine Situation eintreten, die einer breite Bewegung erfordert, dann werden wir diese Bewegung auf die Beine stellen.“

ÔÇ×Pro-Herten“ heute mit alten und neuen Gesichtern (v.l.): Dieter Sch├╝ller, Dr. Katrin Stephan, joachim Peters, Joachim J├╝rgens, Reinhard B├Âmke (+2014). ÔÇöFOTO: BERGMANNSHOFF

AUF EIN WORT

 Wichtiger Stachel im Fleisch der Politik

(BMH) Die einen nennen ihn beharrlich, die anderen nervig. Joachim J├╝rgens, Kopf und Gesicht von ÔÇ×Pro-Herten“, ist beides. Daraus resultiert sein Ruf als polternder, unbequemer Querdenker, als schmerzhafter Stachel im Fleisch von Politik und Stadtverwaltung. J├╝rgens h├Ąlt die letzten Einzelk├Ąmpfer und Splitter fr├╝herer B├╝rgerinitiativen unter dem Dach von Pro-Herten zusammen. Er st├Âbert vertrauliche, verborgene oder verstaubte Informationen auf, tr├Ągt sie zusammen und nach au├čen. Seine eigenen Interessen verliert der umtriebige Parteienwechsler und l├Ąrmgeplagte Sch├╝tzenstra├čenanlieger nie aus dem Blick; die Interessen der Stadt und ihrer B├╝rger aber auch nicht. Man kann zu Joachim J├╝rgens stehen, wie man will, aber ohne seine Dauer-Opposition w├╝rde es in der Hertener Politik ziemlich ruhig. Zu ruhig!

RANDNOTIZEN

┬áÔÇ×Pro-Herten“, das vor zehn Jahren gebildete Dach fr├╝herer B├╝rgerinitiativen, grenzt sich ausdr├╝cklich von rechtspopulistischen Bewegungen wie ÔÇ×Pro- NRW“ ab. Pro-Herten versteht sich nicht als B├╝rgerinitiative oder politische Partei, sondern als offenes, lokales Diskussionsforum.

Joachim J├╝rgens (67) ist Gesicht und Stimme von Pro-Herten. Oder wie es Mitstreiter Dieter Sch├╝ller formuliert: ÔÇ×Er ist die Radnabe. die ├ťbrigen sind die Speichen.“ J├╝rgens pflegt auch die Internetseite www.pro-herten.de, die eine gewaltige Informationsmenge aus mehreren Jahrzehnten umfasst und t├Ąglich etwa 3 000 Klicks aus aller Welt verzeichnet.

Einige Anekdoten  aus der Hochphase der Bürgerproteste vor 30 Jahren:

Ihre bergbaukritischen Flugbl├Ątter lie├č die ÔÇ×BI Halde“ teils in der Zechendruckerei erstellen. Gegenleistung: eine Flasche Asbach.

Die Bundespost hatte es vers├Ąumt, eine Stellungnahme zum Bau der Halde abzugeben. Das bemerkte sie erst, als die Richtfunkverbindung zwischen Gelsenkirchen und Recklinghausen nicht mehr funktionierte. Die Halde war bereits so hoch, dass Laster durch die Funkstrecke fuhren.

Anwohner der Karlstra├če bekamen vom Bergbau Anschl├╝sse an das Kabelfernsehen bezahlt. Antennenempfang war wegen der Halde nicht mehr m├Âglich.

 

Aufgrund eines Artikel in der H.A. v. 18.08.18 und folgende Beschwerde durch Herrn Spohr:
Der folgende Artikel ist am 21.08.2018 in der Hertener Allgemeine erschienen Herten

Am Anfang war das B├╝rgerforum

Von Carola Wagner

B├╝rgerbeteiligung lautete das Schlagwort, unter dem wir vergangenen Samstag ├╝ber verschiedene Initiativen berichtet haben. Leider sind dem Autor des Textes dabei gravierende Fehler unterlaufen. Wir wollen an dieser Stelle erkl├Ąren, wie aktive, streitbare B├╝rger in Herten fr├╝her agierten und sich auch heute einbringen. Gregor Spohr, langj├Ąhriger Redaktionsleiter der Hertener Allgemeinen, teilt daf├╝r seine Erinnerungen mit uns.

Durch das B├╝rgerforum, die B├╝rgerinitiativen Halde und RZR oder Demonstrationen verschafften sich Teile der Hertener Bev├Âlkerung in der Vergangenheit Geh├Âr und setzten oft erfolgreich ihre W├╝nsche durch. Angefangen hatte alles mit dem Leserparlament, das auf Anregung unserer damaligen Verlegerin Annemie Bauer ins Leben gerufen wurde. Debattiert wurde dort ├╝ber spannende Themen, etwa aus dem Bereich der Stadtplanung. In jenem Leserparlament wurde die Idee zur Gr├╝ndung des Hertener B├╝rgerforums geboren. 1972 war es soweit. ├ťber 200 Hertener machten mit. Dass Menschen wie Du und ich das Wort ergriffen, war damals neu. Entscheidungstr├Ąger aus dem Rathaus und den Parteien witterten zun├Ąchst eine Art au├čerparlamentarischer Opposition.

Einer der Initiatoren war Wilhelm Neurohr. Der Spross einer Hertener Bergarbeiterfamilie, der sich selbst als lebenslangen K├Ąmpfer f├╝r Demokratie und Mitbestimmung bezeichnet, attestierte dem Gremium 1993 in einem Artikel im Vestischen Kalender, dass es dem Zeitgeist weit voraus gewesen sei. Eine Protestbewegung war es nicht. Vielmehr hegten die Akteure den Wunsch, Entscheidungsprozesse in der Stadt transparenter zu machen.

Das B├╝rgerparlament war eine interessante, gro├če Bewegung ÔÇô eine bunte Mischung aus allen Teilen der Bev├Âlkerung: Arbeiter und ├ärzte, Pfarrer, Architekten … Sie machten sich schlau durch Vortr├Ąge von Professoren und anderen Experten. Es gab Aktionen wie das Pflanzen der Platanen in der Fu├čg├Ąngerzone. Bei der Neugestaltung des Bramh├╝gels erreichten die B├╝rger, dass der Bereich des ehemaligen H├╝gels als Vorplatz erhalten blieb.

Protest aus Angst vor Giftstoffen

B├╝rgerinitiativen gab es in Herten erst mit den Erweiterungsabsichten f├╝r das RZR und den Planungen f├╝r die Halde Hoheward. Als den Menschen klar wurde, dass der Name ÔÇ×Rohstoffr├╝ckgewinnungszentrumÔÇť nur eine sch├Âne Umschreibung f├╝r die M├╝llverbrennungsanlage im Hertener S├╝den war, protestierten sie. Die Angst vor Giftstoffen war gro├č.

Noch mehr Menschen gingen 1996 auf die Barrikaden, weil im Schlosspark eine forensische Klinik f├╝r psychisch kranke Straft├Ąter gebaut werden sollte. Es formierte sich eine Bewegung aus B├╝rgern und Politikern. Sie wollten nicht, dass die T├Ąter ausgerechnet in dem Naherholungsgebiet nahe der psychiatrischen LWL-Klinik leben, wo u.a. Vergewaltigungsopfer therapiert wurden. Die Proteste waren von Erfolg gekr├Ânt, die Landesregierung kippte die Planung. Gebaut wurde die Forensik Jahre sp├Ąter in Wanne-Eickel.

Mit frischen Ideen geht das 2015 gegr├╝ndete ÔÇ×Gemeinn├╝tzige Institut f├╝r Wissenschaft, politische Bildung und gesellschaftliche Praxis NRW e.V.ÔÇť (iWiPo) das Thema B├╝rgerbeteiligung an. Das Institut, dem auch Wilhelm Neurohr angeh├Ârt, w├╝nscht sich ein B├╝rgerparlament: Jedes Jahr sollen zehn Prozent aller wahlberechtigten Hertener per Zufall aus dem Einwohnermelderegister gezogen und zum Mitmachen eingeladen werden. Diese rund 4500 Hertener w├╝rden ├╝ber Vorhaben, Antr├Ąge und Projekte von Politik, Stadtverwaltung, Vereinen etc. mitentscheiden. ÔÇ×Abgestimmt werden kann digital, etwa per SmartphoneÔÇť, sagt Pan Pawlakudis vom iWiPo-Vorstand. ÔÇ×So h├Ątte etwa die Meinung der B├╝rger zum Kreishaus-Neubau sekundenschnell abgefragt werden k├Ânnen.ÔÇť

Dass B├╝rger mitmachen, hat in Herten also Tradition. Erw├Ąhnt sei noch die ÔÇ×MitmachstadtÔÇť, die Ex-B├╝rgermeister Dr. Uli Paetzel ausgerufen hatte. Die Verwaltung lie├č Themen wie M├╝llgeb├╝hren oder Stra├čenstrich ├Âffentlich diskutieren. Unter B├╝rgermeister Fred Toplak findet das Mitmachen vor allem im Internet-Netzwerk ÔÇ×FacebookÔÇť statt. Ein Teil der Hertener diskutiert dort leidenschaftlich. Au├čen vor bleiben freilich all jene, die nicht bei ÔÇ×FacebookÔÇť aktiv sind.

ÔÇ×iWiPoÔÇť-Brosch├╝re zum B├╝rgerparlament: https://tinyurl.com/buergerparlament

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