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Gründlich daneben gegangen
Das Affentheater, das letzte Woche im „RZR“ inszeniert wurde,
hinterlässt einen üblen Geschmack. Eigentlich ging es darum, den
Menschen in Herten und Umgebung zu demonstrieren, wie „sicher“ mit den
neapolitanischen Abfällen umgegangen wird. Herausgekommen ist ja wohl
genau das Gegenteil. Da sollen deutsche Behörden den Verladungsvorgang
in Italien überwachen, die Ladung in Österreich nochmals kontrolliert
werden (laut Bezirksregierung) und dann findet man in Köln radioaktives
Material. Laut (abermals) Bezirksregierung kam der Abfall, der ins „RZR“
ging, aber gar nicht aus Köln, sondern aus Leverkusen.
Mit großem Buhei wird der Abfall dann im „RZR“ in Empfang genommen und
dem staunenden Leser präsentiert, dass die letzte „Sichtung“ durch die
Müllwerker eben nur „sauberen“ Abfall ergeben hatte. Gefoppt fühlen
müssten sich zuerst die Journalisten, die für diese Demonstration
instrumentalisiert wurden. Die Serie von Pannen, die mit dem ersten
neapolitanischen Abfall verbunden waren, können die Bürger nicht
ernsthaft beruhigen. Trotz angeblich mehrerer Kontrollen gelangte
radioaktives Material bis nach Köln. Vermutlich wurde dieser Abfall auch
nur deshalb gefunden, weil man für die erste Abfallladung aus Italien
nach NRW unter Beweisdruck stand, dass mit dem Abfall alles in Ordnung
sei.
Die Medienaufmerksamkeit weicht demnächst wieder dem normalen
Müllalltag. Dann findet man auch nichts mehr, weil ja ohnehin niemand
mehr guckt. Die Aktion sollte die Menschen der Region beruhigen – nur
wer ist das nach genau diesen Ereignissen? Ich habe Umweltminister
Uhlenberg aufgefordert, alle Genehmigungen zurück zu nehmen. In Herten
hat er sich beim australischen Giftmüll viele Sympathien erworben, umso
gespannter schauen die Hertener nun wieder nach Düsseldorf.
Hans-Heinrich Holland
SV-Sprecher Die Linke.Herten
Neapelmüll: Stadtspiegel v. 9. Juli 2008
Ohnmächtige Wut
Zum Thema Müllgeschäfte mit Neapel (Stadtspiegel vom 2. Juli) schreibt
Ursel Heinz, Pfarrerin i.R., Langenbochumer Straße 258a:
Wenn ich an das Geschäft mit dem Müll denke, habe ich nur noch ein
Gefühl ohnmächtiger Wut.
Die Müllverbrennungsanlagen wurden der Bevölkerung mal verkauft und
akzeptabel gemacht als die notwendige Methode, den eigenen Müll ortsnah
und ortsgebunden zu entsorgen - sozusagen der Anstand, den eigenen Dreck
hinter sich wegzuräumen.
Inzwischen sehe ich, dass diese Müllverbrennungsöfen in erster Linie als
Einnahmequelle fungieren und insofern ausgelastet werden müssen -egal,
welche Emissionen der Bevölkerung (entgegen allen früheren Statements)
zugemutet werden.
In eine Regierung, die nicht den Schutz der Bevölkerung zu ihrer
Priorität macht, schwindet mein Vertrauen.
„Geld ist alles"
Zum gleichen Thema sagt B. Steuk aus Herten (per Email):
Toll, dass wir nun den „Hausmüll" aus Neapel statt „Industriemüll" aus
Australien verbrennen! Bringt doch Geld in die „Kasse", auch in die der
Politiker. Warum sollten diese also „Nein" sagen. Geld ist doch alles.
Hat schon einmal jemand gefragt, was so alles im italienischen Hausmüll
entsorgt wird? Vielleicht auch giftige Substanzen? Überprüft wird dieses
ja wohl, wie üblich, nur oberflächlich.
Sind die Filter der Anlage wirklich ausreichend? Wenn beim Rauchen kein
Filter ausreicht, warum dann bei einer Verbrennungsanlage? Wieso ist es
nicht möglich, in Italien oder auch Australien eine Verbrennungsanlage
zu bauen? Weil vielleicht diese Bürger dann den „Mist" einatmen müssen?
Oder sind diese Länder beziehungsweise Kontinente nicht fähig eine
solche zu bauen?
Wir sind doch gerne bereit, auch dort zu helfen! Oder nicht? Gibt doch
neue Arbeitsplätze und die deutsche Technologie wird auch bekannt
bezüglich ihrer Wertarbeit.
Hat eigentlich auch schon irgendjemand daran gedacht, was für eine
Umweltbelastung dieses wieder heraufbeschwört? Ich persönlich bin
dagegen!
Stadtwerke bringen Fernwärme ganz nah
Stadtwerke bringen Fernwärme ganz nah - heißer Tipp für
Kurzentschlossene: Wer sich bis zum 31. März 2008 bei einer
Heizungsanlagenumstellung für einen Fernwärmeanschluss bei den
Stadtwerken entscheidet, bekommt diesen zum halben Preis.
Aber warum kommt die Fernwärme nur nah und nicht ins Haus?
Viel Lärm um nichts. Fernwärme als Sekundärenergie – Abfallprodukt der
Stromgewinnung zu nutzen ist sicherlich die sinnvollste Art unsere
Umwelt zu schützen. Insofern kann man nur begeistert von der Idee der
Stadtwerke sein. Also nichts wie einen Antrag gestellt, Termin mit dem
Verantwortlichen vor Ort, der dem Projekt auch für unser Gebäude
durchaus als sinnvoll ansah. Technisch kein Problem, da der nächste
Anschluss im Hause Schützenstraße 86 vorliegt. Also in Erwartung, dass
die kurze Strecke unter der Nimrodstraße zum Haus Schützenstraße 84
seinen Weg findet, kam dann nach mehreren Rückfragen die Ernüchterung.
Stadtwerke: Leider genehmigt die Besitzerin des Hauses 86 nicht die
Verlegung durch Ihren Vorgarten? Na ja, heute nochmals nachgehakt, eine
neue glaubwürdigere Variante der Ausrede:
"Da ja in unserem Haus ein Gasanschluss vorhanden ist, wäre ein in
Konkurrenz stehender Fernwärmeanschluss nicht im Sinne der Stadtwerke."
Finanzielle Vorteile eines städtischen Eigenbetriebes vor Umweltschutz –
oder Umweltschutz nur dann wenn die Stadtwerke „Kasse“ machen kann? Ist
das „Leistung voller Leben“? Wohl kaum. Will man also ökologisch Wärme
beziehen bleibt ergo nur der Wechsel zu einem anderen Anbieter, um dann
ggf. zurück zu den heimischen Stadtwerken auf Fernwärme zu wechseln?
Mein lieber Aufsichtsrat, vielleicht arbeiten Sie doch einmal für uns
Bürger und nicht in erster Linie für die Stadtwerke – das geht sogar vor
Ort, dafür brauchen Sie noch nicht einmal nach Borkum Ihre Sitzung
verlegen, um mit unseren Gebührengelder sich die Vorzüge von Windparks
anzusehen. Das jedenfalls können Sie im Internet oder Hoppebruchhalde
viel billiger. Ach da bleibt noch die Frage, ob der Hertenfonds für
Bürger, die sich diesen noch leisten können, mit den Gebühren aller auch
bedürftigen Bürger aus Herten quersubventioniert wird?
Joachim Jürgens, 15.Juni 2008
Infos:
http://www.erdgas-wechseln.de/
Der Wechsel des Gas-Anbieters geht denkbar einfach!
Sie sollten zur Anmeldung lediglich die Daten Ihrer letzten
Gas-Abrechnung oder die Ihres Gaszählers bereithalten. Mehr ist nicht
notwendig! Denn Rest erledigen wir bzw. unser Partner für Sie.
Sobald uns Ihr Wechselauftrag vorliegt, kündigt unser Anbieter für Sie
Ihren bisherigen Versorger. Die Gasversorgung läuft während der
Umstellung selbstverständlich ohne Unterbrechung weiter!
Es ändert sich nichts - der Zähler bleibt dergleiche und auch an der
Zählerstanderhebung ändert sich nichts!
Tipp: Nutzen Sie Ihr Sonderkündigungsrecht
Bei Preiserhöhungen aber auch bei Preissenkungen können Sie
grundsätzlich von Ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen. In diesem
Fall gilt für Sie automatisch der allgemeine Versorgungstarif Ihres
bisherigen Gas-Versorgers, der mit einer Frist von einem Monat kündbar
ist. So haben Sie die Möglichkeit, sich am Markt zu informieren und
problemlos und kurzfristig zu wechseln.
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Standort variieren. Um Ihren E WIE EINFACH Strom & Gas GmbH Gaspreis zu
berechnen, nutzen Sie bitte folgenden Rechner:
http://www.gastarife-online.de/
Der Arbeitspreis ist immer 2 Cent/Kubikmeter (brutto) günstiger als der
des Allgemeinen Preises (Referenzpreis:Grundpreistarif III - Raumwärme:
6,41 Cent/kWh Arbeitspreis und 0,00 Euro/Monat Grundpreis. Preise gültig
seit 01.05.2008) Ihres örtlichen Versorgers. Für Ihre Angaben gilt
Hertener Stadtwerke GmbH als Referenzanbieter. In jedem Fall garantiert
E WIE EINFACH eine Ersparnis von 0,24 Cent/kWh. Der vertraglich
vereinbarte Arbeitspreis wird nicht überschritten und gilt für ein Jahr
ab Lieferbeginn. Für die Berechnung Ihres E WIE EINFACH - Gaspreises
wurde eine feste Anschlußleistung von 47 kW zugrunde gelegt.
Leserbriefe zum Neapel - Müll Stadtspiegel 30.4.08
mehr
Unser Lebensumfeld ist mit
Giftverursachern zugepflastert
— Von: Heinz Jürgen Radtke, Recklinghausen
— Betr.: Umweltsituation im Raum Recklinghausen, Herten, Herne
— Zeitungshaus Bauer, vom 25. April
Wenn andere Leute ihre Tageszeitungen
lesen, tun sie das hauptsächlich aus Interesse an neuen Informationen. Ich lese die Zeitung auch
aus Sorge um die Zukunft
dieser Region, in der weitere
Lebensqualitätsvernichtungsmaßnahmen zu befürchten sind.
Mein halbes Leben habe ich
mich krumm legen müssen, um als
Altersvorsorge zu einem bescheidenen Wohneigentum zu kommen. Nun
muss ich leider feststellen,
dass mein Lebensumfeld stückweise zu
einer Entsorgungshochburg für Giftemittenten (Verursachern)
verkommen ist. Wenn ich z.B. von der
Hohewardhalde herunter schaue, sehe ich
ein verheerendes Bild. Eine
Region, die mit Giftemittenten zugepflastert
ist
1. Die vorhandene
Umweltsituation
Im Umkreis von ca. drei Kilometern
um meinen Standort befinden sich:
Die Mülldeponie Emscherbruch Gelsenkirchen,
die Müllverbrennungsanlage RZR
- deren Verbrennungskapazität demnächst verdoppelt werden
soll -in Herten, die Altölverbrennungsanlage in
Herne, das Steag-Kraftwerk in
Herne, das künftig um einen
Block erweitert werden soll, die Entsorgungsfirma
Buchen in Herne, die Kraftwerkskohlhalden in Herne,
die Entsorgungsfirma Remondis
in Hochlarmark, die Kohleaufbereitungsanlage Julia in Hochlarmark, die
Autobahnen A2 und A43 und die
Firma Gammatest in Hochlarmark, bei
der bei einem Großbrand im Oktober 2004 erhöhte Strahlenwerte
gemessen wurden. Reicht das noch nicht? Ständig kommen weitere
Schreckensmeldungen hinzu: zum
Beispiel 27. März „Italiens
Müll rollt jetzt auch ins
RZR", oder 2. April „Neues
Ungemach für Hochlarmark/Die Kohleaufbereitung Julia will
mineralische Abfälle entsorgen"
2. Die Umweltgerechtigkeit
Nach dem Verursacherprinzip und
wegen der Umweltgerechtigkeit muss der Müll dort entsorgt werden,
wo er entsteht. Die Hochlarmarker Müllhochburg entstand, weil wenig
Gegenwehr vorhanden war. In dieser
strukturschwachen Region mit hoher
Arbeitslosigkeit, wo die ärmere
Bevölkerung um ihr wirtschaftliches Überleben bangt
und wo sie von der Politik im Stich
gelassen wird, sollen die Menschen die ökologischen Belastungen
ertragen. Diese Umweltbelastungen schaden nachweislich besonders der
Gesundheit der Anwohner. Die einzuhaltenden Grenzwerte sind politische,
nicht wissenschaftlich anerkannte
Werte. Auch wenn die Schadstoffemissionen durch Grenzwerte
reduziert werden, so wird die
Gesamtbelastung einer Region durch das Hinzufügen weiterer
Emittenten stets größer.
3. Lösungsmöglichkeiten
Um gesundheitliche Gefahren von der Wohnbevölkerung abzuwenden, soll
ein Luftreinhalteplan für
Hochlarmark bestehen, zu dem massive Sanierungsmaßnahmen vorgesehen
sind. Dazu sollen die bereits
in der Umwelt befindlichen Immissionswerte festgestellt
werden. Danach soll ein Verbot zur Ansiedlung weiterer
Emittenten sowie ein Baustopp zur
Erweiterung bereits bestehender in dieser Region
erfolgen. Der Ausbau des
Fernwärmenetzes ist dringend erforderlich. Die bestehenden
Großemittenten sollen zu emissionsmindernden Maßnahmen gezwungen
werden. Die Entsorgung giftiger
bzw. gefährlicher Abfälle muss grundsätzlich erschwert werden,
damit Produktionsverfahren entwickelt
bzw. angewendet werden, bei denen keine gefährlichen Abfälle
entstehen. Auch die Lärmemission
soll reduziert werden, um ein menschenwürdiges Leben führen zu
können.
4. Die Finanzierung
Der Obelisk und das Horizontobservatorium können mich nicht blenden und
auch nicht über die gefährliche Umweltsituation hinwegtäuschen. Die hier
nutzlos verbratenen Millionenbeträge wären zur örtlichen Umweltsanierung
besser angelegt.
NEAPEL-MÜLL 28.03.08
J. Jürgens, Pro-Herten – Schützenstraße 84
H. Rohmann, ehem. Ratsherr – Friedrichstraße 26a
„Für uns bedeutet der Müll pures Gold“, zitieren italienische Zeitungen
Aussagen jener Clanchefs, die mit der ungeregelten Wegschaffung des
Mülls weiterhin Milliarden verdienen. Fragt sich, ob die geregelte
Verbringung des ausländischen Mülls in unseren Verbrennungsanlagen nicht
ebenfalls pures Gold ist?
Der Knackpunkt ist nicht der Müll aus Australien oder Neapel. Hier sind
durch politischen Willen Überkapazitäten von MVAs
(Müllverbrennungsanlagen) genehmigt worden. Würde die Müllentsorgung in
unserem Land als Notwendigkeit angesehen und nicht als gewinnbringendes
Geschäft , hätten wir diese undurchsichtigen Geschäftspraktiken der MVA
- Betreiber nicht zu ertragen.
Und dieses ist ein Teufelskreis. Wir haben durch den Größenwahn
politisch Verantwortlicher nun Überkapazitäten in unserem Land. Die MVAs
fahren wegen Nichtauslastung in die roten Zahlen und brauchen dringend
Müll. So wird gegenseitig nun um Müll gebuhlt und deren Leistungen zu
Dumpingpreisen angeboten. Dass berechtigter Bürgerzorn durch die
wirklich nicht ungefährlichen Anlagen erzeugt wird, begegnet man
dubioser weise dann dadurch, dass der Strom, der in den MVAs erzeugt
wird als Ökostrom zu bezeichnen ist. Müll ist nachwachender Rohstoff?
So jedenfalls der O-Ton Westpol des Gerhard Hansmann, Stadtwerke
Düsseldorf: "Da mehr als die Hälfte des Mülls nachwachsend sind,
Co2-neutral und auf der anderen Seite Öl und Gas gespart werden, tun wir
was für´s Klima." (Westpole ZDF)
Müll als Handelsgut, Müll als „nachwachsenden Rohstoff“? Es wurden
Umweltzonen eingerichtet, wobei jedoch LKW-trächtige Bereiche ausgespart
werden? Eine einst zu 60% ausgelastete Industriemüllverbrennung im RZR
nun um 100% vergrößert wird?
Solange wir Bürger durch lobbygesteuerte Marionetten für dumm verkauft
werden, wird uns auch wohl weiter weißgemacht, dass aus den Kaminen z.B.
des RZR, die Luft, die unten hineingeht, schlechter ist als die, die
oben herauskommt
Lieber Betriebsrat des RZR, sie haben viele Bürger in der australischen
Giftmüll Diskussion pauschal damit beschuldigt, wir würden sie mit
Drogendealer vergleichen. Nun kommt von Ihnen leider kein Aufschrei,
dass Sie sich mit Müllproblemen beschäftigen müssen, die durch Mafioso -
Strukturen erzeugt wurden. Auch weiß offensichtlich in Ihrem Hause noch
nicht einmal die rechte Hand, was die linke tut. Wie erklärt man sonst
die Aussage Ihres Pressesprecher, der von zusätzlich 1 bis zwei LKWs/
Tag redet, ihr Geschäftsführer unserem Bürgermeister jedoch mitteilt ,
dass es sich um 10 bis 12 LKWs/Tag handelt?
Dazu, liebe AGR/AGR-Arbeitervertretung, würde eine Oma in Herten sagen,
wer einmal lügt dem glaubt man nicht und wenn er auch die Wahrheit
spricht!
Berichtigung:
Bezügl. der LKW-Ladungen ist mir (JJ) ein Fehler unterlaufen - Herr H.S.
sprach tatsächlich vom täglichen Verkehr (1-2 LKWs, Herr Freudenberg vom
wöchentlichen Verkehr (10-15LKWs) - (Sorry) bei 2 LKWs sind es bei 5
Tagen natürlich 10/Woche bei einem entsprechend 5 Lkws/Woche - mein
Fehler.... J.Jürgens
Kritische Stimmen zum Müllimport - Quelle Hertener Allgemeine v.
28.03.08
UBP-Fraktion und AUF Herten lehnen den Transport von Italien ins RZR ab
HERTEN, (sp) Die geplante Verbrennung von Hausmüll aus Italien im RZR
Herten (wir berichteten) stößt auf Kritik.
„Wir fühlen uns an die Diskussion rund um den Giftmülltransport aus
Australien nach Herten erinnert und sind verwundert, wie man erneut
versucht, Müll aus dem Ausland in Herten zu verbrennen", schreibt UBP-
Fraktionsvorsitzender Tobias Koller in einer Stellungnahme. Es sei
suspekt, wenn Müll über 1500 km mit der Bahn und dem Lkw nach Herten
transportiert werde, weil man in einem hoch industrialisiertem Land wie
Italien nicht selbst für die Müllentsorgung garantieren könne.
„Das Image der Stadt Herten hat im letzten Jahr im Zusammenhang mit dem
Giftmüllskandal schon erheblich gelitten. Unsere Stadt ist mittlerweile
in ganz Deutschland als Müllstandort bekannt. Anstatt die schönen Dinge
unserer Stadt zu vermarkten, wird durch eine solche parteipolitisch
legitimierte Politik der Ruf der Stadt weiter ruiniert. Die
verantwortlichen Politiker in den Aufsichtsgremien der AGR sind
aufgerufen, diesen Deal auf dem Rücken der Gesellschaft zu stoppen."
Auf der einen Seite versuche man, junge Familien für Herten zu gewinnen,
auf der anderen Seite werde der Ruf der Stadt ruiniert.
Auch das Kommunalwahlbündnis „Auf Herten" reagiert auf die Nachricht,
die Hertens Bürgermeister Dr. Uli Paetzel nach einem Telefonat mit
AGR-Chef Dietrich Freudenberger den Kommunalpolitikern zukommen ließ,
mit Kritik. Der Müllimport aus Italien müsse konsequent abgelehnt
werden. „Nach dem geplatzten Giftmüll-Deal aus Australien sucht die AGR
wohl händeringend nach neuen Auslastungsmöglichkeiten und guten
Geschäften auf Kosten der Umwelt und der Gesundheit der Hertener
Bevölkerung. Hinzu kommt die weitere Belastung durch die Zunahme des
Lkw-Verkehrs von bis zu 15 zusätzlichen Lkw in der Woche", erklärt
Hannes Stockert, einer der Vorstandssprecher von AUF Herten, in einer
Stellungnahme.
AUF-Stadträtin Sabine Leopold: „Der Blick muss mehr denn je auf
alternative und umweltschonende Wiederverwertungstechniken und eine
wirkliche Kreislaufwirtschaft gerichtet werden - auch im Interesse der
Zukunft unserer Kinder."
Walter Jeworutzki sen., Recklinghausen Stauffenbergstr.
10 16.12.2007
Stellungnahme zu den Berichten „Hertener Allgemeine“ und „RZ“ vom
13.12.2007:
„Kraut und Rüben – aber genehmigt“ und „Kein Öko-Skandal an der Emscher“
mit der Bitte um eine zeitnahe Veröffentlichung.
Als kundiger Bürger, der seit Anfang 1990 mit einigen Umwelt-Skandalen
in unserem Umfeld befasst war, hat mich die übereilt abgegebene
Erklärung der zuständigen Aufsichtsbehörden „dass die Betriebe den
Genehmigungen entsprechend arbeiten und alle Auflagen einhalten“
keineswegs überrascht: Denn wenn die „Aufsichtsbehörde“ die aufgezeigten
Missstände bemängeln würde und abstellen müsste, wäre das gleichzeitig
ein Schuldeingeständnis dass sie über lange Jahre ihre gesetzlichen
Überwachungspflichten gar nicht erst wahrgenommen hat! Hier zeichnen
sich deutliche Parallelen zum „DEUMU Skandal“ in Recklinghausen ab.
Auch damals testierte die Behörden-Phalanx der „DEUMU“ beharrlich eine
rechtsgültige Genehmigung sowie vorschriftsmäßige Betriebsabläufe und
wurde dabei von der Mehrheitspolitik unterstützt. Erst als ich nach
langwierigen Aktenstudien die fehlende ordentliche Genehmigung und zudem
die jahrelange illegale Entsorgung von einigen hunderttausend Tonnen
Sonderabfall auf den Hausmüllbereich der Zentraldeponie-Resse nachweisen
konnte, machte sich die „DEUMU“ schnellstens vom „Acker“ und hinterließ
der Öffentlichkeit eine hochbelastete Fläche.
In Herten-Süd ist angesichts des Zustands der vorschriftswidrig
unversiegelten Betriebsflächen von „BAV“ und „CS Additive“, auf denen
unterschiedliche „Ersatzbrennstoffe“ vermischt werden die mehr oder
minder Schadstoffbelastet sind, ähnliches zu befürchten.
Eine neue Erfahrung ist, das nun auch noch ein Kreis-Pressesprecher –
der sicher kaum mit hinreichender Sachkunde gesegnet ist – den Firmen
bescheinigt, „dass keine umweltgefährdenden Stoffe auf dem Gelände
lagern“. Hier wird noch zu hinterfragen sein, was die vor Ort gewesenen
Behördenvertreter über den so verharmlosend genannten „Petrolkoks“
wissen: Schlammrückstände die in den Erdöl-Raffinerien anfallen und
extrem mit Schadstoffen belastet sind! Grundsätzlich hätte die
„Aufsichtführende Behörde“ zunächst die Pflicht, sich die
Unbedenklichkeit der Stoffe durch entsprechende Probeanalysen nachweisen
zu lassen. Zur „Entwarnung“ gibt es noch nicht den geringsten Anlass.
Es bleibt also abzuwarten, was noch die Betriebsakten der zuständigen
Behörden offenbaren, die ich gemeinsam mit „Pro-Herten“ und den „Grünen“
einsehen werde.
Walter Jeworutzki
Tobias Köller
Kerkhofskamp 2 d
45699 Herten
Hertener-Allgemeine-Zeitung
Lokalredaktion
haredaktion(at)zb-marl.de
Fax: 02366-100040
Herten, 16.12.2007
Leserbrief/Stellungnahme
Die Diskussion um „mögliche“ Umweltverschmutzungen im Industriegebiet
Emscherbruch hat in der Hertener Allgemeinen in den letzten Tagen eine
breite Diskussion ausgelöst. Neben den Sachfragen, die sicherlich aus
Umweltschutzgründen im Vordergrund stehen sollten, gibt es aber auch
finanzpolitische Fragen, die dringend geklärt bzw. aufgeklärt werden
müssen.
Der Rat der Stadt Herten hat im Jahr 2005 gegen die Stimmen der
UBP-Fraktion städtische Gelder in Höhe von 51.132 € bewilligt (zzgl.
Zuschuss vom Land NRW i.H. von 204.525 €). Für Bodenuntersuchungen zur
Erweiterung des Last Mile Logistik Zentrums wurden also Steuergelder
i.H. von 255. 657 € bewilligt, um die in die Diskussion geratene Fläche,
auf mögliche Altlasten zu untersuchen. Ich halte diesen Umgang mit
Steuergeldern von Seiten der Mehrheit des Hertener Rates für eine
unglaubliche Frechheit, da ich der Auffassung bin, dass Altlasten auch
von den Firmen auf deren Kosten wieder entsorgt werden sollten, zumal es
sich bei den Eigentümern der Fläche um börsennotierte
Aktiengesellschaften handelt.
Die Ergebnisse sollten bereits Mitte 2007 vorliegen, doch der Herr
Bürgermeister schweigt sich zu diesem Sachverhalt erneut aus und hat bis
heute keine Ergebnisse weitergeleitet. Ich halte es für wichtig, dass
sich die Informationspolitik des Bürgermeisters gegenüber der Politik
und den Menschen vor Ort dringend verbessern muss und Klarheit herrscht,
welche Gelder für welche Ergebnisse ausgegeben wurden.
Mit freundlichen Grüßen
Tobias Köller
Vorsitzender der UBP-Herten
Was haben der Nikolaus in Herten
und die englische Königin gemeinsam?
Das ist doch klar: beide feiern ihren Geburtstag wann sie wollen! Die
englische Königin hat am 21. April Geburtstag; ihre Geburtstagsfeier
findet aber erst im Juni statt, weil dann normalerweise das Wetter
besser ist als im April. Der Gedenktag des Nikolaus ist bekannterweise
der 6. Dezember; in Herten wird er aber schon am 2. Dezember gefeiert,
weil da gerade Nikolausmarkt und verkaufsoffener Sonntag sind.
In den letzten Jahren beobachte ich verstärkt, dass diese Gedenktage auf
solche Termine gelegt werden, die den entsprechenden kommerziellen
Interessen am Besten entsprechen. Diese Beliebigkeit kann nicht richtig
sein. Ein kleiner unvollständiger Überblick der Nikolausumzüge im Kreis
Recklinghausen zeigt die ganze Kuriosität: Der Nikolaus kommt nach Hüls
am 1. Dezember, nach Herten am 2. Dezember, in Recklinghausen ist er am
5. Dezember, in Haltern am 6. Dezember und in Schwingmühle macht er am
9. Dezember den Abschluss. Andere Städte bieten mit Sicherheit noch
andere Termine an. Sage doch bitte einer mal unseren Kindern, wann sie
denn nun ihre Stiefel vor die Tür stellen sollen!
Ich weiß um die Schwierigkeiten unserer Werbegemeinschaft „Lebendiges
Herten“. Sie findet kaum Händler, die bereit sind, in unsere Stadt zu
kommen, weil woanders mehr Geld zu verdienen ist. Sie müssen mit einem
so genannten „Highlight“ gelockt werden. Das ist der Nikolausumzug, der
mehrere hundert Menschen in die Innenstadt zieht. Nur dann lohnt sich
auch der verkaufsoffene Sonntag, zumal in Recklinghausen ebenfalls am
gleichen Tag ein verkaufsoffener Sonntag stattfindet. Der wirkliche
Termin spielt dann keine Rolle mehr.
Man kann dieses System auch noch ausbauen:
Mit Rücksicht auf die gebeutelten Liftbesitzer im Sauerland sollten wir
demnächst aus den Weihnachtstagen bewegliche Feiertage machen.
Weihnachten ist abhängig von der entsprechenden Schneelage in den
Mittelgebirgen, damit viele Menschen weiße Weihnachten auf Ski und
Schlitten feiern können.
Ostern müsste geteilt werden: für die Schneefans soll der Termin früher
liegen, für die Frühlingfans später; Pfingsten könnte vielleicht so
bleiben und zur Freude unserer Gärtner müsste der Totensonntag mehrmals
im Jahr begangen werden. Ich denke da an Situationen wie
Kriegsausbrüche, zusammengeschossene Demonstranten in den Diktaturen
unserer Welt, große Grubenunglücke in China und den Ländern der
ehemaligen Sowjetunion usw., usw.
Eine Forderung habe ich noch ganz persönlich: Nach meinen letzten
Erfahrungen im Sommerurlaub plädiere ich vehement dafür, dass die
Sommerferien demnächst von den Wassertemperaturen der Nord- und Ostsee
abhängen.
Eine Adventszeit mit möglichst vielen Nikolausumzügen wünscht
Ulrich Gallwitz
Ev.Pfarrer - Johanneskirche Herten
Veröffentlicht unter:
http://www.ngz-online.de/public/comments/index/regional/dormagen/nachrichten/397356
Autor: B. Nussbaum; Dormagen, (Anschrift Pro-Herten bekannt)
Datum: 18.01.07 18:
Giftmüllverbrennung
Umweltgerecht heißt nicht gleich ''Null-Emission''. Es ist doch nur
logisch das sich die Bürger der betroffenen Städte sorgen darüber
machen, wenn sich eines der 12 giftigsten Stoffe in ihrem direkten
Lebensraum in die Luft geblasen werden soll.
Diese Chemikalie ist genauso wenig beherrschbar wie Atommüll wenn auch
die Latenzzeit in etwa ''nur'' 25 Jahren beträgt.
Es existiert derzeit noch keine Technologie auf Welt die diesen Stoff
emissonsfrei entsorgen kann.
Was mich am meisten stört, ist dass die Australier seit 30 Jahren
erfolgreich gegen eine Verbrennungsanlage protestieren weil sie selber
wissen wie gefährlich dieser Stoff ist. Nun frage ich mich warum WIR das
akzeptieren sollen?
außerdem bin ich sehr wohl froh darüber das es Mitmenschen gibt die sich
kritisch mit Themen ganz gleich welcher Art auseinander setzen. Sonst
könnten Politik und Wirtschaft mit uns machen was sie wollten.
Die Profitgier der Betreiber der Verbrennungsanlagen darf nie und nimmer
vor unserer Gesundheit stehen.
Ich empfehle die hiesigen Suchmaschinen mal mit Schlagwörtern wie POP (Persisten
organic pollutants), Hexachlorbenzol, Dirty Dozen und Baseler sowie das
Stockholmer Abkommen zu füttern.
Informieren, Meinung bilden, agieren! Nicht immer nur zusehen und
Gleichgültigkeit walten lassen!
Autor: Gerd Trampler / Datum: 17.01.07 08:21
Giftmüllverbrennung
Warum regen sich NABU und andere auf? Heutzutage scheint es doch ein
Glücksfall zu sein, wenn Giftstoffe so entsorgt werden anstelle leisem
Verbuddelns! Der Entsorger hätte ggf. nichts dagegen, dass man sich
einmal schlau macht, wie so etwas von statten geht.
Leserbrief zum Artikel
„Giftmüll aus Australien landet jetzt im RZR“
Pfr. Bernhard Stahl
23.12.2006
Man muss sich schon verwundert die Augen reiben, was den Hertener
Bürgern da pünktlich zu Weihnachten zugemutet wird:
Giftmüll der hochgefährlichsten Sorte soll in Herten-Süd verbrannt
werden.
Hexachlorbenzol gehört zu den „dirty dozen“, dem dreckigen Dutzend der
bekannten zwölf organischen Giftstoffe, die durch die Stockholmer
Konvention 2001 international verboten sind. Davon sollen also 5.000
Tonnen (!) in Herten-Süd verbrannt werden! Ein Lehrstück zum Thema
„Folgen der globalisierten Wirtschaft“, das uns direkt vor Ort betrifft.
Der Verdacht regt sich: Da ist eine Menge Geld im Spiel.
Ernste Fragen müssen an das RZR, bzw. die AGR gestellt werden:
1. Sind die Sicherheitsstandards bei einem derart aufwendigen Transport
um den halben Globus wirklich gewährleistet?
2. Welche Rückstände sind bei der Verbrennung der Altlasten zu erwarten
und welche Gefahren gehen davon für Menschen und Natur hier in Herten
und in der Ferne aus?
Werden die 5000 Tonnen HCB hier in Herten wirklich restlos „geknackt“?
3. Für Herten als Stadt ergeben sich die Fragen: Was bedeutet eine
Entsorgungsmaßnahme von solchen Ausmaßen für das Image der Stadt? Werden
dadurch nicht die vielen Bemühungen auch Ehrenamtlicher um die
Aufbesserung des Standorts Herten (z.B. Stadtumbau West) in Frage
gestellt ?
4. Schließlich: Welche Signalwirkung geht von der geplanten Entsorgung
für die Zukunft aus oder anders gefragt, was wird da noch
kommen?!
Ich befürchte, diese Entsorgungsaktion der besonderen Art wird Herten in
der nächsten Zeit noch intensiv beschäftigen!
Pfr. Bernhard Stahl
Westerholter Str. 615
45699 Herten
Tel./Fax 02366 / 55627
e-mail: baldermann_stahl(at)web.de
zum Thema:
Giftmüll aus Australien landet jetzt im RZR
, 23.12.2006
Als Anlage zur Problemeinschätzung ein lesenswerter Link in Sachen
Mülltouristik „Abfalltourismus“: der
Ruhr-UNI-Bochum (Prof. Dr. Dieter Hecht)
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Leser
was kurz vor Weihnachten - zeitlich glänzend platziert - nicht ohne ein
gewisses "Geschmäckle" bezüglich der "Giftmüllverbrennung" seitens AGR
praktiziert wird, entbehrt jeglicher Feierlichkeit. Haben es die
Verantwortlichen nicht auch schon hervorragend verstanden, die RZR-
Erweiterung mit dem WM-Event zeitlich gut zu tarnen?
Fest steht, dass die EU die "Entsorgung" von giftigen Abfällen außerhalb
der EU-Grenzen verbietet! Zu oft fanden mafiöse afrikanische Fürsten
Geschmack an diesem dreckigen Geschäft. Wir finanzieren das RZR mit
vergleichsweise hohen Haus-Müllgebühren. Da das offensichtlich nicht
reicht, bedient sich meiner Meinung nach die AGR einiger Mittel, die
einem afrikanischen Kleinstaat in der Vergangenheit zu Ehre gereicht
hätte - nur sind diese Staaten mittlerweile schlauer geworden.
Ob das Verbrennen dieser Abfälle die Umwelt schädigt, mag ich derzeit
nicht zu beurteilen. Bewerten möchte ich jedoch den Tatbestand, dass -
nüchtern und ohne Schwarzmalerei festgestellt - die Auswirkungen eines
Störfalles katastrophale Folgen haben könnten. Bei der Verbrennung von
Hexachlorbenzol entsteht Dioxin (Sevesogift) in nicht unerheblicher
Menge. Freigesetzt würde das bedeuten, dass nicht nur das Freizeitgebiet
Halde für lange Zeit als verbotene Zone ausgewiesen werden müsste.
In welchem Schilda leben wir hier eigentlich. Ich höre schon die
Australier um den Erdball lachen und in Gedanken sehe ich die RVR-
Mächtigen das Gift-Geld zählen.
Na ja, vielleicht bekommt unsere Stadt die gewünschte Berühmtheit, die
sie sich so sehnlichst wünscht, eine Berühmtheit, wie sie „Siemens-
München“, „VW- Wolfsburg“, „Ackermann-City“ etc. auch schon erreicht
hat.
Aus China stammt übrigens folgendes treffende Zitat: „Am Tag ist die
Eule blind, bei Nacht die Krähe. Wen aber das Geld blendet, der ist
blind bei Tag und Nacht.
Joachim Jürgens
zum Thema:
Giftmüll aus Australien landet jetzt im RZR
UBP- Fraktion im Rat der Stadt Herten
Hertener Allgemeine
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WAZ-Herten
redaktion.herten(at)waz.de
Stadtspiegel
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Pro-Herten
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Herten, 22.12.2006
Pressemitteilung
UBP wehrt sich gegen das Image des Müllstandortes / „In Herten stinkt’
s!“
Der Strukturwandel in Herten geht aus Sicht der UBP in den letzten
Jahren in die falsche Richtung. Statt sich im Dienstleistungs- und im
Produktionsbereich überregional zu positionieren, wird die Stadt Herten
über die Grenzen hinaus künftig als Müllstandort Bekanntheit erlangen.
Nach dem Ausbau des RZR II, der von unserer Seite aufgrund der
Umweltrisiken abgelehnt wurde und den immer wieder auftretenden
Problemen im Zusammenhang mit der Biogasanlage in Bertlich kommt mit der
Giftmüllverbrennung von HCB -Abfällen ein dritter Schicksalsschlag auf
unsere Stadt zu.
„Wenn eine Stadt junge Familien gewinnen will und ein angeschlagenes
Image wieder aufpolieren will, sind derartige Entscheidungen, wie die
Verbrennung von hoch-giftigen Sondermüll, der von Australien nach Herten
transportiert wird kontraproduktiv.“
Wir fordern die Stadtspitze auf diesem Treiben ein Ende zu setzen. Es
zeigt sich, dass unsere Ablehnung zum Ausbau des RZR II genau der
richtige Weg gewesen wäre. Wir warnen ausdrücklich davor Herten zum
Müllstandort Deutschlands zu machen. Dies bedeutet für unsere Stadt
nicht nur ein gesundheitliches Risiko, sondern auch einen erheblicher
Imageverlust, der unsere Zukunftsfähigkeit als familienfreundliche Stadt
extrem gefährdet.
Mit freundlichen Grüßen
Tobias Köller
UBP- Vorsitzender
Zum Thema :
Effizienz des Rates
Konzern Stadt Herten
Stadtwerke in die Kritik einbeziehen
Unter der Überschrift „Teure
Marionetten" kritisiert die WAZ vom 16.12.2006 die
Arbeitsweise und die Effizienz des Hertener Stadtrates. Man könnte die
Hertener Stadtwerke GmbH in die Kritik einbeziehen. Diese GmbH gehört
zum Konzern Stadt Herten, ihr Geschäftsführer untersteht somit dem
Bürgermeister. Dieser vertritt die Stadt Herten aber sitzt auch in der
Gesellschafterversammlung der Stadtwerke und ist außerdem deren
Aufsichtsratsvorsitzender. Der Bürgermeister kontrolliert sich also
selbst. In der Tagespresse wird zunehmend bemängelt, dass in großen
Unternehmen häufig der Vorstandsvorsitzende nach dem Ende seiner
Amtszeit auf den Sessel des Aufsichtsratsvorsitzenden wechselt. Damit
ist, so wird argumentiert, eine echte Kontrolle des Vorstandes nicht
mehr gewährleistet.
Bei den Hertener Stadtwerken liegt der Fall krasser: Dieselbe Person ist
gleichzeitig in allen maßgeblichen Funktionen vertreten. Abgesehen davon
ist es fraglich, ob in diesem verhältnismäßig kleinen Betrieb 16
Aufsichtsratsmitglieder nötig sind, eine Anzahl, die man sonst etwa in
Großunternehmen mit zigtausend Beschäftigten vorfindet. Ferner: Müssen
jährlich sieben Aufsichtsratssitzungen sein? In Großunternehmen begnügt
man sich in der Regel mit vier.
21. Dezember
Dr. Bernard Prein
Sterzingerstraße 24
zum Thema: Bürgerfreundlichkeit
Dipl.-Ing. H. Steffe
Assessor des
Bergfachs
45701 Herten, den 18.12.2006
Elper Str. 76
'02366 / 42981
702366 / 183242
per Fax bzw. E-Mail an
HA – Lokalredaktion –
WAZ – Lokalredaktion –
Pro Herten
Leserbrief
Laubbeseitigung und Winterstreupflicht für ältere Mitbürger
Am 24. November 2006 habe ich alle im Rat der Stadt vertretenen
politischen Gruppierungen wegen der besonderen Probleme älterer
Mitbürger bei der Laubbeseitigung und der Winterstreupflicht wie folgt
angeschrieben:
„Es gibt in Herten immer mehr ältere Leute, die rein körperlich
nicht mehr in der Lage sind, den Bürgersteig vor ihrem Haus bzw. ihrer
Wohnung im Herbst vom Laub der (stadteigenen !) Bäume frei zu halten
oder in der kalten Jahreszeit ihrer Streupflicht auf dem (stadteigenen
!) Bürgersteig zu genügen. Oft fehlt ihnen auch das Geld, um einen
Unternehmer mit diesen Aufgaben zu beauftragen.
Ich, selbst 78, wurde von mehreren Personen auf diese Problematik
hin angesprochen und richte heute an Sie die Frage, ob Sie bereit wären,
sich im Rat dafür einzusetzen, den ZBH, evtl. unter Einsatz von
Ein-Euro-Arbeitskräften, mit diesen Aufgaben zu betrauen.
Ich bin mir darüber im Klaren, dass ein solcher zusätzlicher Dienst
am Älteren Bürger Geld kostet, was z. Z. an allen Ecken und Enden fehlt.
Ich könnte mir aber vorstellen, dass das gegen eine gewisse Zusatzgebühr
zu den Straßenreinigungskosten machbar wäre.“
Bis heute haben sich nur die UBP (Herr Köller) und die UWG (Herr Urban)
zu meinem Vorschlag geäußert und bekundet, dass sie sich für eine
Erörterung dieses Problems im Rat bzw. bei der Stadtverwaltung einsetzen
wollen.
Die großen Parteien SPD und CDU, das Bündnis 90/Die Grünen sowie die
Ratsmitglieder der FDP und AUF haben es nicht einmal für nötig erachtet,
auf mein Schreiben überhaupt zu antworten! Der überwiegenden Mehrzahl
unserer „Volksvertreter“ sind die Probleme der älteren Mitbürger
offenbar völlig gleichgültig. Ich hoffe und wünsche, dass die Wähler bei
der nächsten Kommunalwahl die richtigen Schlüsse aus einem solchen
Verhalten ziehen.
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