„Das könnte ein Trick sein”
BUND-Sprecherin Claudia Baitinger glaubt noch nicht daran, dass Evonik auf die Erweiterung des Kohlekraftwerks in Herne verzichtet. Die Ankündigung, den Bau des Kraftwerksblock 5 an der Stadtgrenze Recklinghausen/ Herne nicht weiter zu verfolgen, sieht BUND-Sprecherin Claudia Baitinger mit gemischten Gefühlen.
WAZ-Redakteurin Angelika Wölke sprach mit ihr.
Wie sieht der BUND im Kreisdie Pläne von Evonik, Herne 5 vorerst nicht zu bauen?
Claudia Baitinger: Wir gehen davon aus, dass das ein Trick sein könnte. Vielleicht läuft das ähnlich wie beim Genehmigungsverfahren für den Kraftwerksneubau. Damals wurde z.B. die Stadt Castrop-Rauxel nicht eingeladen. Man wollte die Einwenderzahlen gering halten. Und mit insgesamt 28 Einwender bei dem großen Projekt ist das der Bezirksregierung in Arnsberg und Evonik ja auch gelungen.
Wann würde der BUND Evonik glauben, dass sie in Herne keinen neuen Kraftwerksblock bauen wollen?
Baitinger: In dem Moment wenn Evonik die Genehmigung zurückgibt.
Was macht der BUND jetzt?
Baitinger: Wir werden die Klage gegen den Genehmigungsvorbescheid der Bezirksregierung vorbereiten und diese auch fristgerecht bis zum 21. Februar einreichen. Das Problem ist: Im Rahmen des Bürokratieabbaugesetzes wurde das Recht auf Widerspruch gestrichen. Wir können nicht abwarten. Wenn die Frist verstreicht und Evonik baut womöglich in einem Jahr, weil sie auf dem Weltmarkt eine Turbine zum Schnäppchenpreis kriegen, haben wir keine Chance mehr, gegen den Neubau vorzugehen.
DerWesten - 31.01.2008 http://www.derwesten.de/nachrichten/nachrichten/staedte/herne/2008/1/31/news-20114207/detail.html
Investitionen wären in den Sand gesetzt
Herne, 31.01.2008, Von Mirco Stodollick
Wird Block 5 in Baukau nicht gebaut, bleiben Stadtwerke auf Kosten sitzen
Dass Evonik Steag die Pläne für eine Erweiterung des Kraftwerks Baukau um Block 5 zunächst zurückstellt (wir berichteten), könnte trotz anderslautender Konzernmitteilung das Aus für das Projekt bedeuten. Jedenfalls rechnen Branchenkenner damit.
Der Geschäftsführer eines projektbeteiligten kommunalen Energieversorgers glaubt jedenfalls nicht mehr an den Bau des 750-Megawatt-Blocks. Angesichts der Explosion der Baukosten von kalkulierten 980 Mio auf unwirtschaftliche 1,6 Mrd. € sagt er: "Was soll sich an diesen Rahmenbedingungen groß ändern? Wenn Evonik Steag das Projekt weiterentwickeln will, müssen sie es auf die eigene Kappe nehmen." In der Branche vermuten manche, dass die großen Energiekonzerne mit Blick auf die nächste Bundestagswahl und eine mögliche Änderung der Atompolitik "Kohleprojekte bewusst sterben lassen".
Die Kostenexplosion beim Block 5 in Baukau dürfte für Evonik Steag jedoch entscheidend gewesen sein. Die 28 kommunalen Partner waren nervös geworden, hatten ihre vertraglich zugesicherte Beteiligung mitunter in Frage gestellt. Vor allem der Stadtwerke-Verbund "KEA Bayern", der eine 100-Megawatt-Scheibe beanspruchte, machte Evonik Steag laut WAZ-Informationen Druck, eine bessere Wirtschaftlichkeit zu präsentieren.
Am Mittwoch saß die Projektgesellschaft, bestehend aus kommunalen Partnern und Evonik Steag, zusammen. Der Betreiber zog die Reißleine und legte das Projekt nach offizieller Lesart zunächst aufs Eis. Die Möglichkeit, künftig doch einen kurzfristigen Baubeschluss zu fassen, werde man sich aber offen halten. Bei den kommunalen Partnern, die an den Planungskosten beteiligt sind, ist nun die Frage zu beantworten: Sollen wir weiteres Geld in ein unsicheres Projekt investieren?
KEA Bayern hat angekündigt, dass man ausstiegswillig ist, die Stadtwerke Münster ließen verlautbaren, ihre Beteiligung von 25 auf 15 Megawatt zu reduzieren. Von lokalem Interesse dürfte sein, wie sich der EWMR-Verbund der Stadtwerke Bochum, Herne und Witten zum Projekt stellt, bei dem er sich 70 Megawatt vertraglich gesichert hat. "Wir prüfen verschiedene Dinge, das Ausstiegsszenario ist eine Option, so Thomas Schönberg, Sprecher der federführenden Bochumer Stadtwerke.
Klar ist: Ein Ausstieg wird Gelder in den Sand setzen, die schon in den Planungsprozess geflossen sind. Das Herner EWMR-Aufsichtsratsmitglied Markus Schlüter (CDU) spricht von plusminus 250 000 €, "eher aber plus". Laut WAZ-Information könnten es beim sofortigen Ausstieg bis zu 500 000 € sein. Wird die Planung - wie von Evonik Steag angepeilt - unter Beteiligung der EWMR gar zum Ende gebracht, könnten es 2 Mio € sein.
Hernes Stadtwerke-Chef Ulrich Koch hält sich bedeckt, sagt aber: "Es ist schon einiges an Kosten entstanden. Für uns ist jetzt die Frage: Wer hat was zu übernehmen, wenn das Projekt nicht weitergeht?"
Quelle:Hertener Allgemeine WIRTSCHAFT Seite 17 , vom 31. Jan. 2008 „Für uns ist eine Beteiligung gestorben"
NRW-Stadtwerke verabschieden sich von dem geplanten Neubau des Evonik-Steinkohlekraftwerks in Herne
HERNE/HERTEN. (sp/ -ak) Zahlreiche Stadtwerke in Deutschland, darunter auch München und ein Verbund der NRW-Stadtwerke Herten, Kamen/Bergkamen, Hamm und Soest, hatten die Absicht, sich an den Kosten des Kohle-Kraftwerksblocks 5 in Herne zu beteiligen.
Die Stadtwerke Herten hatten die Finanzierung eines 10-Megawatt-Anteils am 800-Megawatt- Kraftwerk geplant. So sollte den Stadtwerke-Kunden günstiger Strom garantiert werden.
Bisher war man von Gesamtkosten für den Herner-Kraftwerksbau in Höhe von 0,9 Milliarden € ausgegangen. Jetzt erwarten die bislang Beteiligten Baukosten von mindestens 1,55 Milliarden €. Hertens Stadtwerke-Chef Gisbert Büttner im Gespräch mit unserer Zeitung: „Dadurch ist die Wirtschaftlichkeit nicht mehr gegeben. Für uns ist die geplante Beteiligung gestorben." Auch alle anderen Stadtwerke hätten sich von dem Plan verabschiedet. Büttner: „Wir orientieren uns jetzt anders." Möglich, dass jetzt ein in Krefeld angedachter Kraftwerksbau wieder aktuell wird. Kosten seien den Stadtwerken in der Planungsphase nicht entstanden. Die, so Büttner, trage Evonik Industries.
Ein erstes kommunales Gemeinschaftskraftwerk war im Oktober 2007 in Hamm ans Netz gegangen. Das Gas- und Dampfkraftwerk der Trianel-Gruppe, ein Zusammenschluss von 27 regionalen und kommunalen Energieversorgern aus Deutschland, Österreich und den Niederlanden, hat lediglich 600 Millionen € gekostet. Hier halten die Hertener Stadtwerke einen 10-Megawatt-Anteil. Büttner: „Das sichert unsere Unabhängigkeit."
Nach der bisherigen Planung sollten die Bauarbeiten für das Steinkohlekraftwerk in Herne im Sommer dieses Jahres beginnen. Der kommerzielle Betrieb war für den Herbst 2011 geplant. Der hochmoderne Steinkohle-Kraftwerksblock sollte auf dem Gelände des bestehenden Heizkraftwerks entstehen.
Mit dem Neubau, so hieß es im Oktober 2006, entstehe eines der modernsten Steinkohlekraftwerke €pas. „Das Projekt sichert auch den Kraftwerksstandort für die nächsten Jahrzehnte", so der damalige Steag-Vorstand Dr. Heinz Scholtholt. Für die neue Anlage in direkter Nähe zur Stadtgrenze Recklinghausen, wäre „aus technischen Gründen" ein 180 Meter hoher Kühlturm notwendig geworden.
Pressemitteilung von Donnerstag, 31. Januar 2008 Hertener Stadtwerke GmbH
Kraftwerks-Neubau in Herne geplatzt
Evonik legt den Bau des Steinkohlekraftwerksblocks Herne 5 auf Eis
Herne/Herten. Der Industriekonzern Evonik wird vorerst keinen neuen Kraftwerksblock in Herne bauen. Die Evonik STEAG GmbH, Essen, hatte im letzten Jahr bekannt gegeben, mit 28 kommunalen Energieversorgungsunternehmen, darunter auch die Hertener Stadtwerke, Vorverträge über Beteiligungen am neuen Steinkohle-Kraftwerksblock Herne 5 und langfristige Stromlieferungen geschlossen zu haben.
Der geplante hochmoderne Kraftwerksblock Herne 5 mit einem Investitionsvolumen von mehr als 800 Mio. € sollte auf dem Gelände des bestehenden Kraftwerks entstehen.
Seit einigen Wochen wurde jedoch zwischen den Partnern intensiv über die Wirtschaftlichkeit der Realisierung von Herne V diskutiert. Hintergrund dieser Diskussionen waren im Wesentlichen das erhöhte Preisniveau für den Bau von Kraftwerksanlagen sowie die von der EU-Kommission vorgeschlagene vollständige Versteigerung von CO2-Zertifikaten auch für Neuanlagen nach 2012. Die darin liegenden wirtschaftlichen Risiken gaben letztlich den Ausschlag seitens Evonik Steag, den Partnern mitzuteilen, dass man derzeit keinen Block 5 bauen werde.
Die Evonik STEAG GmbH ist aus dem früheren RAG Konzern hervorgegangen und ist der fünftgrößte deutsche Stromerzeuger. Ihr Kerngeschäft ist die Stromerzeugung in Steinkohlekraftwerken (acht Anlagen an Rhein/Ruhr und im Saarland; drei Anlagen im Ausland), Industriekraftwerken und in Anlagen zur dezentralen Energieversorgung. Die installierte elektrische Gesamtleistung national und international beträgt rund 9.000 Megawatt (MW). Im Jahre 2006 haben knapp 5.000 Mitarbeiter einen Umsatz von 2,73 Mrd. € Umsatz erwirtschaftet.
Mehr Infos unter www.hertener-stadtwerke.de
Evonik verschiebt Kraftwerksbau
Der Essener Konzern wollte mit kommunalen Energieversorgungsunternehmen in Herne einen neuen Kraftwerksblock bauen. Wegen Kostensteigerungen und politischer Unwägbarkeiten wurde das Vorhaben gestoppt
Herne. Gestern Nachmittag gab der Essener Energie-, Chemie- und Immobilienkonzern Evonik nur eine spärliche Mitteilung heraus, deren Inhalt aber viel Brisanz enthielt. Evonik verschiebe den Bau eines neuen Steinkohlekraftwerksblocks in Herne. Als Gründe wurden einmal die immer höheren Preise für den Bau von Kraftwerksanlagen genannt. Aber auch Planungen der EU-Kommission, ab 2013 sämtliche Verschmutzungsrechte nur noch gegen Bezahlung zu vergeben. Bei Evonik gibt man sich über die offizielle Mitteilung hinaus verschlossen. Christian Krüger dagegen sucht nach weiteren Erklärungen. Er ist Geschäftsführer der Kraftwerksbeteiligungsgesellschaft EHW (Energiehandelsgesellschaft West). "Wir hatten die Erwartung, in ein gutes und Erfolg versprechendes Projekt zu investieren", sagt er. Für die kommunalen Investoren, die Krüger vertritt, sei der Bau des Kraftwerks zu teuer geworden. Statt der ursprünglich kalkulierten 980 Millionen € hatte Evonik die Baukosten für den neuen Block fünf zuletzt mit 1,6 Milliarden € beziffert.
Krüger machte Evonik dahingehend einen Vorwurf, dass Kraftwerkskomponenten möglicherweise zu spät auf dem Weltmarkt geordert wurden. Die Baubranche boome, und die kleine Handvoll Hersteller weltweit könnten aufgrund der nicht vorhandenen Konkurrenz die Preise hochtreiben. Dem Vernehmen nach soll Evonik bislang noch keinen Vertrag mit einem Kraftwerks-Anlagenbauer abgeschlossen haben.
Bei den Hertener Stadtwerken gibt man sich trotz des Rückzugs zunächst gelassen. Der Hertener Versorger gehört zum Verbund der elf Stadtwerke starken EHW. Deren Geschäftsführer Gisbert Büttner geht davon aus, dass das Vorhaben in Herne nicht gänzlich gestoppt, aber vorerst auf Eis gelegt ist. "An unserem Ziel, unsere Energieversorgung durch die Beteiligung an einem Kohlekraftwerk auf breitere Füße zu stellen, halten wir fest. Wir werden bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit einsteigen. Vielleicht ergibt sich bei dem Trianel-Projekt in Krefeld die Möglichkeit", sagt Büttner.
Doch auch dort gab es zuletzt Unstimmigkeiten. Im Rat der Stadt Krefeld herrscht bis heute Uneinigkeit über den Bau des Kraftwerks. Der Essener Konzern RWE hatte kürzlich nach Protesten in der Bevölkerung den Bau eines milliardenschweren Kohlekraftwerks im saarländischen Ensdorf sogar aufgegeben.
Evonik wollte eigentlich im Sommer mit dem Bau des fünften Kraftwerksblocks auf dem Gelände seines bestehenden Heizkraftwerks Herne beginnen. Die Anlage mit einer Leistung von 750 Megawatt sollte im Herbst 2011 in Betrieb gehen.
Erfreut über den Rückzug zeigte sich der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). "Unsere Argumentation, dass dreckiger Kohlestrom wirtschaftlich nicht interessant sein wird, hat sich bewahrheitet", sagte ein BUND-Sprecher. Auch Dieter Dieter Schäper sieht sich vorerst als Sieger. Er kämpft mit einer Bürgerinitiative im Recklinghäuser Süden gegen das Kraftwerksprojekt auf der anderen Seite des Rhein-Herne-Kanals.
"Das Projekt ist sicher nicht endgültig erledigt, denn Evonik hat nur zwei Jahre lang Zeit, auf der Basis des jetzt erteilten Vorbescheids eine Genehmigung für die geplante Erweiterung des Kraftwerks Herne zu beantragen. Aber es kann schon erheblicher Zeitverzug eintreten", sagt er. Die Bürgerinitiative will diese Zeit nutzen, um die Gesundheitsgefährdungen, die nach ihrer Ansicht von dem Kraftwerksblock ausgehen, noch deutlicher als bisher zu formulieren.
Quelle: http://www.wdr.de/studio/essen/nachrichten/#TP1799330 30.Jan. 08, 15:30
Herne: Kraftwerks-Neubau geplatzt
Der Industriekonzern Evonik wird keinen neuen Kraftwerksblock in Herne bauen. Das Essener Unternehmen hat das soeben bestätigt. Nach WDR Informationen wird die Geschäftsführung die Entscheidung den am Projekt beteiligten Stadtwerken demnächst mitteilen. Schon seit Wochen steht die Finanzierung des neuen Kraftwerksblock 5 in Herne auf dem Prüfstand. Ende des vergangenen Jahres bekamen die 28 beteiligten Stadtwerke einen Brief der Evonik. Wesentliche Bauteile des neuen Kraftwerks würden mittlerweise nur zu deutlich höheren Preisen als früher zu bekommen sein. Das Kraftwerk müsste den Strom dann deutlich teurer herstellen als zunächst geplant. Darauf wollten sich die mitfinanzierenden Stadtwerke aber nicht einlassen und verlangten ein neues Finanzierungskonzept. Nach WDR-Information hat Evonik nun den Bau des fast eine Milliarde € teuren Kraftwerks gestoppt.
Evonik-Steag verschiebt Bau von Block 5
Herne, 30.01.2008
Unternehmen: Kraftwerkserweiterung ist momentan wirtschaftlich nicht zu machen. SPD und CDU bedauern die Entscheidung
Evonik-Steag hat angekündigt, die Erweiterung des Steinkohlekraftwerkes in Herne-Baukau zu verschieben.
"Die Basis für eine wirtschaftliche Realisierung des Projekts ist aus Sicht von Evonik derzeit nicht gegeben", teilte das Unternehmen mit. Grund dafür seien Preissteigerungen beim Bau von Anlagen und der Vorschlag der EU-Kommission, den Handel mit Kohlendioxid-Zertifikaten nach 2012 auch auf Neuanlagen auszuweiten. "Dessen ungeachtet wird Evonik die Möglichkeiten für den Bau von Block fünf weiter offen halten", so eine Sprecherin. Sollten sich die Bedingungen verbessern, wolle das Unternehmen kurzfristig den Bau beschließen. Die Optionen für die beteiligten kommunalen Partner, unter anderem die Stadtwerke Herne, Bochum und Witten, würden bestehen bleiben.
SPD und CDU bedauerten die Entscheidung. "Ein schwerer Rückschlag für den Kraftwerksstandort Herne", sagte CDU-Ratsfraktions-Chef Markus Schlüter. "Keine gute Nachricht", sagte der Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion, Dr. Frank Dudda. Das angekündigte Investitionsvolumen hätte positive Effekte für die lokale Wirtschaft gehabt, den Standort und Arbeitsplätze gesichert. Wie berichtet, waren die Kalkulationen für die Kraftwerkserweiterung zuletzt explodiert. Statt 980 Mio € sollte der Bau von Block fünf jetzt 1,6 Mrd kosten. Die Stadtwerke Herne hatten daraufhin angekündigt, unter diesen Bedingungen aussteigen zu wollen. Gleiches hatten die Müncher Stadtwerke jüngst beschlossen. kai Weiterer Bericht Wirtschaft
NRW
Evonik verschiebt Steinkohlenkraftwerks-Bau in Herne
Quelle: Im Westen, 30.01.2008, DerWesten
Essen/Herne. Der Evonik-Konzern verschiebt den Bau eines neuen Steinkohlekraftwerks-Blocks in Herne.
Derzeit sei keine wirtschaftliche Basis für den Bau gegeben, teilte Evonik am Mittwoch in Essen mit. Gründe seien vor allem ein erhöhtes Preisniveau für den Bau von Kraftwerksanlagen sowie die von der EU-Kommission vorgeschlagene vollständige Versteigerung von CO2-Zertifikaten auch für Neuanlagen nach 2012. Evonik hat das Projekt zusammen mit 28 Stadtwerken geplant. «Wir treffen derzeit keinen Baubeschluss», hieß es.
Der nordrhein-westfälische Landesverband des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) begrüßte die Ankündigung am Mittwoch als Erfolg für die Klimaschutzbewegung. Damit würden der Atmosphäre langfristig Kohlendioxid-Emissionen von jährlich etwa 4,5 Millionen Tonnen erspart. Die an dem Projekt beteiligten Kommunen forderte der BUND auf, die eingesparten Gelder in kommunale Klimaschutzprogramme, Stromspartechnologien und dezentrale Versorgungsstrukturen umzulenken.
In Herne wurden seit 1962 vier Steinkohleblöcke errichtet. Block 1 ist inzwischen stillgelegt. Die Gesamtkapazität der noch laufenden drei Blöcke beträgt 950 Megawatt. Produziert werden jährlich 4,5 Milliarden Kilowattstunden Strom und 800 Millionen Kilowattstunden Fernwärme. (dpa)