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im nächsten Till
Till Eulenspiegel vor der Wahl… (17.4.09)
Liebe Leute, man kann es kaum übersehen. Es tut sich
was im schönen NRW. Nicht nur die Bäume sprießen, auch die Politiker. Da
lächelte doch übergroß eine für NRW "ehrlichmeinende" Politikerin –
Hannelore Kraft uns an.
Im SPIEGEL-Interview (
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,682124,00.html) sagt
Hannelore Kraft, Spitzenkandidatin der NRWSPD und stellvertretende
SPD-Bundesvorsitzende: „Wir müssen endlich ehrlich sein: Rund ein Viertel
unserer Langzeitarbeitslosen wird nie mehr einen regulären Job finden.“ Aus
diesem Grund sollen sie „die Chance bekommen, im Rahmen ihrer Möglichkeiten
für die Gesellschaft etwas zu leisten“. – Wo ? Im Steinbruch? Hundeköttel
aufsammeln, die gedankenverlorene Tierliebhaber „vergessen“ haben?
Maulwurfshügel vor Vandalen beschützen?
Na, na, Frau KRAFT, da fällt mir doch glatt ein
chinesischer Spruch ein: "Wenn wir auch die KRAFT haben, Berge zu versetzen,
so brauchen wir doch den Verstand, der so groß ist wie ein Ozean." Wie wäre
es denn einmal damit – als persönliches Wahlplakat- mit dem Verstand meine
ich?
Aber das kennen wir ja alles. Vor der Wahl verlassen
sich die Menschen auf die Politiker und deren moralischen Prinzipien. Nach
der Wahl verlassen die Politiker ihre moralischen Prinzipien und die
Menschen. Zumindest kann man sich darauf verlassen.
So starten die Vorbereitungen zum Frauenparlament in
Herten. Brauchen wir so etwas? Na ja, jedem Tierchen sein Pläsierchen. Warum
auch nicht. Da belauschte ich doch zwei reputierte Politdamen bei den
Vorbereitungen. Wie sehr sie sich doch in Vorfreude dem Thema Wasserstoff
widmeten. Nur einig sind sie sich noch nicht ganz, meinte doch die eine, den
WasserStoff könnte man im Schongang mit 40 Grad waschen, so war die andre
der Meinung, um Herten innovativ glänzen zu lassen, müsse man doch schon mit
90 Grad an den Stoff herangehen. Na ja, gut dass ich auch in der Mehrzahl
viele vernünftige Vertreter des weiblichen Geschlechts kenne – und dass ich
solch Gedankensprünge als Ausnahme betrachte, ich könnte glatt den Glauben
an der Fortpflanzungslehre verlieren.
Na,
da gehe ich doch durch den Schlosspark und sehe dort überdimensionierte
Maulwurfshügel aus dem Grün der Wiesen wachsen . Warum macht er nur so
etwas? Der Maulwurf hat kein Bewusstsein. Aber er durchwühlt ja die Erde in
einer bestimmten Richtung.
Am anderen Tag lese ich, dass es gar nicht der
Maulwurf war, der hier mal so eben für diese in jeder Hinsicht Kunst-Hügel
190.000 Euro ausgegeben hatten, es war der Homo Politikus! Glücklicher
Maulwurf, der du unter der Erde lebst und das Elend dieser Welt nicht sehen
musst!
Aber mal ganz ehrlich, kann man nicht statt uns
Bürger solche „Maulwurfhügel“ als Kunst lieber die vielen Schlaglöcher auf
den Straßen als Kunst verkaufen – wäre in jedem Fall billiger.
Aber die Politik tut mir leid. Wenn man nicht gerade
zu einer bevorzugten Kaste gehört und Informationen direkt von der Quelle
bekommt, überhört man schon einmal das eine oder andere Wesentliche.
Zum Glück gibt es ja dann noch die gutinformierte
Zeitung, die dann nachhilft, sonst wäre es einigen Ratsmitgliedern unbemerkt
geblieben, dass in unserer kompetenten innovativen Stadt, die bei einem
offensichtlich insolventen Hersteller georderten Wasserstofffahrzeuge das
gleiche Schicksal anstreben wie die über allen Grenzen hinaus bekannten
HyBikes.
Mal sehen, was uns in drei Wochen die Wahl bringt,
ich melde mich dann wieder – ehrlich und versprochen,
Euer Till Eulenspiegel
Enttäuschter Till zu Ostern 2010
Liebe Leute, gerade komme ich vom Osterspaziergang
zurück, den ich voller Erwartung begann, da ich dachte, der städtische
Osterhase hätte mir das eine oder andere Ei ins Nest gelegt. Um es
vorwegzunehmen, außer vielen Windeiern nix gewesen.
Als erstes – fußfaul wie ich bin – wollte ich mir den
weltweit einmaligen Genuss gönnen, mit den allseits bekannten städtischen
Wunderfahrrädern die touristischen Attraktionen Hertens zu erschließen. Auch
im vierten Jahr nach Inbetriebnahme ein „Windei“. Tröstend, dass die
75.000,- € teuren Investitionen – wie der Baurat kundtat - „kostenneutral“
im Keller eingelagert sind. Daran liegt es wohl, dass ich bis heute noch
nicht in den Genuss kam, die Dinger auszuprobieren. Die Wunderräder sind
„kosten“- und CO2-neutral, wenn sie nicht eingesetzt werden! Angeblich sind
sie aber auch CO2-neutral, wenn sie laufen. Wie man hört, soll es am
CO2-neutralen Wasserstoff liegen. CO2-neutral? Das bedeutet in der örtlichen
Wasserkompetenz, dass hier zur Wasserstoffabspaltung kein fossiler Strom,
sondern Strom aus Windkraft genutzt wird.
Die Hertener Kompetenzgarde spricht von nachhaltiger
Energie, die aus vielen Quellen abgeleitet werden kann. Sind diese
Versprechungen haltbar? Wohl kaum. Laut seriösen Quellen (Forschungszentrum
Karlsruhe) „ist Wasserstoff lediglich ein Energieträger, dessen Herstellung,
Verteilung und Nutzung enorm viel Energie verschlingt.“ So soll, wie man mir
glaubhaft mitteilte- selbst mit effizienten Brennstoffzellen nur ein Viertel
des ursprünglichen Energieinputs zurückgewinnen zu sein, da hatten
Uraltkohlekraftwerke noch einen besseren Wirkungsgrad.. Ergo - aus
physikalischen Gründen hat eine Wasserstoffwirtschaft keine Chance.
Da wird doch im letzten Lerchenmüller
Hochglanz-Comic-Heftchen „VON HERTEN LEBEN“ glaubhaft versichert, dass nicht
die Idee der Wasserstoffkompetenz das Problem ist, sondern „DAS Problem ist
DER WASSERSTOFF!
Ach ja, Wasserstoff dient ja auch als
Raketentreibstoff. Dass bedeutet ja, dass sich ja gerade dieser Stoff zur
Beschleunigung, zur Schnelle eignet. Da der Oppositionsführer im Rat
offensichtlich nicht den Unterschied zwischen „Feuchtgebieten“ (ist er Fan
von der Schriftstellerin Charlotte Roche?) und Wasserstoff kennt – wie er
doch so trefflich in der letzen Ratssitzung kund tat - ist die rasende
Geschwindigkeit seiner wohlgeformten gestikreichen Reden nun begreiflich.
Ach ja, der Blaue Turm - auch ein Windei?
Energie-Manager Utz Claassen deutet auf unsauberes Geschäftsgebaren im
Spiegelinterview hin
(http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,686174,00.html
)
Er hatte sein Amt beim Erbauer des „Blauen Turms“ nicht
aus einer Laune heraus niedergelegt. ……. Nach dem Rücktritt als
Vorstandschef von Solar Millennium deutet sich ein hässlicher „Rosenkrieg“
an. Die Investoren haben dabei offensichtlich schon entschieden, wem sie
mehr Glauben schenken: Eine Andeutung des einstigen Top-Managers genügte, um
den Aktienkurs erneut einbrechen zu lassen ……
Aber mit Ideen fern der Menschen hatten wir in dem Haus
in Herten, in dem noch das Licht mittels Schubkarre hineingefahren wird, so
immer unsere Probleme- Schaut Euch doch mal die meine letzten
Eulenspiegelleien an. (
http://www.pro-herten.de/Schilda/eulenspiegel.htm )
Es
hapert dort an allen Enden. Aber sportlich geht’s schon zu. Nach langer Zeit
wurden – zugegeben noch ungeübt – die Disziplin der Haushaltsreden
durchgeführt, nach dem Motto „Wer schafft die meisten Wörter in einer
vorgegebenen Zeit“. Dass alles sehr korrekt ablief, überwachte Stoppuhr
hochhaltend unser Bürgermeister die Kür. Nun ja, lief nicht so glatt, wie
gedacht – mehr Zeit oder kürzere Reden wären es gewesen. Da aber
Schalke sein Pokalspiel verlieren wollte und der Bürgermeister mehr
Interesse daran hatte als an den Pflichtübungen – verständlich, die
Stoppuhr.
Kritisch berechtigt dann auch der Kommentar der
örtlichen Zeitung, der bemerkte, wir sollen doch, wie auch die Zeitung die
wichtigen Ereignisse ins Netz stellt, ebenfalls unsere Reden da
veröffentlichen. Ja, jetzt weiß ich endlich, warum ich immer noch ein Abo
habe. Mich interessieren nämlich auch die schwarzumrandeten Anzeigen der
letzen Seiten. Wären diese nicht dort vorhanden – an dem ich den derzeitigen
Zustand einiger Gefährten erkennen kann - ich glaube, dass mir das Internet
dann auch reichen würde.
Ich wünsche noch frohe Ostern,
Ihr Till aus Herten
Till im Januar /Februar
Satirisches zur Kunst die Kunst als Kunst zu
verkaufen
Genieße Dein Glück! Die Kunst, sich zu erfreuen, ist
für den Sterblichen die Kunst, beglückt zu sein.
Das Jahr beginnt in Herten turbulent. Unseren
politischen Akteuren wird durch Kreis und RP mitgeteilt, wie wir Gelder,
Subventionen, die wir eigentlich gar nicht zur Verfügung haben, verplanen
können.
An Fantasie mangelt es nicht. Zwar pfeift der Wind
durch Kindergärtendächer - sollen sich die Kleinen eben wärmer anziehen,
durch Turnhallen regnet es, was soll's, müssen halt die Aktiven Mary Poppins
gleich durch die Hallen mit dem Regenschirm hüpfen. Für solche Erfordernisse
steht offensichtlich kein Geld zur Verfügung - für Kunst ja.
Nein - nachdem Herten gerade den Ruf der größten
Bergbaustadt eingebüßt hat, muss ein Ersatzimage herhalten. Als zentraler
Ruhrgebietsmittelpunkt eignet sich ja Herten hervorragend als Kunst- und
Tourismusstadt. Unser „Kunstexperte", der Baurat ist ja ganz gut drauf -
seine Kunst besteht offensichtlich darin, den Entscheidungsträgern Kunst als
Kunst zu verkaufen.
Lieber Baurat, manche Darstellung dient weniger der
Darstellung von Kunst als der Kunst der Selbstdarstellung.
Künstler und Zauberer sein, das sind heute in einer
Zeit, wo Städte handlungsunfähig sind, die offensichtlichen Voraussetzungen
für einen guten Hauptbeamten.
Kein Moos in der Tasche aber Land und EU fördern
kleine künstliche Maulwurfshaufen, geschmückt von Zechenmodellen mit 190 000
Euro, die jährlichen Folgekosten (Pflege, Versicherung, Personal oder für
was?) von rund 11 300 Euro spendieren die Portokassen der Kitas?
Und, dass jeder diese kleinen Kunstwerke auch
findet, wird extra ein Touristenbüro installiert, natürlich auch ganz
versteckt auf dem Ewaldgelände - Schnitzeljagd in Herten ist angesagt.
Das ganze wird dann noch als Weiterentwicklung des
Erfolgsmodells "HyBike" verkauft - wir Bürger sind von dieser Kunst
verzaubert! Insgesamt ergibt sich damit in den Jahren 2010 und 2011 für
diesen Projektbaustein gerade mal der lächerliche Betrag in Höhe von
436.000,- €.
Kunst bekommt man ja bekanntlich nicht zum
Nulltarif. Uns solch ein Projekt auf Ewald zu verkaufen sollte ebenfalls
schon kunstverdächtig sein. Die Besucher von Herten werden das Büro dort
kaum finden, aber die drei installierten Billig-Arbeitsplätze
schmücken dann ebenfalls die Arbeitsplatzstatistik vom Projekt „Ewald".
Ist schon eine gewaltige Kunst unserer
Stadtverantwortlichen, die einst als weltweites Novum der Beförderung
gepriesene HyBikes (Fahrräder mit Elektromotor und Wasserstoffnachbrenner)
zu einem Touristenbüro zu wandeln. Zugegeben, solch geniale Wandlung gelingt
nicht jedem und ist im hohen Maß ebenfalls kunstverdächtig. Der Erfolg liegt
- nach Baurats Presseäußerung darin, dass die Dinger im Keller stehen, so
verursachen sie keine Betriebs- oder sonstige Kosten.
Ja in Sachen Kunst. Da wäre ja noch, wie sagte doch
unser Bürgermeister Dr. Uli Paetzel zum Kartoffelturm, der Ruine Wengerturm:
„Der 1961 erbaute Siloturm ein geschichtsträchtiges Symbol.
Ich freue mich, dass der Turm im neuen Gewand Herten
erhalten bleibt. Die Farben sollen auf den Technologiepark hinweisen. ( Anm.
als Pleitesymbol?) Sanierung und Gestaltung haben 200 000,-€ gekostet. 80
Prozent kamen von der Europäischen Union. Na ja, ich möchte meinen, hier
wird der vorschnelle Versuch durch langfristige Verträge mit UMTS-Betreibern
den Turm als Antennenträger zu vermieten, mit schmückenden Worten dem Volk
untergejubelt. Fragt sich nur, ob die Mieteinnahmen die Unterhaltungskosten
decken. Bei bereits erkennbarem Verblassen der Farbe des Turms wohl kaum
anzunehmen.
Macht nichts, war unser Bürgermeister ja gerade zum
Kurzlehrgang nach Washington eingeladen -zum Kunst-Lehrgang „Yes we can" wo
man lernt, der Bevölkerung Tomaten auf die Augen drücken.
Kunst kommt von Können, aber wenn man es kann, ist
es keine Kunst mehr. Also liebe Verantwortlichen der Stadt, konzentriert
Euch weiter auf die Kunst.
Warum kommen mir dabei immer solch Gedanken wie:
„Ich kann zwar meine Wohnungsmiete nicht mehr zahlen, aber mein Rembrandt an
der Wand tröstet mich darüber hinweg"!
Politisch tut sich auch einiges, nachdem das
Stadtbüro der Grünen für Veranstaltungen zu klein geworden ist, trifft sich
die Masse der Mitglieder- zwölf an der Zahl - im Lokal zur Wahl - welch
Qual.
Es hätten ja noch mehr Mitglieder kommen können,
aber da herrscht wohl bei den Grünen Unklarheit, wer Grün oder sonst was
ist. Man trifft sich lieber im kleinen kritiklosen Kreis - wie schon in der
Vergangenheit z.B. bei der „Bildungsveranstaltung" an der Mosel.
Die Rollen wurden verteilt, Susanne Fiedler, einzig
übrig gebliebenes Ratsmitglied, kämpft - wie in der Vergangenheit - bis zur
Erschöpfung nun mit der SPD in enger Umarmung. Zwei ehemalige Grüne wurden
aus der Partei gerade wegen solch einer Zusammenarbeit (bei dem H.F.B) aus
der Mitgliederliste der Grünen gestrichen. Vor dem Gesetz ist jeder gleich,
bei den Grünen gibt's „Gleichere“!
Mühelos erlangt dann der Vorstand annähernd die
gewollte Frauenquote von 100%, ehrlicherweise spielt hier ein Ehemännchen
der gewichtigen Vorsitzenden den Quotenmann.
Na ja, Viel Glück beim Neuanfang - es ist halt auch
eine ganz besondere Kunst sich selbst was vorzumachen.
Euer Till bis zum nächsten Mal
kommen. Freundlich, redegewandt, jugendlicher Esprit
- durchweg ein netter guter Repräsentant unserer Gemeinde – dass Einzige was
uns jetzt noch fehlte, wäre ein guter Verwaltungschef.
Euer Till im Frühjahr 2009