Offener Brief an alle Fraktionsvorsitzenden und Einzelratsmitglieder im Rat der Stadt Herten 

Sehr geehrte Vorsitzende, sehr geehrte Ratsmitglieder,

mein Name ist Anne Sarina Knoche, ich bin Schulpflegschaftsvorsitzende und Mutter eines Erstklässlers im Südergrundschulverbund am Standort Feige. 

Im Namen der Elternschaft wurde ich gebeten, Ihnen heute unsere Empörung über den geplanten Kita-Neubau auf dem Bewegungsgelände der Feigeschule kund zu tun und unseren Sorgen Ausdruck zu verleihen, die bislang bei der Planung keine Berücksichtigung gefunden haben. 

Als der Schulpflegschlaft zum ersten Mal vom Bauvorhaben berichtet wurde, haben die Eltern genau die Sorgen geäußert, die auf Grundlage des neuen Bebauungsplanes eher größer und verstärkt werden als eingedämmt.  

 

Uns bereitet die Lärmbelästigung ganz besondere Sorge, die auch durch doppelt verglaste neue Fenster nicht ausgemerzt werden wird. Jeder Klassenraum muss zu jeder Jahreszeit bei Bedarf ausreichend gelüftet werden können. Der Lärm, der durch die spielenden Kindergartenkinder im Alter von 4 Monaten bis 6 Jahren erzeugt werden wird, führt dazu, dass unsere Kinder nicht mehr in Ruhe dem Unterricht folgen können. Kinder, die andere Kinder spielen sehen, werden durch diese visuelle Belästigung auch vehement vom Lernen abgehalten und können wohl kaum noch konzentriert arbeiten. Die Unruhe, die dadurch in den teils großen Klassen entsteht, macht ein Lernen unmöglich. Dies darf auch den Lehrern unserer Schule nicht noch zusätzlich aufgebürdet werden. 

Von der Idee, den Außenbereich der Kita zur Straße hin zu planen, ist nichts mehr übrig. Der Lärmpegel hätte durch diese Maßnahme auch nicht gravierend gedämmt werden können.

 

Die Verkleinerung des vorderen Schulhofes der jetzigen ersten und zweiten Klassen raubt nicht nur den Kindern Platz zum Spielen und Bewegen, um neue Energie für den Unterricht zu gewinnen, sondern nimmt auch der Schule die einzige Stelle, an der das Radfahrtraining im Schonraum durchgeführt werden kann. 

Das erst kürzlich auch in der Presse erwähnte, erfolgreiche, traditionelle Zirkusprojekt kann ebenfalls nicht mehr stattfinden. Dieses Projekt war nicht nur ein Aushängeschild unserer Schule, sondern insbesondere ein Projekt, das die Sozialkompetenzen, die in unserer Gesellschaft immer mehr verkümmern, förderte und die Gemeinschaft sowie den Zusammenhalt der Kinder, Eltern und Lehrer ungemein stärkte. 

Bedenkt man nun noch den im Raum stehenden Zusammenschluss der beiden Standorte des Südergrundschulverbundes, wird jedem klar, dass der Platz (5qm pro Kind) nicht mehr ausreichend gegeben sein wird. Entfaltung und Bewegungsfreiheit der Kinder werden stark beeinträchtigt. #besserlernendurchbewegung

Die Ertüchtigung des hinteren Schulhofes erscheint mehr als fragwürdig, da laut Aussage der Stadt, der Boden in diesem Bereich sehr lehmhaltig ist und das Wasser nicht versickern kann. Zusätzlich ist der Boden stark abschüssig, was die Nutzung zusätzlich erschwert. 

 

Die Gefährdung unserer Kinder durch den Straßenverkehr ist jetzt schon groß. Das erhöhte Verkehrsaufkommen durch Kindergartenkinder, die mit dem PKW gebracht werden, wobei sich die Bring- und Abholzeiten mit denen der Schulkinder überschneiden, wird die Situation ins Unermessliche verschlimmern. Der Plan, die Heinrich-Lersch-Straße in eine Einbahnstraße zu verwandeln, mag an dieser Stelle der Schule die Situation beruhigen, an allen anderen Stellen jedoch nur noch mehr ins Chaos stürzen. Ganz besonders im unteren Teil der Feige. Hier kommen selbst ohne Bring- und Abholsituation an Werktagen weder Feuerwehr noch Anwohner problemlos durch. Anmerken muss ich auch noch, dass sowohl Heinrich-Lersch-Straße, In-der-Feige und die Sedanstraße teilweise als Raserstrecke missbraucht werden. Warum haben wir bis heute keine Berliner-Kissen in diesen Straßen, obwohl sich auch an der Ecke Sedanstraße / Heinrich-Lersch-Straße ein Kindergarten befindet?

 

Wir bitten Sie eindringlich darum, unsere Sorgen sehr ernst zu nehmen, Ihre Planungen zu überdenken und einen geeigneteren Platz für den Kita-Neubau zu finden, zumal nach meinen Informationen weder Kindergarten noch Kirche für einen neuen Standort sind.

 

Mit freundlichen Grüßen 

A. Knoche 

(Schulpflegschaftsvorsitzende) 

 

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