Herren Toplak, Steck, und Heidenreich
Kurt-Schumacher-Straße 2 - 45699 Herten

Joachim Jürgens  45699 Herten, den 17. Juni 2018

 

Offener Brief an die Stadtspitze: “Die unendliche Geschichte Nord-Süd-Verkehr in Herten“

Sehr geehrte Herren,
ich gehe davon aus, dass Sie aufgrund ihrer kurzen Aufenthaltsdauer (Wohnen/Amt in Herten) von dem nord-süd-gerichteten Verkehr in all seinen Facetten nicht so informiert sind wie ich, der in 40-jähriger Beobachtung das  Problem im Fokus habe.
Aus diesem Grund erlaube ich mir, ihnen eine Dokumentation (in der Anlage angefügt[klick]) zu übermitteln.
Eine Vollstände Dokumentation finden sie in meinem Online-Archiv unter: Klientelpolitik am Beispiel der N-S-Achse (Schützenstraße) [klick]

 Sie werden verstehen, dass es mir schwerfällt, im diesem Zusammenhang nicht die Begriffe Nepotismus, Partikularinteressen bzw. auch Korruption zu verwenden.
So führt der GVP 1977 über die derzeitige Situation wie folgt aus Zitat:
» ..... Zur Verbesserung der innerörtlichen Verkehrsverhältnisse sind unter den empfohlenen Maßnahmen schwergewichtig zu nennen:

• 1.      Beruhigung des Ortskerns Westerholt durch den Ausbau der Storksmährstraße mit Anschluss an die Marler Straße und den Bau der
L 511 n als 2-spurige Ortsumgehung Westerholt

• 2.      Verlagerung der Schützenstraße in eine neue Trasse und verkehrsgerechter Ausbau der Straße Über den Knöchel und damit Anpassung an die zukünftige Belastungssituation

• 3.      Verkehrsgerechte Einbindung des Industriegebietes Herten-Süd in das Netz der tangierenden Straßen.

 • Im Bereich des öffentlichen Verkehrs sind durch Modifikationen der Linienverläufe die in der Analyse erkannten Erschließungsmängel weitgehend zu beheben. Unter den gegebenen Randbedingungen ist jedoch nicht mit einer generellen Angebotsverbesserung zu rechnen.

Aus der beabsichtigten Umstellung der Straßenbahnlinien 10 und 11 auf Omnibusbetrieb sind keine Nachteile hinsichtlich Bedienungs- und Erschließungsqualitäten zu erwarten ... «

 Im Jahre 2003 hat sich alles schlagartig geändert. Unterschiedliche Gutachten haben übereinstimmend die verträgliche Verkehrsbelastung festgestellt. Diese zitierten Gutachten habe ich bis heute, trotz intensiver Recherche, nicht zu Gesicht bekommen!

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 Im Verbindung mit dem Lärmaktionsplan wurde das Gutachterbüro AVISO beauftragt, die Verkehrssituation zu begutachten.Dazu ein Zitat aus der H.A. : Politiker wollen Gutachten sehen

Freitag, 25. Mai 2007 | Quelle: Hertener Allgemeine (Herten)
Von Frank Bergmannshoff
HERTEN. Der neue Generalverkehrs- und Lärmminderungsplan ist 69 Seiten stark. Berge von Zahlen, Tabellen und Grafiken. Doch am Ende fehlt den Politikern das Wichtigste: das Original-Gutachten. – Wie die Hertener Allgemeine ausführlich berichtet hat, liegt der Lärm-Minderungsplan nach sieben

Jahren Wartezeit endlich vor. Trotzdem gab es gestern Abend im Planungs- und Umweltausschuss des Rates keinen Jubel. Vielmehr wurde Misstrauen deutlich: gegenüber dem Gutachter, vor allem aber der Stadtverwaltung. Die Politiker lehnten es letztendlich ab, irgendetwas zu beschließen. Sie wollen das im August nachholen, vorher aber harte Fakten sehen.

Zum Hintergrund: Seit dem Jahr 2000 hat ein Fachmann der Aachener Aviso GmbH an dem Gutachten gefeilt. Doch das enthält die Stadtverwaltung der Öffentlichkeit und der Politik bisher vor.

Stattdessen haben die Verkehrsplaner im Rathaus Daten aus dem Gutachten entnommen, diese mit eigenen Sichtweisen und Vorschlägen vermischt und das Ergebnis jetzt als Generalverkehrs- und Lärmminderungsplan vorgelegt.

Kernaussage: Bedingt durch A2, Eisenbahn und Hauptverkehrsstraßen ist Herten starkem Lärm ausgesetzt – aber nirgendwo so stark, dass der Gesetzgeber zum Handeln zwingt. Auf Hertener Straßen liegen die Spitzenwerte bei etwa 23000 Kraftfahrzeugen pro Tag, so Fachbereichsleiter Wolfgang Seidel. Kritisch werde es aber erst bei 30000 bis 40000 Fahrzeugen. Alle vom Gutachter vorgeschlagenen Lösungen wie Nachtfahrverbote für Bahn und Lkw oder Flüster-Asphalt seien zwar sinnvoll, aber zu teuer. Oder sie würden von den verantwortlichen Behörden (Kreis, Land) abgelehnt.

Seidel berichtet, die Stadt habe beim Landesbetrieb StraBen.NRW angefragt, ob in Herten ein Modellversuch möglich sei: nachts „Tempo 30“ auf Hauptverkehrsstraßen. Prompt kam die Abfuhr. Mit diesen ernüchternden Resultaten wollen sich die Politiker nicht zufriedengeben. Susanne Fiedler (Grüne) behauptete im Ausschuss, die Verkehrszählung sei in den Sommerferien erfolgt und nicht aussagekräftig. Borsu Alinaghi (UBP) warf Stadtplaner Seidel vor, mit falschen Richtlinien zu arbeiten.

Auf der Schützenstraße lasse sich sehr wohl „Tempo 30“ durchsetzen.

Um eigene Schlüsse ziehen zu können, forderten alle Parteien Einsicht in das 120.812 € teure Original-Gutachten und in die Stellungnahme von StraBen.NRW. Beides sicherte Wolfgang Seidel zu.

Hier nun ein Auszug aus dem originalken AVISO-Gutachten 2003.:

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Wenn man auch im Zusammenhang berücksichtigt, dass Gutachten auf offensichtlicher unrichtigen Tatsachen für z.B. dem Bebauungsgebiet "Schneeberger-Straße" genutzt wurden (LKW-Belastung der Schützenstraße = dere der Wiesenstraße) sh.: hier

sowie die seltsame Verringerung des Verkehrs innerhalb eines Jahres um > 30% um eine fragwürdige Erschließung (Blockinnenbereich Hospitalstraße)  zu verwirklichen sh.: hier, so sollte man schon nachdenklich werden!

Sehr geehrte Herren, liebe Leser, unter Berücksichtigung der genannten Fakten werden sie verstehen, dass es schwerfällt, an die Redlichkeit der Verantwortlichen zu glauben.
Wir lassen nicht locker und bleiben am Thema dran.

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Joachim Jürgens; 17. Juni 2018

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