Gastbeitrag v. Dieter Knoche  (Quelle)

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Der Tageszeitung der Hertener Allgemeinen vom 11. Juni 2016 (ff, 13. Juni 2016) entnehme ich, …„Schulleiter reagiert verwundert“

Thomas Aehlig, kommissarischer Leiter der Rosa Parks-Schule, reagiert auf Nachfrage (…) verwundert: „Es hätte Sinn gemacht, wenn die CDU vorher mit der Verwaltung der Rosa-Parks-Schule ins Gespräch gekommen wäre.“

Sanierungskosten von 30 Millionen Euro seien ihm unbekannt und auch nicht nachvollziehbar. Er hoffe, dass die Sanierung des pädagogischen Zentrums bald beginnt. (…) Eine Verlagerung zum Paschenberg sei kein Thema. “

Ich frage mich, welche Vorstellung hat der Schulleiteraspirant Aehlig von demokratischen Vorgehensweisen und politischer Meinungsbildung in einer Stadt?

Sind ihm die minimalsten Vorstellungen der Arbeit eines Stadtparlamentes, den demokratisch gewählten Vertretern des Bürgerwillens in einer Stadt unbekannt?

Sind ihm nicht die strikte Trennung zwischen der Leitung einer Schule, deren Erziehungsauftrag und die Pflichten eines Schulträgers zumindest vage geläufig?

Während die Mitglieder des Rates der Stadt Herten Auskunftsersuchen, entsprechend der Geschäftsordnung an die Verwaltung stellen müssen, erlaubt sich Konrektor Aehlig, z. Z. kommissarischer Leiter der Rosa-Parks-Schule in Herten, in politische Prozesse unter Missachtung seines Beamtenstatus und der damit verbundenen Zurückhaltungs- und Neutralitätspflicht in die Stadtpolitik einzugreifen.

Ein solches Eingreifen steht ihm weder als Landesbeamter (gem. LBG) noch als (kommissarischer) Schulleiter zu.

Erschwerend für Herrn Aehlig sehe ich, dass er sich in einem Bewerbungsverfahren, -wohl möglich als einziger Kandidat und wohlgelitten von der Mehrheitsfraktion, der SPD- um die Schulleiterstelle an der Rosa-Parks-Schule befindet.

Das nunmehr gestörte Vertrauensverhältnis zwischen den politischen Repräsentanten, der Bürgerschaft und Herrn Aehlig würde ich nach diesem, seinem skandalösen Vorgehen, als nicht zuträglich für eine Leitungstätigkeit an einer Schule in Herten bezeichnen.

Überdies gehört es grundsätzlich nicht zu den Amtspflichten als stellvertretender Schulleiter über 30 Millionen Euro Sanierungskosten an dieser Schule in der Öffentlichkeit zu spekulieren und damit, ich unterstelle wissend, einseitige politische Meinungsmache zu betreiben.

Seine alleinige Aufgabe als z. Z. Dienstvorgesetzter der Lehrerschaft an der Rosa-Parks-Schule ist es, den Erziehungsauftrag der Schule zu gewährleisten und das individuelle Profil der Schule weiter zu fördern und zu schärfen.

Hier schließt sich eine für die pädagogische Entwicklung einer Schule leider nicht beachtete aber bedeutende Frage an: Ist ein Bewerber der 30 Jahre ununterbrochen an einer Schule tätig ist geeignet das Amt eines Schulleiters im aktuellen Aufgabenprofil –entsprechend der Schulgesetzgebung NRW- auszufüllen?

Ich meine: NEIN!

Wer 30 Jahre in seinem eigenen Saft schmort, wird definitiv kein 4-Sterne-Koch werden!

Schulen der Zukunft benötigen noch besser ausgebildete Lehrer und Schulleitungsanwärter die mannigfache, differenzierte Erfahrungen –neben den gesetzlich vorgeschriebenen Schulleitungsqualifizierungsmaßnamen und Eignungsfeststellungsverfahren- vorweisen können.

Die Stadt Herten sollte beim RP-Münster vorstellig werden und darauf bestehen, dass mehrere gleichqualifizierte Bewerber im Bewerbungsverfahren für die Schulleitung der Rosa-Parks-Schule stehen. Nur so kann die Qualität der Schule auf Dauer und in Gänze gesichert werden.

Schlussendlich sollte Herr Aehlig sich gut beraten und entschließen seine Bewerbung als Schulleiter zurückzuziehen. Ich denke, soviel an pädagogischem und minimalem politischen Feingefühl muss die Bürgerschaft von Herten und der Lernort, die Rosa-Parks-Schule, erwarten dürfen.

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