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DRK war – FALCK ist

Pressemitteilung von Mittwoch, 1. August 2012
Stadt Herten

Dienstantritt für Rettungsdienst Falck
Bürgermeister begrüßt Mitarbeiter am neuen Standort

Herten. Für den Krankentransport in Herten beginnt ab heute ein neues Kapitel: Um sieben Uhr in der Früh hat der neue Dienstleister Falck, Europas größtes privates Rettungsdienstunternehmen, die Arbeit aufgenommen. Bei einer kleinen Eröffnungsfeier mit Beteiligten der Stadt, der Feuerwehr, des Kreises Recklinghausen und der Falck GmbH begrüßte Bürgermeister Dr. Uli Paetzel gestern die Hertener Mitarbeiter um Professor Dr. Klaus Runggaldier, Geschäftsführer der Falck Rettungsdienste GmbH.
Der Krankentransport Herzig GmbH, einer hundertprozentige Tochter der Falck Rettungsdienst GmbH, war es erstmals seit Beginn der operativen Geschäfte in Deutschland gelungen, eine öffentliche Ausschreibung zu gewinnen. In den nächsten zehn Jahren übernimmt Falck den Krankentransport in Herten und löst damit das Deutsche Rote Kreuz ab. Für deren Einsatz dankte Uli Paetzel in seiner Ansprache: “Ich möchte mich im Namen der Verwaltung beim DRK für die gute und zuverlässige Arbeit bedanken.”

Nun hofft er auf eine positive Zusammenarbeit mit Falck. Geschäftsführer Runggaldier gab sich beim Auftakttreffen optimistisch: “Wir wollen zeigen, dass wir die Richtigen sind und, dass wir ‘Krankentransport können’.”

Acht Mitarbeiter, allesamt sozialversicherungspflichtige Beschäftigte, arbeiten nun in den frisch renovierten Räumlichkeiten an der Kaiserstraße 228a, dem Gebäude der ehemaligen Dachdeckerei Vobker. Mit zwei Krankentransportwagen kümmern sie sich ab sofort um die Beförderung von Patienten, die aufgrund ihres gesundheitlichen Zustands nicht mit dem Auto oder dem Taxi zur ärztlichen Behandlung fahren können. Dabei handelt es sich aber nicht um akute Notfälle. Solche hingegen betreut weiterhin der Rettungsdienst der Feuerwehr.

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Dieser Meldung sind folgende Medien zugeordnet:
Eröffnungstreffen Krankentransport Falck
http://www.presse-service.de/medienarchiv.cfm?medien_id=117229
Eröffnungstreffen Krankentransport Falck (2)
http://www.presse-service.de/medienarchiv.cfm?medien_id=117230
Pressekontakt: Pressestelle, Ramona Hoffmann, Telefon (0 23 66) 303 227 E-Mail:r.hoffmann@herten.de
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Foto:Thorben Wengert/pixelio.de

Verdi kritisiert Vergabe an Falck

Artikelquelle: http://www.rettungsdienst.de/nachrichten/verdi-kritisiert-vergabe-an-falck-30194

Cottbus (pm/rd.de) Die Dienstleitungsgewerkschaft Verdi kritisiert die Vergabe des Rettungsdienstes im Landkreis Spree-Neiße an das Falck-Tochterunternehmen aus Hamm. Durch die Vergabe an einen Konzern mit reinen Gewinninteressen werde der Rettungsdienst zur Ware.

Die Gewerkschaft hatte sich Mitte 2011 gegen eine europaweite Ausschreibung der Rettungsdienstleistungen ausgesprochen und dafür geworben, dass der Landkreis Spree-Neiße den Rettungsdienst mit Gründung eines öffentlich rechtlichen Eigenbetriebes selbst betreibt. Unterstützung bekam die Gewerkschaft Verdi von der SPD und den Linken. Der Kreistag hatte sich aber im September 2011 mit den Stimmen der CDU, der FDP und der Fraktion freie Bürger mit nur zwei Stimmen Mehrheit für die europaweite Ausschreibung ausgesprochen.

Die jetzige Vergabe an die private Kranken-Transport Herzig GmbH, eine 100%ige Tochtergesellschaft der Falck Rettungsdienst GmbH, welche wiederum eine 100%ige Tochtergesellschaft der dänischen Falck Danmark A/S (Kopenhagen) ist, stellt eine Kommerzialisierung des Rettungsdienstes dar. Bislang wurde der Rettungsdienst von gemeinnützigen Gesellschaften der Wohlfahrt oder von Wohlfahrtsverbänden direkt bzw. von der öffentlichen Hand betrieben.

Mit der Übertragung an die Kranken-Transport Herzig GmbH wird der Rettungsdienst an ein Unternehmen mit reinen Gewinninteressen übertragen. Der Rettungsdienst, den alle Versicherten mit Ihren Krankenkassenbeiträgen finanzieren, wird jetzt zur Ware, kritisiert die Gewerkschaft.

Es sei nicht nachvollziehbar, wie die Kranken-Transport Herzig GmbH kostengünstiger als das DRK sein kann. Dies ist nur möglich, wenn die Kranken-Transport Herzig GmbH mit niedrigeren Löhnen oder mit weniger Personal kalkuliert.

Nach den gesetzlichen Vorschriften des § 613 a BGB (Betriebsübergang) ist die Kranken-Transport Herzig GmbH aber gesetzlich verpflichtet, alle Rettungsdienstmitarbeiter zu den bisherigen Arbeitsbedingungen am 01.01.2013 unbefristet zu übernehmen. Die Kranken-Transport Herzig GmbH selbst hat keinen Tarifvertrag. Für die Rettungsdienstbeschäftigten in den Rettungswachen Forst, Döbern, Drebkau, Peitz, Burg gelten Tarifverträge der Gewerkschaft Verdi, die sich in der Nachwirkung befinden.

Mit der DRK Rettungsdienst GmbH und dem DRK Kreisverband Cottbus Spree-Neiße West e.V. stand die Gewerkschaft in Tarifverhandlungen, um die Einkommen für alle DRK-Mitarbeiter zu 90 Prozent an das Entgeltniveau des DRK-Reformtarifvertrages heranzuführen. Jetzt will Verdi auf die Kranken-Transport Herzig GmbH zugehen, um über den bevorstehenden Betriebsübergang sowie über die Regelungen der Arbeitsbedingungen kurzfristig Gespräche aufzunehmen.
31.Juli 2012

Der Letzte macht die Garage zu

Mit einem Handschlag fing 1994 alles an – heute steigt das Deutsche Rote Kreuz aus dem Krankentransport aus

VON FRANK BERGMANNSHOFF (Hertener Allgemeine)

HERTEN. Selbst bei guten Freunden kommt es vor, dass sie sich zerstreiten. Das passiert im echten Leben – und im Hertener Krankentransport. Vor 18 Jahren half der eine Freund, das Rote Kreuz, dem anderen Freund, der Stadt, aus der Patsche. Auf Jahre des guten Miteinanders folgten jedoch Jahres des zermürbenden Ärgers. Ab morgen geht man getrennte Wege.

Knapp 18 Jahre lang hat das Deutsche Rote Kreuz (DRK) im Hertener Krankentransport und zeitweise auch im Rettungsdienst mitgewirkt und rund 60000 Patienten transportiert. Heute Abend um 18 Uhr geht diese Ära zu Ende. Dann fahren die Rotkreuz-Sanitäter die beiden Krankenwagen in die Garage, ziehen die Zündschlüssel ab, machen das Licht aus. Ab morgen früh transportiert der internationale Falck-Konzern die Kranken. Denn zuletzt hatten sich zwischen DRK, Stadt und Feuerwehr unüberbrückbare Differenzen entwickelt, so dass das Rote Kreuz um die Aufhebung des Vertrages bat. Der Krankentransport wurde ausgeschrieben, Falck gewann.

Dabei waren Stadt, Feuerwehr und Rotes Kreuz mal gute Freunde. Thomas Wiedermann (45), erster hauptberuflicher DRK-Mann im Hertener Krankentransport und später Fahrdienstleiter, erinnert sich: „Es war im September 1994. Das Taxi-Unternehmen Mühlhause konnte die steigenden Anforderungen im Krankentransport nicht mehr erfüllen. Da lud uns der damalige Feuerwehr-Wachleiter Karl-Heinz Breuing an einem Freitag ein und fragte, ob wir ab Montag den Krankentransport übernehmen könnten.”

Gesagt, getan. Thomas Wiedermann und drei ehrenamtliche Sanitäter besetzten fortan täglich von 7 bis 19 Uhr einen Krankenwagen der Feuerwehr und zusätzlich den DRK- eigenen Rettungswagen. Diese per Handschlag vereinbarte Kooperation mündete erst im April 1995 in einen schriftlichen Vertrag.

Es war eine gute Zusammenarbeit, wie Wiedermann berichtet: „Die Feuerwehr hat nachts angerufen und gefragt, ob wir mit unserem Rettungswagen aushelfen können. Und bei Großbränden hat das Rote Kreuz nachts bei Averdung in Langenbochum 150 Würstchen bestellt und die Feuerwehrleute versorgt.” Ob bei Unfällen unter Tage, in den arbeitsreichen Silvesternächten oder auch, wenn ein Rettungswagen der Feuerwehr in die Werkstatt musste – „wir sind immer gerne eingesprungen”, erzählt DRK- Vorstand Ralph Hoffert.

Zukunft des Ehrenamtes offen

Heute also endet die reguläre Mitarbeit im Krankentransport. „Wir gehen erhobenen Hauptes, aber es hat zuletzt einfach keinen Spaß mehr gemacht”, sagt Hoffert. „Andere Bereiche wie Hausnotruf oder Essen auf Rädern führen wir natürlich fort.” Auch Sanitätswachen bei Veranstaltungen übernimmt das DRK weiterhin; dafür bleiben ein Kranken- und ein Rettungswagen an der Gartenstraße stationiert (den zweiten Krankenwagen übernehmen die Kollegen in Marl). Für Großschadensereignisse bleibt das DRK ebenfalls verfügbar – zumindest solange dafür noch Personal zur Verfügung steht. Ralph Hoffert: „Durch die Beteiligung am Krankentransport und Rettungsdienst haben wir immer viele ehrenamtliche Helfer gewinnen können. Wie sich das künftig entwickelt, muss man abwarten.”

Beim Roten Kreuz komme es durch den Ausstieg aus dem Krankentransport nicht zu Entlassungen, sagt Hoffert. Vier Mitarbeiter hätten neue Stellen in der Region gefunden, einer sei durch eigenes Zutun noch unversorgt, der Rest werde in anderen DRK- Bereichen eingesetzt.

60.000 Patienten – und 150 Zivis

  • In den vergangenen knapp 18 Jahren hat das Hertener DRK nach eigenen Angaben rund
    60 000 Patienten versorgt und transportiert. In dieser Zeit habe es nur vier schriftliche Beschwerden gegeben, so DRK-Vorstand Ralph Hoffert.
  • Die ersten Zivildienstleistenden kamen am 1. Mai. 1995 Insgesamt haben beim Hertener DRK rund 150 junge Männer ihren Zivildienst geleistet. Viele wurden später Ärzte.
  • Nach dem Ausstieg aus dem Krankentransport beschäftigt das Hertener DRK noch 14 hauptamtliche Mitarbeiter, außerdem 17 Aushilfen (Teilzeitkräfte, 400-Euro-J ob- ber) und knapp 25 Ehrenamtliche, darunter sechs Notärzte.

Alles zur DRK und die unrühmliche Rolle der Stadt Herten … klick

01.August 2012

Hertener Allgemeine schreibt:

DRK abgelöst Falck startet im Hertener Krankentransport

Von Frank Bergmannshoff am 01. August 2012 08:15

HERTEN. Ab heute ist im Hertener Krankentransport vieles anders und manches neu. Der international tätige Falck-Konzern löst nach 18 Jahren das Deutsche Rote Kreuz ab. Die Einsatzkräfte starten ab sofort am Gebäude einer früheren Dachdeckerei an der Kaiserstraße. ….. mehr

und der Bericht in der WAZ dazu
Krankentransport wechselt in private Hand

29.06.2012

Wachwechsel: Ab August übernimmt mit der Firma KrankenTransport Herzig GmbH erstmals ein Privatanbieter den qualifizierten Krankentransport in der Stadt. Das DRK scheidet aus.

Herten. Das monatelange Gezerre rund um den städtischen Krankentransport hat ein Ende.Für das Deutsche Rote Kreuz, das lange Jahre dieses Feld bediente, ist Ende Juli Schluss, ab August steigt nun die private KrankenTransport Herzig GmbH in Herten ein. … mehr

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Wie Privatunternehmen das Ehrenamt (DRK) verdrängen wollen

Abschrift:

 

Falck Rettungsdienst GmbH

Richmodstraße 6

D – 50667 Köln

Tel. +49 761.897 596 99

Fax +49 761.897 597 40

Klaus.Runggaldier@falck.com

13.10.2011

 

SPD-Fraktion

Herrn Dr. Frank Dudda
Bochumer Straße 26

D – 44623 Herne

WAZ vom 22.09.2011: Bürger sollen beim Sparen helfen

Sehr geehrter Herr Dr. Dudda,

mit großem Interesse habe ich in der Presse Ihren Aufruf registriert, dass sich die Bürgerinnen und Bürger von Herne mit Einsparvorschlägen an Ihre Fraktion wenden mögen. Ich möchte Ihnen zunächst zu der Idee, gemeinsam nach Lösungen zu suchen, gratulieren und hierfür meine Anerkennung aussprechen. Im Sinne einer breiten und langfristigen Akzeptanz der politischen Mandats­träger in der Bürgerschaft ist dies ein richtiger und wichtiger Schritt.

Sehr gerne möchte ich Ihrem Aufruf hiermit nachkommen. Als Geschäftsführer der Falck Rettungsdienst GmbH beschäftige ich mich intensiv mit Fragen der Wirtschaftlichkeit in Rettungsdienst und Feuerwehr. Unser Unternehmen ist die deutsche Tochter des dänischen Falck-Konzerns, der in insgesamt 31 Ländern mit 23.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Dienstleistungen in den Bereichen Rettungsdienst, Feuerwehr, Gesundheitsversorgung, Sicherheitstraining und Pannendienste anbietet (siehe auch www.falck.com und www.falck.de ).

Aus eigener Erfahrung kann ich Ihnen bestätigen, dass Einsparungen in öffentlichen Haushalten derzeit nahezu weltweit eine dominierende Rolle spielen. Auch im Bereich von Rettungsdienst und Feuerwehr wurde vielerorts die Weichenstellung eingeleitet, diese Leistungen an private Unternehmen im Zuge von Ausschreibungen zu vergeben und damit aus dem öffentlichen Bereich auszulagern. Nicht zuletzt die europäische Rechtsprechung hat dieser Entwicklung im Bereich des Rettungswesens jüngst Vorschub geleistet, da es sich hiernach um keine hoheitliche Aufgabe handelt, sondern um eine Dienstleistung. Dies erklärt letztlich, warum Falck, als weltweit größtes Unternehmen in diesem Tätigkeitsfeld, jedes Jahr hohe Zuwachsraten verzeichnen kann.

Bei einer Betrachtung von Rettungsdienst und Feuerwehr in Deutschland wird deutlich, dass wir vor einer tiefgreifenden Zäsur stehen: Die Finanzierung dieser Aufgaben wird zunehmend schwieriger. Der demografische Wandel wird mittelfristig einerseits zu personellen Engpässen, andererseits zu einem um bis 25% höheren Bedarf an Leistungen führen. Wir sind der festen Überzeugung, dass sich privatwirtschaftlich organisierte Unternehmen diesen Heraus­forderungen erfolgreicher stellen können, als die öffentliche Hand. Eine Untersuchung der Unternehmensberatung Pricewaterhouse-Coopers im Landkreis Spree-Neiße zur Frage Kommunalisierung oder Privatisierung des Rettungsdienstes hat dies im Übrigen vor wenigen Wochen eindrucksvoll bestätigt.

Ich möchte Ihnen hiermit vorschlagen, dass die Stadt Herne eine – teilweise – Auslagerung ihres Brandschutz- und Rettungswesens ernsthaft prüfen sollte. Im Haushaltsplan 2011 der Stadt Herne nimmt alleine der Produktbereich 1205 „Feuerwehr und Zivilschutz” mit über 13 Millionen € einen nicht unerheblichen Kostenblock ein, der durch innovative Konzepte und Privatisierung sicherlich um mindestens 10-15%, d.h. um deutlich über 1 Million €, reduziert werden könnte. Zudem könnte die Stadt Herne mit einem solchen – in Deutschland bislang einzigartigen – Konzept ein wegweisendes Signal setzen, dem sicherlich zahlreiche Städte und Kommunen folgen würden.

Neben dieser Einsparung und Innovation im Bereich der Feuerwehr und des Brandschutzes bietet natürlich auch die bereits in anderen Kommunen praktizierte systematische Ausschreibung des Rettungsdienstes größere Einsparpotentiale, die sich allerdings aufgrund der bestehenden Refinanzierung durch die Krankenkassen nur bedingt kostenreduzierend auf den Haushalt der Stadt auswirken würden, aber ebenfalls ein deutliches Signal in Richtung wirtschaftliches Handeln und schonender Umgang mit Ressourcen sein würden.

Bei Interesse an den vorgeschlagenen Themen und Einsparpotentialen stehe ich Ihnen gerne jederzeit für ein offizielles oder zunächst auch informelles Gespräch zur Verfügung. Sie erreichen mich unter meiner Mobilnummer 0171-7624594 oder per mail: Klaus.Runqqaldier@falck.com .

Mit besten Grüßen

(Prof. Dr. Klaus Runggaldier) – Geschäftsführer -

 

 

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4 Kommentare

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  1. Martina Ruhardt

    “Qualität des Ehrenamts in diesem Bereich ist nicht mehr zu halten”

    01. August 2012 17:54 — Von: Martina Ruhardt, stellvertretende Vorsitzende der Rats- fraktion „Die Linke“ — Betr.: Bericht „Der Falke ist gelandet“ — HA vom 1. August

    Mit Falck übernimmt erstmals ein Privatunternehmen den Bereich des Krankentransports im Kreis Recklinghausen, der bislang von den Feuerwehren und Hilfsorganisationen wie zum Beispiel dem DRK durchgeführt wurde. Und wie der Berichterstattung zu entnehmen ist, ist der Geschäftsführer hoch erfreut, dass Falck seine erste öffentliche Ausschreibung in Deutschland in unserer Stadt gewonnen hat. Für ihn ist dies ein wichtiger Ankerpunkt, um den deutschen „Markt“ weiter zu erobern.

    Das ist nachvollziehbar, lässt sich doch in Ballungsgebieten mit kurzen Wegen und hohen Patientenzahlen leicht gutes Geld verdienen. Und beim Krankentransport sind – im Gegensatz zum Rettungsdienst – weder Hilfsfristen einzuhalten noch ist eine Vorhaltung rund um die Uhr notwendig. Die Anzahl der Krankentransportwagen richtet sich nach dem Bedarf und kann somit kaufmännisch kalkuliert werden. Mit der Übertragung des Krankentransports an die Falck Rettungsdienst GmbH wird nun dieser wichtige Bereich an ein privates Unternehmen übertragen, dass ausschließlich nach Gewinninteressen geführt wird.

    Aber im Gegensatz zum DRK – dem an dieser Stelle für die gute Arbeit in den letzten 18 Jahren zu danken ist – sind ehrenamtliche Tätigkeiten für private Unternehmen nicht mehr von Interesse. In der Vergangenheit war es so, dass sowohl hauptamtliche Rettungssanitäter und Rettungsassistenten als auch ehrenamtliche in diesem Bereich im Einsatz waren. Und viele Studierende der Medizin nutzten diese Möglichkeit, um über ihren ehrenamtlichen Einsatz wichtige Erfahrungen für ihre spätere Berufsausübung zu machen. Wenn diese enge Verzahnung zwischen Haupt- und Ehrenamt allerdings verloren geht, wird es zunehmend schwieriger werden, ehrenamtliche Helfer zu gewinnen und diese gut auszubilden. Damit droht die Gefahr, dass die Qualität des gesamten Ehrenamts in diesem Bereich nicht mehr zu halten ist. Dies könnte dazu führen, dass z. B. im Falle eines Großeinsatzes nicht mehr genügend ehrenamtliche Kräfte zur Unterstützung des professionellen Rettungsdienstes zur Verfügung stehen.

    Ob das ein Grund zum Feiern ist?

  2. lumich

    So schlecht kann das DRK ja nicht sein……..

    derWesten
    DRK-Menüservice
    Sternchen für „Essen auf Rädern“
    02.08.2012 | 17:23 Uhr
    Sternchen für „Essen auf Rädern“
    Renate Frenz (2.v.r.) übergibt die Urkunde an Ralph Hoffert (M.), Elisabeth Paul (2.v.l.), Marcel Heußner (l.) und Stefanie Biermann vom DRK-Stadtverband.Foto:

    Der Menüservice des Stadtverbandes Herten des Deutschen Roten Kreuz (DRK) ist jetzt ausgezeichnet worden, unter anderem für den „hervorragenden Kundenservice“, so Diät-Assistentin Renate Frenz von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). „Und wenn einer anruft, weil seine Frau morgen ihr Gebiss beim Arzt lassen muss, dann bekommen wir auch das geregelt und machen eine nahrhafte Suppe fertig“, versichert Elisabeth Paul, Küchenleiterin im St.-Elisabeth-Krankenhaus. ….lesen Sie mehr unter
    http://www.derwesten.de/staedte/unser-vest/sternchen-fuer-essen-auf-raedern-id6942175.html

  3. DuundIch

    Drastisch schlechtere Tarifverträge für Rettungsdienst-Mitarbeiter

    Die Reduzierung des monatlichen Einkommens um durchschnittlich 600 Euro brutto, sowie eine drastische Kürzung des Erholungsurlaubs, der Zeitzuschläge und der Jahressonderzahlung – das erwartet Mitarbeiter des Rettungsdienstes im Landkreis Spree-Neiße ab dem kommenden Jahr. Hintergrund ist die Übernahme der Rettungswachen im Landkreis durch die Krankentransporte Herzig GmbH aus Hamm. Verdi-Gewerkschaftssekretär Ralf Franke erklärte uns die genaue Problematik am 94.5 Radio Cottbus Telefon:

    Der Landkreis hatte die Vergabe des Rettungsdienstes europaweit ausgeschrieben. Das Unternehmen aus Hamm hatte den Zuschlag erhalten. Die Gewerkschaft rät allen Betroffenen die neuen Verträge nicht zu unterschreiben und notfalls rechtliche Schritte zu ergreifen. Mittlerweile hat sich auch der Landkreis Spree-Neiße zu Wort gemeldet und klar gemacht, dass hier ein Betriebsübergang statt findet – demnach müssten die Mitarbeiter zu ihren alten Konditionen übernommen werden.

    http://www.radio-cottbus.de/lokalnachrichten/Drastisch_schlechtere_Tarifvertraege_fuer_Rettungsdienst_Mitarbeiter-8055.html

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