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RAUCHMELDER

aus Wikipedia:

Feuerwehr-Dienstgrade

Polizei-Dienstgrade

2013

Abschrift aus dem Bericht der H.A. v. 10.03.2014 (ohne Gewähr)

Jahresbilanz 2013 – 803 Einsätze für die Hertener Feuerwehr

Reisemobil statt Einsatzleitwagen

Bei der letzten Hauptversammlung der Feuerwehr unter Theo Schiffmann wird es emotional

VON FRANK BERCMANNSHOFF

HERTEN. Viele Zahlen, viele Ehrungen, viele Lobesworte – so geht gewöhnlich die Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr vonstatten. Diesmal kamen viele Emotionen hinzu. Theo Schiffmann, der in Kürze als Leiter der Feuerwehr abtritt, verschlug es fast die Sprache, als sich die Kameradinnen und Kameraden mit Blumen und stehendem Applaus bedankten.

Schiffmann trat 1969 in die Jugendfeuerwehr Westerholt ein, war 40 Jahre lang hauptberuflich Feuerwehrmann, die letzten zehn als Leiter. Am 1. Mai wird ihn Stefan Lammering ablösen. „Ich freue mich, endlich mit meiner Frau Exkursionen mit unserem Reisemobil unternehmen zu können“, so Schiffmann. Auch seiner Modelleisenbahn, seit Jahren ein Rohbau, wolle sich der 60-Jährige widmen. Die Baustellen bei der Feuerwehr überlässt er nun seinem Nachfolger. Es erfülle ihn „mit Sorge“, so Schiffmann, dass die Personalstärke der Freiwilligen Feuerwehr trotz aller Bemühungen sinke – auf 136 aktive Einsatzkräfte Ende Dezember.

Diese absolvierten 2013 zusammen mit ihren 64 hauptberuflichen Kollegen 803 Einsätze, darunter 268 Brände und 535 Hilfeleistungen, etwa bei Unfällen oder Sturmschäden. Das sind 24 Einsätze weniger als im Jahr 2012. Besonders in Erinnerung blieben ein Verkehrsunfall mit zwei lebensgefährlich verletzten Mädchen an Neujahr, eine dramatische Rettungsaktion bei einem Wohnungsbrand im Februar an der Nimrodstraße, ein gravierender Dachstuhlbrand an der Blitzkuhle im Juni, ein kräftezehrender Flächenbrand im Emscherbruch im August, der Großbrand bei R&B-Moden im September, der durch eine Solaranlage auf dem Dach erschwerte Wohnungsbrand am Weißenburger Weg im November und die nächtliche Serienbrandstiftung in der Kleingartenanlage „ln den Erlen” im Dezember.

Am 27. Dezember hätten die Retter beinahe selbst gerettet werden müssen: Sie wollten in einem Haus einen Patienten behandeln, der einen Krampfanfall erlitten hatte. Ein Routine-Einsatz. Doch plötzlich schrillten ihre neuen Kohlenmonoxid-Warner – aus einer Gastherme war das geruchlose Gas in einer Konzentration ausgeströmt, die im schlimmsten Fall alle Beteiligten das Leben gekostet hätte.

Somit dankten Bürgermeister Dr. Uli Paetzel, Landrat Cay Süberkrüb und Kreisbrandmeister Robert Gurk den Feuerwehrleuten für ihr – oft ehrenamtlich erbrachtes – Engagement in gefährlichen Situationen zum Wohle der Bürger. In Herten und – wie etwa bei der Fluthilfe in Sachsen-Anhalt – darüber hinaus.


INFO

Beförderungen, Ehrungen & Co.

Überstellung aus der Jugendfeuerwehr in die Löschzüge und zugleich Beförderung zur/zum Feuerwehrfrau/-mann: Dana Varenholz, Fabian Berdysz, Joel Paschke, Maximilian Sieg, Alexander Spiekermann

Weitere Beförderungen:

  • zum Feuerwehrmann: Alexander Nick, Mike Hermanns
  • zum / zur Oberfeuerwehrmann/-frau: Lukaß Gertz, Tobias Hans, Tim Knepper, Carsten Kriewen, Kevin Music, Mandy Wiens
  • zum Hauptfeuerwehr­mann: Alexander Dühr
  • zum Brandmeister: Sebastian Egner
  • zum Oberbrandmeister: Tim Anders, Marco Gebühr, Dominik Straßmann
  • zum Brandinspektor: Thorsten Lauer
  • Überstellung in die Ehrenabteilung: Siegfried Klaas

Ernennungen: Nachfolger für Sascha Rolke als Jugendfeuer­wehrwart der Gruppe Herten ist Sebastian Egner; Stellvertreter: Florian Strucksberg. Nachfolger für Lothar Strecker als Jugendfeuer­wehrwart der Gruppe Scherlebeck ist Christian Rohde; Stellvertreter: Andreas Schmidt -

DATEN UND FAKTEN

Feuerwehr Herten in Zahlen

Die Hertener Feuerwehr be­steht aus der Berufsfeuerwehr (rund um die Uhr im Dienst) sowie der Freiwilligen Feuer­wehr mit drei ehrenamtli­chen Löschzügen.

Die Mitgliederzahlen in der Reihenfolge Stammwehr/Ju­gendfeuerwehr/Ehrenabteilung sowie Einsätze in 2013:

  • Berufsfeuerwehr: 64 – 797 Einsätze (ohne Rettungsdienst)
  • Löschzug Herten: 37/17/19-81 Einsätze
  • Löschzug Scherlebeck: 52/17/22-23 Einsätze
  • Löschzug Westerholt: 47/19/15-39 Einsätze

Rettungsdienst-Einsätze:

  • Rettungswagen: 5 676
  • Notarzt: 2432
  • Krankentransporte:

2 771 (durch die Herzig GmbH/Falck-Konzern)Jubilare:

  • 25 Jahre: Mike Huge und Hans-Christian Simanski
  • 35 Jahre: Markus Erf- kemper, Bernhard Lauer, Lothar Strecker
  • 40 Jahre: Wilhelm Beck­mann, Heinz Gollan, Peter Herder, Martin Marzalla, Paul Reimer, Peter Stawitzki
  • 50Jahre: Josef Balzer
  • 60 Jahre: Karl-Hans Werner

 


2012

Es brennt gewaltig bei der

wischenbeckWIEVIEL FEUERWEHR BRAUCHEN WIR in Herten

Hertener Allgemeine – Jahresbilanz 2012-826 Einsätze für die Feuerwehr

Von Matthias Waschk am 04. März 2013 07:04

Herten. Bei der Jahreshauptversammlung der Hertener Feuerwehr machte Theo Schiffmann, Leiter der Wehr, aus seiner Genugtuung keinen Hehl. Genüsslich zitierte er aus dem Kienbaum-Spargutachten: „Herten verfügt über eine gut funktionierende und wirtschaftliche Feuerwehr.“

Die externen Gutachter, die nach einem Ratsbeschluss die Feuerwehr auf Sparmöglichkeiten hin abklopfen sollten, waren dem Leiter der Feuerwehr offenbar ein Dorn im Auge. Schließlich habe das Gutachten auch den Feuerwehr-Beamten in der Hauptwache erhebliche Ressourcen und Mehrarbeit abverlangt. Dabei habe man in der Feuerwehr ohnehin immer gewusst, dass die Sparvorschläge der Politik aus sachlicher und fachlicher Sicht „nicht umsetzbar“ gewesen seien. Allein: „Der Prophet gilt nichts im eigenen Land“, meinte Theo Schiffmann. Er geißelte vor allem die CDU-Ratsfraktion, die das Spargutachten maßgeblich vorangetrieben hatte. Schiffmann äußerte die Hoffnung, dass nun die politischen Diskussionen um die Feuerwehr enden.

Ansonsten stand die Jahreshauptversammlung im Zeichen der Statistik und der Beförderungen. Schiffmann präsentierte die Einsatzbilanz des Jahres 2012 und erinnerte an dramatische Einsätze. So zum Beispiel an einen Unfall auf der Schlägel-und-Eisen-Straße. Nach einer Hochzeitsfeier waren fünf junge Leute mit einem Auto gegen eine Hauswand geprallt. Die Retter hatten es nicht nur mit drei Leicht- und zwei Schwerverletzten zu tun, sondern auch mit rund 100 aufgebrachten Hochzeitsgästen, die die Arbeiten behindern.

Angenehmer waren die Beförderungen, die Schiffmann während der Versammlung vornahm. Besonders freute er sich über den Nachwuchs: Acht junge Männer wurden aus der Jugend- in die Stammwehr übernommen.

826 Mal musste die Feuerwehr (ohne Rettungsdienst) im Jahr 2012 ausrücken. Dies ist der zweithöchste Wert innerhalb der vergangenen fünf Jahre. Die Wehr musste 292 Brände löschen. Die Zahl der Großbrände blieb mit vier Ereignissen konstant. Dazu gab es elf mittelgroße Brände und zahlreiche Kleinbrände. 161 Mal wurde die Feuerwehr fälschlich alarmiert.

Die Hertener Feuerwehr verfügt derzeit über 203 aktive Einsatzkräfte. Das sind vier weniger als 2011. Hinzu kommen insgesamt 57 Mitglieder in der Jugendfeuerwehr sowie 61 Mitglieder in den Ehrenabteilungen der Löschzüge. Die Gesamtstärke der Wehr liegt damit bei 321 Männern und Frauen.

„Anstelle eines Propheten müsste der Sonnenkönig bemüht werden” —                   Betr.: Bericht „Genugtuung für den Propheten”

—                   Hertener Allgemeine vom 4. März

Dass der Leiter der Hertener Feuerwehr sich zum Propheten erklärt hat, regt schon zum Schmunzeln an. Beruft er sich doch darauf, dass das externe Gutachten eine „gut funktionierende und wirtschaftliche Feuerwehr” testiert. – Hier scheint Herr Schiffmann überlesen zu haben, dass durch stringentere Abrechnungen ca. 27 000 Euro jährlich sowie durch die Anrechnung der Feuerwehrzulage bei der Rettungsdienstgebühr weitere ca. 33 500 Euro jährlich an zusätzlichen Einnahmen für die Stadt Herten gehoben werden könnten!

Dass dies von Herrn Schiffmann nun heruntergespielt wird, kann nur verwundern, denn seinerzeit sollte eine jährliche Ersparnis von ca.

17 000 Euro als Hauptargument dafür herhalten, dass die Wehr in eine Berufswehr umfirmiert wurde. So wurden diese Einsparungen bei den Unfallkassenbeiträgen lediglich durch die Beitragstrickserei der Umbenennung der Wehr in eine BF, zu Lasten der Solidargemeinschaft der anderen Wehren im Lande, erzielt. Bekanntermaßen führte dies im Nachhinein zum Aufschrei in NRW (HA berichtete) und dem Bestreben der anderen Feuerwehren, diese Ersparnis rückgängig zu machen. Wenn man sich nun biblischer Vergleiche bedient, würde ein „Du sollst keine anderen Götter haben neben ihm (Schiffmann)”, wohl treffender sein, denn Kraft Gesetz hatte die Umbenennung der damaligen hauptamtlichen Wache in eine BF nur eine Veränderung, nämlich die, dass ein BF-Leiter sich nicht mehr einer Anhörung seiner ehrenamtlichen Feuerwehrangehörigen stellen muss und im Einsatz auch nicht mehr die Leitung ggf. an den Kreisbrandmeister abgegeben werden muss. Warum dies in der „Mitmachstadt Herten” so möglich war, muss als Frage erlaubt sein. Ob dies ggf. am Unwissen der Verwaltung, der möglichen Hilflosigkeit des Bürgermeisters oder dem konsequenten Durchpeitschen individueller Interessen von Feuerwehrchef und Fachbereichsleitung lag, wird sich nicht mehr ermitteln lassen.

Somit müsste hier anstelle eines Propheten der französische Sonnenkönig Ludwig der XIV mit seinem berühmten Ausspruch „L’Etat c’est moi” (Der Staat bin ich) bemüht werden, da auch dieser als absolutistischer Herrscher regierte. Dies erklärt, warum sich Herr Schiffmann (kritische) Nachfragen der Politik

„Nachfragen mehr als angebracht”

(hier: seine „Geißelung” der CDU) quasi verbietet! Allein die Erkenntnisse des Gutachtens haben eindrucksvoll gezeigt, dass diese Nachfragen mehr als angebracht sind! Dass die Umwandlung der Hertener Wehr in eine BF auch Veränderungen in der NRW-Gesetzgebung bewirken wird, zeigt sich allein schon darin, dass u.a. die Feuerwehrgewerkschaft ver.di, beim Expertentreffen mit NRW Innenministerjäger, zur Novellierung des NRW- Feuerwehrgesetzes am 29.01.2013 empfohlen hat, dass die Einrichtung einer Berufsfeuerwehr zukünftig nur noch auf kreisfreie Städte begrenzt werden soll!

(Anm.: gekürzt)

„Dicke Bretter bohren beim Vorschlag zur Bürgerbeteiligung“26. Februar 2013 12:16

Von: Johannes Erfkemper, Herten — Betr.: Bericht „Mitmachen und mitreden“ — Hertener Allgemeine vom 23. Februar

Da möchte der Bürgermeister aber dicke Bretter bohren mit seinem Vorschlag zur Bürgerbeteiligung im Zusammenhang mit dem neuen „Herten-Forum“. Wenn schon Einwohnerfragen nach Paragraf 27 Absatz 6 der Geschäftsordnung der Stadt Herten vom 25.09.2012 bis heute noch nicht beantwortet wurden (Frage des Ausschussvorsitzenden Herrn Kumpf (SPD) an Frau Sickers (Fachbereichsleiterin Ordnung und Feuerschutz) „Möchten Sie die Fragen direkt beantworten?“ Antwort: „Die Fragen werden beantwortet, irgendwann einmal.“), sollte der Bürger derartig vollmundige Ankündigungen von Herrn Dr. Paetzel mit Vorsicht begegnen. Oder sollte Frau Stuckel-Lotz mit ihrem Leserbrief vom 20.02.2013 recht haben, wenn sie zu der Erkenntnis kommt, dass Mitmachen nur dort erwünscht ist, wo es der Verwaltung in den Kram passt? Gleichwohl kann es engagierten Bürgern zusammen mit einer aufmerksamen Lokalpresse und informierten Ratsmitgliedern gelingen, Dinge zu bewegen. Auch im Widerspruch zu führenden Mitarbeitern der Stadtverwaltung. So ist es dem vorgenannten Personenkreis gelungen, ein Gutachten zur Hertener Feuerwehr auf den Weg zu bringen. Ein Ergebnis dieses Gutachtens ist die Möglichkeit, zusätzliche Einnahmen von z.B. Krankenkassen für Krankenfahrten in Höhe von ca. 33 500 Euro/Jahr und weitere ca. 27 000 Euro/Jahr bei konsequenter Abrechnung von Fehlalarmen zu erzielen (Kienbaum-Gutachten Seite 23/24). Die von den Initiatoren der Berufsfeuerwehr als ein Grund für deren Notwendigkeit angeführte Einsparung bei den Beiträgen zur Berufsgenossenschaft in Höhe von 17 000 Euro/Jahr nimmt sich da eher bescheiden aus. Der Vorwurf von Herrn Heinrichs (SPD) in der Ausschusssitzung vom 06.02.2013 an die Opposition, das Geld für das Gutachten (kolportierte 50 000 Euro) wäre besser für andere Dinge ausgegeben worden, ist vor diesem Hintergrund nicht nachvollziehbar, zumal auch die SPD (wenn auch getrieben) für dieses Gutachten war. Wenn nunmehr einige Ratsmitglieder von der Verwaltung verlangen, bezüglich der im Brandschutzbedarfsplan geforderten Anschaffung eines speziellen Fahrzeuges für Einsatzfälle auf der Halde zu prüfen, ob zusätzliche Träger an den Kosten zu beteiligen sind, ist das nachvollziehbar. Auch wenn Frau Sickers auf eindringliches und wiederholtes Nachfragen von Ratsmitgliedern in der vorgenannten Sitzung etwas genervt antwortete, dass sie sicher sein könnten, die Verwaltung würde immer alle Möglichkeiten ausschöpfen, wenn weitere Träger an Kosten zu beteiligen sind, so sind hier Zweifel angebracht (siehe von der Verwaltung Fachbereich 3) nicht erkannte Abrechnungsmöglichkeiten aus dem Gutachten). Frau Sickers und Herr Schiffmann (Leiter der Feuerwehr) scheinen vor dem Hintergrund der von ihnen abgelieferten Arbeiten (unter anderem Brandschutzbedarfsplan, der nachgebessert werden musste) dünnhäutig geworden zu sein gegenüber vorgebrachter Kritik. Anders ist der heftige Disput zwischen ihnen und der Opposition nicht zu erklären. Doch anstatt Dinge transparent und nachvollziehbar zu machen, blieben sie bei ihrer „Basta-Position“. Bleibt zu hoffen, dass die Vertreter der Verwaltung, die die Bürgerbeteiligung zum neuen Forum bearbeiten, mit einer anderen Grundhaltung an die Sache herangehen.

WAZ 08.01.2013 | 19:19 Uhr

Einigung im Überstunden-Streit 24.01.2013 | 19:05 Uhr

Für die Vergütung geleisteter Mehrarbeitsstunden aus den Jahren 2002 bis 2006 hatten Feuerwehrleute im vergangenen Sommer mehrfach vor dem Marler Rathaus demonstriert. Nun haben die 71 betroffenen hauptamtlichen Brandschützer eine Einigung mit der Marler Stadtspitze erzielt …. WAZ

Notice

Kippt Beitragvorteil für Berufsfeuerwehren?

  Gelsenkirchen (NW) – Immer mehr Städte entscheiden sich dafür, ihre Feuerwehren mit hauptamtlichen Kräften in Berufsfeuerwehren umzuwandeln – oder diskutieren zumindest diesen Schritt. Ein Argument: die Kommunen sparen dadurch Geld. So gewähren Unfallkassen einen Beitragsrabatt für Berufsfeuerwehren. Doch damit könnte es bald vorbei sein. Wie die “Westdeutsche Allgemeine Zeitung” (WAZ) berichtet, will die Unfallkasse NRW diesen Rabatt künftig möglicherweise streichen – weil es zu viele Berufsfeuerwehren werden. Beispielsweise Gelsenkirchen müsste somit in Zukunft 53.000 Euro mehr an Beiträgen bezahlen, heißt es.

Artikel: “Rabatt der Unfallkasse steht auf der Kippe” (WAZ, 8. Januar 2013)

Der Finanzausschuss stimmte dem Vergleich mit der Feuerwehr zu.Foto:Foto: VON STAEGMANN, Lutz

Ein wenig Diskussionsbedarf gab es beim Haupt- und Finanzausschuss am gestrigen Mittwoch. Doch der Vorsitzende, Bürgermeister Dr. Uli Paetzel (SPD), brauchte sich keine Sorgen zu machen, dass die Beschlussvorlagen nicht den Segen der Ausschussmitglieder erhalten würden.

Ein Gesprächspunkt war zum Beispiel der Vergleich zwischen Stadt und Feuerwehrbeamten, mit dem die Mehrarbeitsstunden abgegolten werden sollen. Zurzeit haben bis auf einen hauptberuflichen Feuerwehrmann alle betroffenen Personen unterschrieben und sich somit gegen eine Klage entschieden. Die Zusatzkosten – vorbehaltlich einer Genehmigung durch die Bezirksregierung – werden auf rund 570 000 Euro taxiert. CDU-Fraktionschef Stefan Grave bemängelte dabei die Feuerwehr-Führung. Sie hätte es versäumt, ihre Untergebenen auf den rechtlichen Sachverhalt hinzuweisen, die Mehrarbeitszeit zu dokumentieren. Trotz dieser Kritik schloss sich die CDU dem vorgeschlagenen Vergleich an. Lediglich Martina Ruchardt (Linke) stimmte gegen den Vergleich. Man müsse erst ein höchstrichterliches Urteil abwarten, ob zu zahlen sei oder nicht.
Problem „Organisation“

Und auch bei den Rückforderungen von EU-Mitteln wurde länger diskutiert. Wie berichtet, fordert die EU-Prüfstelle für das „Integrierte Handlungskonzept Herten-Süd“ 880 000 Euro der Fördergelder zurück, wobei die Verwaltung nicht hundertprozentig der EU-Argumentation folgt, aber dennoch auf einen Rechtsstreit verzichtet. Das Risiko sei zu groß, später weitere Fördergelder zu verlieren.

SPD-Fraktionschef Carsten Löcker mahnte an, dass man solche Mängel in Zukunft ausschließen müsse, bei solch komplexen Ausschreibungen externe Hilfe von Fachleuten einholen müsse. Grave sah hingegen ein wiederkehrendes Problem: „Was nicht funktioniert hat, ist – wie bei der Feuerwehr – das Thema Organisation.“ Durch Fehleinschätzungen sei der Kommune finanziell geschadet worden. Trotzdem wurde der Antrag (Verzicht auf eine Klage gegen den EU-Prüfbescheid) einstimmig angenommen.

Michael Jacobs

  WAZ – Feuerwehrleute klagen. Von Klagen und Kompromissen

 09.08.2012 Von Klagen und Kompromissen
Lautstark demonstrierten Feuerwehrleute in Marl für die Vergütung von geleisteter Mehrarbeit und gegen den Beförderungsstopp.

Vest.   Feuerwehrleute aus neun Städten warten auf den Überstundenausgleich. Das Hertener Beispiel soll kreisweit Schule machen.

Neun Städte, neun Lösungen. Nur aus Dorsten liegt bislang dem Kreis keine Idee vor, wie man das Thema Feuerwehr-Mehrarbeit lösen kann. In Herten wird bereits über einen Kompromiss gejubelt, in Marl und Oer-Erkenschwick haben Beamte inzwischen Klagen gegen ihre Arbeitgeber aufgesetzt oder Anwälte eingeschaltet. Egal wie weit die Diskussion fortgeschritten ist, eine Lösung ist noch völlig in der Schwebe. Das betont Kreisrechtsdirektor Hans-Ulrich Seidel auf WAZ-Nachfrage. ….. mehr

Textabschrift aus Hertener Allgemeine v. 06. Aug. 2012

Heißer Herbst für die Wehr

Kienbaum-Berater legen im September ihr Spar-Gutachten vor

VON FRANK BERGMANNSHOFF

HERTEN. Bei ihrer Untersuchung der Hertener Feuerwehr biegen die Gutachter der Beratungsfirma Kienbaum Consultants (Düsseldorf) auf die Zielgerade ein. Am 10. September wollen sie hinter verschlossenen Türen erläutern, ob und wo bei der Hertener Wehr gespart werden kann.

Wie berichtet, hatten sich SPD, CDU und Stadtverwaltung im Rahmen der großen Spardebatte im März darauf geeinigt, dass ein auswärtiger Gutachter die Hertener Feuerwehr „durchleuchten” solle. Hintergrund war die unterschwellig vorhandene Kritik, alle Abteilungen der Stadt müssten kräftig sparen, nur die Wehr bleibe verschont.

Was in der Feuerwehr und Teilen der Bevölkerung für Verärgerung sorgte, war eine zusätzliche Verknüpfung: Das Geld, das bei der Feuerwehr (womöglich) gespart werden kann, soll dazu verwendet werden, die ab 2013 geplanten Parkgebühren möglichst niedrig zu halten.

Politik und Verwaltung entschieden sich für das renommierte Beratungsunternehmen Kienbaum, weil ihm eine knallharte Neutralität nachgesagt wird. Dagegen wurde nach HA-Informationen zum Beispiel die Sicherheitsberatungsfirma Luelf & Rinke (Kaarst), die 2010 die Feuerwehr Marl unter die Lupe nahm, verwaltungsintern als ‘„feuerwehrfreundlich” eingestuft und verworfen.

In Herten sind seit Anfang Juni die Kienbaum-Berater Jörg Petzold (Diplom-Verwaltungswirt/Verwaltungsbetriebswirt), Peter Diericks (Diplom-Verwaltungswirt) und Jule Rostek (Rechtsanwältin) tätig. Sie gehen zahlreichen Fragestellungen nach, die die Ratsparteien selbst formuliert hatten: Ist die Feuerwehr in puncto Wirtschaftlichkeit und Sicherheit richtig dimensioniert (insbesondere im Vergleich zu anderen Städten in der Region)? Kann die Freiwillige Feuerwehr stärker eingesetzt werden? Kann die Berufsfeuerwehr Herten durch andere Dienstplanmodelle effizienter werden?

Antworten suchen die Gutachter nicht nur zwischen Aktendeckeln. Sie besichtigen Feuerwehr-Standorte, sprechen mit Verantwortlichen, sie haben sogar eine Schicht an der Wache absolviert.

Für ein Gutachten, wie es hier gefordert ist, nehmen sich die Kienbaum-Experten gewöhnlich fünf, sechs Monate Zeit. In Herten müssen sie ihre Ergebnisse nach drei Monaten auf den Tisch legen. Am 10. September soll das im Rathaus passieren. Nicht öffentlich, versteht sich. Denn die Gutachter werden, wie zu hören ist, keine „gefilterte” Präsentation abliefern, sondern eine Aufstellung aller denkbaren Spar- und Reformmöglichkeiten. Die eine oder andere könnte Sprengkraft besitzen. Da geht es um Personal, Fahrzeugbeschaffungen, städteübergreifende Kooperation, Krankenstand, Transparenz und anderes.

Ratsausschuss drei Wochen verschoben

Welche Vorschläge letztlich umgesetzt werden, muss am Ende der Rat entscheiden – was sicher nicht bedeutet, dass Stadt und Feuerwehr alles über sich ergehen lassen werden ohne den Versuch, Einfluss zu nehmen.

Dafür wird allerdings nicht viel Zeit bleiben. Der Zeitrahmen für das weitere Vorgehen ist eng gesteckt. So eng, dass die Sitzung des Ratsausschusses für Ordnungswesen und Feuerschutz um drei Wochen nach hinten verlegt werden musste, damit sich die Fachpolitiker noch in letzter Minute mit dem Kienbaum-Papier befassen können. Schon tags drauf, am 26. September, trifft der Rat voraussichtlich erste Entscheidungen. Dann wird sich zeigen, wie viel „Sprengkraft” es wirklich gibt, wie viel davon die Politik der Feuerwehr zumuten will – und was aus den Parkgebühren wird.

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klick (aus www.feuerwehrleben.de)

weiteres Hintergrundwissen:
http://www.feuerwehrleben.de/du-bekommst-die-freiwilligen-feuerwehr-die-du-verdienst/
http://www.feuerwehrleben.de/freiwillige-feuerwehr-es-gibt-doch-sowieso-die-berufsfeuerwehr/

11. April 2012


Feuerwehr löscht nicht das Rathaus

Feuerwehrdemo vor dem Rathaus… (Bericht in der H.A. 10.4.12 ) hier

Protestaktion am Donnerstag Feuerwehr beginnt die Mahnwache (Bericht in der H.A. 11.4.12 ) hier

dazu die Vorgeschichten       Teil -1-  bis 12.2011  |  Teil -2-ab 01.2012

Feuerwehr-Mahnwache vor dem Rathaus

der Beitrag in der Lokalzeit … klick!

24 Stunden lang wollen Feuerwehrleute aus Herten bis morgen nachmittag vor dem Rathaus protestieren. Die Beamten haben in den letzten Jahren tausende Überstunden angehäuft und wollen jetzt nachträglich Geld für diese Mehrarbeit. Die Stadtverwaltung weist die Forderungen als unrechtmäßig zurück. Da die Überstunden-Problematik eine Vielzahl von Feuerwehren im gesamten Bundesgebiet betrifft, haben die Hertener auch andere Feuerwehren zur Mahnwache eingeladen.

Dazu in der H.A.

„Stadt Herten arbeitet derzeit an einer rechtssicheren Lösung“

12. April 2012 07:04

— Von: Nele Däubler, Pressesprecherin der Stadt Herten — Betr.: Bericht „Versammlung bei Feuerwehr abgesagt“ — HA vom 11. April

Der Stadt Herten ist an einer für alle Beteiligten tragbaren Entscheidung gelegen, die auch den Interessen der Feuerwehr-Mitarbeiter gerecht wird. Deshalb hat der Leiter der Personalverwaltung, Peter Brautmeier, am 29. März an einer Personalversammlung der Feuerwehr teilgenommen und trotz der äußerst schwierigen Haushaltslage der Stadt Kompromissbereitschaft signalisiert. Die Ausgangslage stellt sich in der Tat komplex dar: Ein Nachweis der Abgabe von Anträgen auf die Gewährung und/oder Bezahlung von Überstunden bereits im Jahr 2002 war den meisten betroffenen Mitarbeitern der Feuerwehr bisher nicht möglich. Eine weitere Personalversammlung mit dem Bürgermeister ist für die Zeit nach den Osterferien zwischen Verwaltung, Feuerwehr und Personalrat vorgesehen. Um Zeit für eine einvernehmliche Lösung zu gewinnen, wurde am 2. April daher ein Bescheid der Stadtverwaltung (in dem die betroffenen Feuerwehrleute offiziell darüber informiert wurden, dass nach derzeitiger Tatsachenlage keine Rechtsgrundlage zur Bezahlung der in Rede stehenden Überstunden erkennbar sei und der Rechtsweg gegen diese Entscheidung offen stehe) aufgehoben, um die Mitarbeiter aufgrund des Auslaufens der Rechtsbehelfsfrist nicht unnötig in die Klage zu treiben. Die Stadt Herten ist überzeugt, dass ein für alle Beteiligten fairer Kompromiss gefunden werden kann, und arbeitet derzeit an einer rechtssicheren Lösung.

 

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://www.pro-herten.de/?p=279

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