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Top1 in Sachen Schulden – aber auch Kunst in Herten, Abzocke der Bürger auch eine Kunst

In allen Medien kursiert die Story mit dem Kunstprojekt „Burgenland“ aus dem Schwarzbuch des BdSt! (sh. auch den Beitrag in der Lokalzeit)
Tatsächlich kommt die Story nicht dort vor. Das Thema „Burgenland“ wurde auf Initiative von Pro-Herten dem BdSt empfohlen, die dann im September 2016 veröffentlichte (sh. weiter unten) Im Schwarzbuch wird in Bezug auf Herten der Fall „Prosoz“ thematisiert.

14.09.2016
Zu viel los auf Hertens Landschaftskunst?
15 begrünte Hügel von Rädern und Kaninchen gelöchert
Die Recherche im Hertener Schlosspark ist ernüchternd. Niemand scheint die Kunstwerke je bemerkt zu haben. Beschreibungen, Fotos helfen nicht. „Sowas haben wir hier nicht.“ Nach 20 Minuten Suche endlich der entscheidende Hinweis: „Gehen Sie links aus dem Park raus, immer an den Kuhwiesen entlang. Und halten Sie die Augen offen, sonst übersehen Sie die Maulwurfshügel!“
Burgenland heißt das Landschafts-Kunstprojekt, das aus 15 begrünten Hügeln besteht und sich entlang der Verbindungsachse Landschaftspark Hoheward bis zum Schloss Herten zieht. Auf acht Hügeln wurden Miniatur-Zechen aus schnell rostendem Kortenstahl installiert, sieben Hügel mit Rasen bepflanzt und acht mit Immergrün.
Man kann es sich denken: Die Freiluft-Kunst ist vielen Risiken ausgesetzt: Kaninchen graben Gänge, Hunde buddeln die Erde auf, Kinder klettern auf die Buckel, Teenies befahren sie mit ihren Mountainrädern. Hinzu kommen noch Wind und Wetter – und die Hügel und ihr Grün leiden.
Bereits vier Monate nach der Einweihung im Mai 2010 mussten erste Mängel beseitigt werden. 2015 folgte die Rundum-Erneuerung der sieben Grashügel: Auf Grundlage eines extern erstellten Sanierungskonzepts wurden die Hügel komplett demontiert und wieder neu aufgebaut. Die mit Immergrün bepflanzten Hügel im Wald waren weniger ramponiert und wurden nur stellenweise ausgebessert und nachgepflanzt.
Diese Maßnahmen kosteten insgesamt 28.914,79 Euro, allein das Sanierungskonzept eines Ingenieurbüros schlug mit zusätzlichen 5.440,76 Euro zu Buche. Gezahlt hat die Sanierung zur Hälfte der Regionalverband Ruhr (RVR) mit Mitteln aus dem Ökologieprogramm Emscher-Lippe und zur anderen Hälfte die Stadt Herten.
Künstler Nils-Udo zeigte sich überrascht, dass die aufwändigen Sanierungen an seinem Burgenland überhaupt notwendig wurden. In den Medien wird er so zitiert: „Mir war gar nicht klar, dass es solche Probleme geben würde.“
Man kann sich wundern, dass ein ausgewiesener Landschafts-Künstler den Einfluss von Wetter, freilebenden Tieren, aber auch Besuchern mit Kindern und Hunden bei seiner „open air Kunst“ unterschätzt. Und noch paradoxer, dass scheinbar wenige Hertener die Kunst als solche (er-) kennen, aber trotzdem so viele Leute und Tiere die Hügel besuchen, belasten und letztlich für die Zerstörung mitverantwortlich sein sollen.
Man darf zweifeln – und nachrechnen: 10.000 Euro bekam Nils-Udo für das Konzept und 184.239,15 Euro für die Umsetzung. 80 Prozent kamen damals aus dem Fördertopf im Rahmen des Ökologieprogramms Emscher-Lippe (ÖPEL) und 20 Prozent Eigenanteil musste die Stadt Herten leisten. Der Förderantrag für das Kunstprojekt wurde von der Kreisverwaltung Recklinghausen und der Bezirksregierung Münster geprüft und bewilligt.
Jährlich fallen außerdem Pflegearbeiten an allen 15 Hügeln an: Laubentsorgung, Müllentfernung, Wildkrautbeseitigung, Bewässerung, Ausbesserung und Nachpflanzungen sowie Mähen und Mähgutentsorgung bei den Rasenhügeln. Der Baubeschluss des Rates vom 16.02.2010 sah hier jährlich 11.300 Euro vor, kalkulierte also 56.500 Euro für die letzten fünf Jahre. 2016 fallen die nächsten 11.300 Euro an. Diese Pflege-Kosten wurden vom RVR im Rahmen der Pflege des Emscher Landschaftsparks mit 50 Prozent bezuschusst. Wann die nächsten Sanierungsmaßnahmen nötig werden, bleibt abzuwarten.
Kunst liegt wie immer im Auge des Betrachters. In diesem Fall hat aber auch der Steuerzahler ein Auge drauf. Immerhin hat das Burgenland bis heute fast 300.000 Euro verschlungen.

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://www.pro-herten.de/?p=2481

2 Kommentare

  1. Joachim Jürgens, FDP

    Stellungnahme Finanzen Stadt
    Joachim Jürgens – FDP
    Es ist mittlerweile kaum noch zu verstehen, mit welch schlechter Arbeit unsere Stadt regiert wird.
    Von 395 Städten in NWR hat Herten den 11 höchsten Grundsteuersatz – mit einem Anstieg von 2014 auf 2015 um 40,71 %! Wir sollen nicht stöhnen, wenn die Verwaltung dafür sorgt, dass entsprechende Leistung erbracht wird. Betrachtet man aber die Ausgaben, dann sollte man langsam an der Qualifikation des Bürgermeisters und dem Fachpersonal zweifeln.
    100.000,€ für die Maulwurfshügel im Schlosspark (50.000,- € Kosten der Stadt zuzgl. 11.000,-€ jährliche Pflegekosten!).

    Für diese Kosten hätte man für unsere Kinder ein Klettergerüst bequem refinanzieren können!

    . 77.000,- € für die Wunderwaffe HyBike, ein Umbau ist angeblich nicht möglich, weil die technischen Dokumentationen der Fahrräder fehlen? Dass belastende und unbequeme Unterlagen nicht auffindbar sind, hat ja mittlerweile System (s. Bürgermeisterkandidatur Frau Ruhardt, Überstundennachweise der Feuerwehr) Auch die Schusseligkeit bei der Vergabe von Fördermitteln für Herten Süd, in Summa ein Schaden von ca. 900.000,-€ kennzeichnen die Verwaltungsqualität! http://fraktion.fdp-herten.de/?p=915
    Liebe Bürger, beschwert euch nicht, ihr habe diese Politik gewählt, oder noch schlimmer, ihr habt überhaupt nicht gewählt! „Auf Schalke“ sagt man, wenn die Mannschaft nicht spurt, sollte der Trainer gewechselt werden. In Herten: Bürgermeister träume weiter von Deiner Mitmachstadt mit dem eigens dafür eingestellten Personal. Baurat träume weiter von dem Wasserstroff-Silicon-Valley. und von Verkehrsbelastungszahlen, die keiner Prüfung standhalten. Hoffentlich verschwinden keine Unterlagen, die ein mögliches Versagen der Dienst- und Fachaufsichten dokumentieren könnten!

  2. Sascha Köhle

    Sehr geehrter Herr Lindner, sehr geehrte Ratsherren und -damen,

    Sie haben sicherlich den heutigen Artikel in der Hertener Allgemeinen gelesen, der das Scheitern der Sanierung der Zechenkunstwerke des Künstlers Nils Udo im Hertener Schloßpark thematisierte.

    Aus diesem Anlass möchte ich noch einmal an den Bürgervorschlag der Hertener Piraten erinnern, der am 25.01.2015 an Herrn Bürgermeister Dr. Paetzel ging. Kern des Vorschlags: Demontage der derzeitigen Zechenkunsthügel, Neumontage der Zechenkunstwerke z.B. auf Betonsockeln auf zentralen Plätzen im Stadtgebiet, damit Herausholen der Kunstwerke aus dem „Hinterhof“ in die breite Öffentlichkeit und Neutralisierung der Erhaltungskosten.

    Der Vorschlag wurde noch immer nicht im Rat besprochen, möglicherweise, weil wir darin unter Bezug auf die damals angekündigte Testsanierung das Abwarten des Ergebnisses angemerkt hatten. Man kann wohl nun feststellen, dass der Test gescheitert ist. Eine langfristige Belastung der Bürger dieser Stadt durch den Erhalt solcher Luxusprojekte ist nicht einzusehen.

    Ich möchte daher eindringlich darum bitten, diesen zeitlich ohnehin längst überfälligen Bürgervorschlag auf die TO der nächsten Ratssitzung zu nehmen. Die Mitglieder des Stadtrates möchte ich darum bitten, sich für eine schnellstmögliche Beendigung dieses Eurograbes einzusetzen.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Sascha Köhle
    für die Hertener Piraten

    Unser Antrag hier http://www.pro-herten.de/dl/verw/zechenkunstwerke.pdf

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